Eigenes Budget für die sieben Dörfer

10 000 Euro für jeden Stadtteil: Eschweger Stadtverordnete planen Budget für alle Dörfer

Stärkung des dörflichen Zusammenhalts: Mit dem Budget könnten beispielsweise Dorffeste – wie hier in Oberdünzebach – unterstützt werden. Archivfoto: Gudrun Skupio
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Stärkung des dörflichen Zusammenhalts: Mit dem Budget könnten beispielsweise Dorffeste – wie hier in Oberdünzebach – unterstützt werden. Archivfoto: Gudrun Skupio

Die Stadtteile von Eschwege sollen mit einem eigenen Budget ausgestattet werden, über das sie Jahr für Jahr frei verfügen können

Eschwege – Ein eigenes Budget für alle Stadtteile: Ein entsprechender Antrag von CDU, FDP und FWG wurde im Stadtparlament von Eschwege am Mittwochabend von SPD, Grünen und Linken unterstützt, wird aber zunächst im Finanzausschuss beraten. Der Magistrat soll später eine Förderrichtlinie ausarbeiten.

Angedacht ist, dass jeder Stadtteil 10 000 Euro bekommt, über deren Verwendung der Ortsbeirat entscheidet.

Im Jahr 1936 wurde Niederhone eingemeindet, da man das Gelände zum Anlegen des Fliegerhorsts Eschwege benötigte. Durch die Gebietsreform in Hessen wurden am 31. Dezember 1971 die bisher eigenständigen Gemeinden Niederdünzebach und Oberdünzebach zu Stadtteilen Eschweges. Albungen, Eltmannshausen und Niddawitzhausen folgten am 1. April 1972. Oberhone kam am 1. Januar 1974 kraft Landesgesetz hinzu. Die ehemals eigenständigen Gemeinden haben aufgrund ihrer dörflichen Struktur ein anderes Selbstverständnis als die Kernstadt. Das sogenannte Stadtteilbudget soll die Identität der sieben Eschweger Stadtteile stärken.

„Das Geld könnte zur Vertiefung des Zusammenhalts der dörflichen Gemeinschaft, zur Verschönerung des Ortsbildes, zur Belebung des Dorflebens oder zur Unterstützung von Aktionen verwendet werden“, schlug Elisa Rabe-Bartels (CDU) bei der Einbringung des Antrags vor. Nach Ideen der Koalition sollen die Stadtteile zu den jeweils 10 000 Euro für jeden Ort nochmals 10 000 Euro zusätzlich für besondere Projekte oder gemeinsame Aktionen bekommen. „Über die Verwendung entscheiden die Ortsvorsteher gemeinschaftlich“, schlug Rabe-Bartels vor. Insgesamt soll die Stadt Eschwege 80 000 Euro zusätzlich für die Stadtteile bereitstellen.

Dass dieses Geld zusätzlich fließt, war Bernhard Gassmann (Die Linke) wichtig. „Die Stadtteile müssen das Recht haben, auch trotz dieses Budget weiterhin finanziell gut ausgestattet zu werden“, sagte er. Jakob Mayer, selbst Mitglied im Ortsbeirat Niederhone, lobte den Vorstoß. „Eschwege besteht nicht nur aus der Kernstadt.“ Aber auch der Heuberg sollte berücksichtigt werden. Darüber hinaus regte er an, die finanzielle Ausstattung an die Größe der Stadtteile zu koppeln. „Ein Dorf mit 1400 Einwohnern hat andere Bedürfnisse als ein Ort mit 300 Einwohnern.“ Weil noch einige Fragen ungeklärt seien, schlug Jacqueline Stolle vor, den Vorgang vorab noch im Ausschuss zu beraten. Bei einer Gegenstimme einigte ich das Parlament nach gemeinschaftlicher Beratung, eine gemeinsame Sitzung von Haupt- und Finanzausschuss einzuberufen. Für den Haushalt 2022 wurden vorsorglich 40 000 Euro eingestellt, die ab dem zweiten Halbjahr abgerufen werden können.

Von Tobias Stück

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