Jeden Tag Haferbrei

100-Jähriger verrät sein Rezept für ein langes Leben

Dank Haferbrei und Spaziergängen: Heinrich Rehbein feiert heute seinen 100. Geburtstag. Foto: Scheunert

Berge. Geraucht hat er nie, auch der Alkohol hat in seinem langen Leben keine Rolle gespielt, aber er hat ein Rezept für ein langes Leben.

„Ich esse seit 1960 auf Empfehlung von Dr. Nordeck aus Witzenhausen morgens als erstes immer einen Wasserhaferbrei aus einem dreiviertel Liter kochendem Wasser mit Hafer gekocht und mit etwas Honig, der den Brei geschmacklich verfeinert, daran glaube ich und der Erfolg gibt mir wohl recht“, sagt Heinrich Rehbein mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht.

Zudem macht Heinrich Rehbein täglich einen Spaziergang im und um das Dorf herum, beginnend am Friedhof, ein Weg von etwa zwei Kilometern. „Hier treffe ich andere Menschen, wir haben immer etwas zu erzählen und im Übrigen gilt hier: Wer rastet der rostet“, ergänzt Heinrich Rehbein.

Heinrich Rehbein wurde am 9. Dezember 1914 in Dudenrode geboren. Nach dem Besuch der Volksschule arbeitete er im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern und besuchte die Landwirtschaftsschule in Witzenhausen. In seiner Jugendzeit wurde jährlich die Kirmes an der Linde in Dudenrode gefeiert, hier galt es die Kirmesfahne, die auf dem Platz angebunden war gegen junge Burschen aus den Nachbarorten zu verteidigen - ein immer wieder tolles Erlebnis, weiß Heinrich Rehbein zu berichten.

Krieg und Gefangenschaft 

1937 wurde er zum Militär eingezogen und trat seinen Dienst in Fulda an. Heinrich Rehbein erinnert sich: „Beim Einmarsch in die Kaserne spielte die Blaskapelle das Lied „Alle Vögel sind schon da“ was zur allgemeinen Erheiterung beitrug“. Am 4. April 1942 heiratete er seine Frau Emilie. Den Zweiten Weltkrieg und die anschließende russische Gefangenschaft überlebte er, und kam am 28. August 1945 zurück nach Dudenrode. 1946 wurde die Tochter Irma geboren, es folgten Gisela 1950 und Inge 1954. Zwischenzeitlich wurde er Vermessungsgehilfe bei dem Staatlichen Vermessungsamt in Eschwege und arbeitete dort bis zu seinem Renteneintritt im Jahr 1979.

Die Landwirtschaft war weiterhin einer der Schwerpunkte von Heinrich Rehbein. Er verkaufte Obst und Gemüse sowie frische Eier an treue Privatkunden in Großalmerode, in Spitzenjahren wurden bis zu 120 Zentner der berühmten Dudenröder Kartoffeln an diese Kunden geliefert. Heinrich Rehbein war viele Jahrzehnte in der Kommunalpolitik tätig. Während der Gebietsreform begleitete er den Zusammenschluss mit Bad Sooden-Allendorf. Ehefrau Emilie zog 2001 krankheitsbedingt zur Familie der Tochter Inge nach Berge, Heinrich Rehbein folgte 2002. Die Einwohner von Berge haben die beiden sehr herzlich aufgenommen. Bis zu seinem 95. Lebensjahr kümmerte sich Heinrich Rehbein um Arbeiten im und um das Haus.

Heute gibt es eine große Feier im Gasthaus Waldmann in Hebenshausen, hier gratulieren auch die vier Enkel und fünf Urenkel. (zps)

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