Ein Schutzengel im Smartphone

13.500 Menschen im Werra-Meißner-Kreis haben Notfall-App Katwarn

Seit 2015 im Werra-Meißner-Kreis verfügbar: Katwarn wurde in den vergangenen fünf Jahren von etwa 13 500 Menschen heruntergeladen.
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Seit 2015 im Werra-Meißner-Kreis verfügbar: Katwarn wurde in den vergangenen fünf Jahren von etwa 13 500 Menschen heruntergeladen.

Einen Schutzengel in der Hosentasche - das bietet die Notfall-App Katwarn. Seit 2015 gibt es sie auch im Werra-Meißner-Kreis. Eine Bilanz.

Im vergangenen Monat sind die Hinweis-Apps Katwarn und Hessenwarn gleich mehrfach angesprungen. Zum einen gab es den Hinweis auf den Schulausfall im Werra-Meißner-Kreis Anfang Februar nach Sturm Sabine als Erstes über Katwarn, zum anderen erschienen Informationen über die Amokfahrt von Volkmarsen und die anschließende Empfehlung, die Karnevalsumzüge abzusagen, über Hessenwarn. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu den digitalen Katastrophenhelfern.

Welche Angaben verbreitet Katwarn?

Neben Hinweisen auf Unwetter, Großbrände und Chemieunfälle durch den Deutschen Wetterdienst (DWD) beziehungsweise die Leitstelle Werra-Meißner werden auch Warnhinweise bei Terroranschlägen, Amokläufen und anderen gefährlichen Situationen von der Polizei per Katwarn weitergegeben.

Solche Ereignisse kommen ja immer häufiger vor. Werde ich mit dieser App jetzt ständig genervt?

Mit der App Katwarn kann man selbst bestimmen, für welche Regionen man Warnungen erhalten möchte. Zum einen gibt es die Schutzengelfunktion: Man bekommt die Meldungen aus dem gesamten Kreis, in dem man sich befindet. Auch Städte wie Hamburg und Berlin sind angeschlossen, ist man dort unterwegs, wählt sich Katwarn automatisch dort ein. Eingeben kann man auch bis zu sieben Postleitzahlen der Gebiete, für die man die Warnungen erhalten möchte.

Woher weiß Katwarn, wer in Gefahr ist?

Behörden, die Katwarn nutzen, wählen im Notfall über ein spezielles System die betroffenen Empfängergruppen nach Postleitzahlen aus. Die Nutzer können vorab mehrere Postleitzahlen angeben, zudem wird ihr aktueller Standort über Basisstationen und WLAN-Zugangspunkte berücksichtigt – wer sich in einem aktuellen Gefahrenbereich befindet oder diesen betritt, wird laufend informiert. Diese Ortungsfunktion kann auch abgeschaltet werden.

Wer hat Katwarn entwickelt?

Das System wurde vom Fraunhofer-Institut im Auftrag der öffentlichen Versicherer entwickelt, die es auch betreiben. Katwarn soll die vorhandenen, teilweise kostspieligen, Warnsysteme wie Lautsprecheransagen, Sirenen und Rundfunkmeldungen ergänzen oder ersetzen. Eine ähnliche Warn-App stammt vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und heißt Nina (Notfall-Informations- und Nachrichten-App).

Funktioniert die App nur über das Smartphone?

Nein. Wer kein Smartphone besitzt, kann sich auch per SMS für eine registrierte Postleitzahl warnen lassen: Einfach eine SMS an 0163/7 55 88 42 mit dem Stichwort Katwarn, der Postleitzahl und der eigenen Mailadresse schicken.

Was kostet der Dienst Katwarn?

Für die Nutzer ist der Dienst kostenlos. Landkreise, kreisfreie Städte, Bundesländer und Stadtstaaten zahlen für die Einführung einmalig 15 000 Euro sowie jährlich 3000 Euro für technische Unterstützung. Eine Warnung per SMS kostet sie sechs Cent. Nachrichten per E-Mail und die Smartphone-App sind kostenfrei.

Hat sich das System Katwarn im Kreis schon etabliert?

Katwarn gibt es im Werra-Meißner-Kreis seit rund fünf Jahren. Mehrere Dutzend Meldungen sind seitdem herausgegangen. Rund 13 500 Nutzer aus dem Kreis haben sich die App heruntergeladen. Nach Vorstellung von Kreisbrandinspektor Christian Sasse könnten es ruhig noch ein paar mehr sein. „Es ist die schnellste Art, um über Gefahrenlagen informiert zu werden“, sagt Sasse.

Gibt es Alternativen zu Katwarn?

Eine Ergänzung und Erweiterung für das gesamte Bundesland ist Hessenwarn. So informiert Hessenwarn künftig etwa auch über Cyberangriffe, Erdbeben, Produktrückrufe und beinhaltet auch einen Notruf mit automatischer Positionsübermittlung.

Was hat es mit der Positionsübermittlung auf sich?

Sie ermöglicht bei Anruf über die App die unmittelbare Übermittlung des genauen Notfall-Standorts an die nächstliegende zuständige Polizei- oder Rettungsdienststelle. Hierdurch können Feuerwehr und Polizei auch demjenigen schnellstmöglich helfen, dem eine Standortangabe oder -übermittlung nicht mehr möglich ist oder der schlicht nicht weiß, wo er sich gerade befindet.

Wo gibt es die Apps?

Am häufigsten verbreitet sind mittlerweile die Apps zu beiden Systemen. Die Katwarn- und die Hessenwarn-App kann man sich auf das Smartphone herunterladen. Informationen dazu gibt es im Google-Playstore (Android) und im App-Store (IPhone).

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