Seit 20 Jahren dabei

„Herr des Friedhofs“: Karl-Heinz Sennhenn aus Willershausen hilft Gemeinde ehrenamtlich

Sein Arbeitsplatz, der Aufsitzmäher: 20 lange Jahre hat Karl-Heinz Sennhenn das riesige Areal des Friedhofs in Willershausen ehrenamtlich gemäht.
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Sein Arbeitsplatz, der Aufsitzmäher: 20 lange Jahre hat Karl-Heinz Sennhenn das riesige Areal des Friedhofs in Willershausen ehrenamtlich gemäht.

2001 hat der heute 82-Jährige Karl-Heinz Sennhenn nochmal ordentlich aufgedreht. Drei Ehrenämter hat er in jenem Jahr in Willershausen übernommen. Ein Porträt.

Willershausen - Er weiß sein Lebenswerk nach bewegter beruflicher Tätigkeit in guten Händen. Bevor Karl-Heinz Sennhenn 1964 die Metzgerei Schalles und das benachbarte Gasthaus „Zum Löwen“ von seinen Schwiegereltern in Nesselröden übernommen hat, war er auf Wanderschaft, um in mehreren Fleischereien die nötige Erfahrung zu sammeln. Aus gesundheitlichen Gründen hat er 1994 den Betrieb an Peter Fey übergeben.

Fleißig trainiert

Nach Reha und Kuraufenthalt, wo ihm sportliche Betätigung verordnet wurde, ging es mit Karl-Heinz Sennhenn wieder kontinuierlich aufwärts und so widmete er sich fortan dem Gemeinwohl auf ehrenamtlicher Basis. „Mit meinen regelmäßigen Besuchen im Sportstudio, wo ich intensiv an meiner körperlichen Fitness gearbeitet habe, baute ich mir ein Fundament, das mein Wohlbefinden spürbar getragen hat“, machte Karl-Heinz Sennhenn, der am vergangenen Freitag seinen 82. Geburtstag feierte, deutlich, dass auch seine Lebensgefährtin Helga Eisenträger großen Anteil an seinem gestärkten Leistungsvermögen hatte und noch immer hat, „speziell die gemeinsamen Wandertouren oder -urlaube waren wichtige Garanten für mein neues Energiefeld“.

Glücklich mit Partnerin

Seine Ehefrau ist früh gestorben, die verwitwete Helga Eisenträger gab ihm danach großen Halt und half auch im Betrieb fleißig mit, selbst nach der Übergabe hielt sie Peter Fey noch einige Jahre die Treue. „So bin ich schon 1988 zu ihr nach Willershausen gezogen und von dort täglich nach Nesselröden gependelt“, spricht Karl-Heinz Sennhenn voller Stolz die 33 Jahre lange und sehr glückliche Beziehung an: „Und 2001 haben wir uns mit dem Bau eines neuen Hauses einen Traum erfüllt.“

Sportlich wechselte er vom Schützenverein Herleshausen fast zwangsläufig in die neue Heimat Willershausen, wo der Schießsport ein breites Forum bietet. „Ich schieße heute noch in der Mannschaft, leider sind unsere Aktivitäten durch die Corona-Pandemie auf Eis gelegt“, blickt er auf sein Engagement im Kirchenchor, wo momentan ebenfalls keine Singstunden möglich sind. „1995 habe ich mich dem Chor angeschlossen und zwischenzeitlich als Vorsitzender Verantwortung übernommen“, spannt der Metzgermeister den Bogen zurück zum Wandern: „Wenn der Werratal-Zweigverein Herleshausen ruft, dann steigen wir in Wanderschuhe.“

2001 wichtiges Jahr

2001 stand nicht nur im Zeichen des Hausbaues. Nein, Karl-Heinz Sennhenn wurde in den Ortsbeirat gewählt, wo seine Meinung zehn Jahre lang Gewicht hatte. Und ebenfalls in 2001 übernahm er – bis heute – den Vorsitz des VdK-Ortsverbandes Altefeld, der mittlerweile mit Herleshausen fusionierte. „Bei der Fusion zählten wir nur noch 22 Mitglieder, aktuell sind es 166“, geht er auf die vielen geselligen Veranstaltungen wie Schlachteessen oder Weihnachtsfeiern ein, die den Verband einen.

Traktor angeschafft

Und 2001 setzte er sich auf den Rasenmähertrecker, um ehrenamtlich die riesige Graslandschaft des Willershäuser Friedhofes regelmäßig zu mähen. „Das war seinerzeit eine nicht ganz so einfach zu lösende Geschichte, weil ich klipp und klar gesagt habe, dass ich sehr gerne die Gemeinde auf freiwilliger Basis unterstützen möchte, aber nur, wenn ich für dieses große Areal einen Aufsitzmäher bekomme“, konstatiert er beim WR-Gespräch.

Letztlich ist die Anschaffung ebenfalls dem Engagement des „Herren vom Friedhof“ zu verdanken: „Ich habe alle möglichen Vereine angesprochen und um Spenden gebettelt. Und niemand hat mir die Tür vor der Nase zugeschlagen, den letzten fälligen Obolus steuerte Bürgermeister Helmut Schmidt bei. Und wenn ich heute den Friedhof, der Ordnung ausstrahlt, betrachte, dann denke ich, dass die Anschaffung nicht nur für die körperliche Entlastung eine absolut richtige Entscheidung war“, so Karl-Heinz Sennhenn, der eine eindrucksvolle Bilanz ziehen konnte, als er dieses Ehrenamt im Vorjahr in jüngere Hände legte.

Gute Dorfgemeinschaft

Coronabedingt dürfen derzeit auch die Witwen- und Witwertreffen nicht stattfinden, die der bekennende Fan des FC Bayern München auch für alle Alleinstehenden initiierte: „Wir treffen uns unter normalen Bedingungen einmal im Monat, tauschen uns bei guten Gesprächen aus oder unternehmen gemeinsame Ausflüge“, erklärt Helga Eisenträger, die selbstverständlich auch bei allen Dorfverschönerungsarbeiten an der Seite ihres Lebensgefährten steht und die gute Gemeinschaft in Willershausen fördert.

Apropos gute Gemeinschaft: Die wird auch interfamiliär gepflegt. „Die Familien meiner zwei Söhne und meiner Tochter haben Karl-Heinz, der keine eigenen Kinder hat, sehr gerne in ihrem Kreis aufgenommen. Und es stimmt ihn glücklich, wenn meine fünf Enkelkinder Opa zu ihm sagen“, so Helga Eisenträger, die kein passenderes Schlusswort hätte finden können. (Harald Triller)

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