Studie des Pestel-Instituts

20 Prozent seit 2015: Kaltmieten im Werra-Meißner-Kreis steigen seit Jahren

Laut Studie sind die Kosten in den vergangenen sechs Jahren um rund 20 Prozent gestiegen. 
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Laut Studie sind die Kosten in den vergangenen sechs Jahren um rund 20 Prozent gestiegen. 

Für Geringverdiener gibt es im Werra-Meißner-Kreis zu wenig Wohnraum. Laut Studie sind die Kosten in den vergangenen sechs Jahren um rund 20 Prozent gestiegen.

Werra-Meißner – Zu diesem Ergebnis kommt das Pestel-Institut in seiner jüngsten Mietpreis-Analyse. Zum Vergleich: Die Verbraucherpreise hätten laut Pestel-Institut im gleichen Zeitraum deutlich weniger zugelegt (9,8 Prozent). Die IG Bau Nordhessen kritisiert diese Entwicklung scharf.

Im Fokus der Untersuchung des Institus, das sich selbst als Dienstleister für Kommunen, Unternehmen und Verbände beschreibt, steht der Anstieg der Kosten fürs Wohnen, die der Staat übernimmt, wenn Haushalte auf Hartz IV angewiesen sind: Die Kaltmiete für Wohnungen mit einfachem Standard ist demnach im Werra-Meißner-Kreis von vier Euro pro Quadratmeter im Jahr 2015 auf 4,80 Euro im April 2021 enorm angestiegen.

Klaus Michalak, Bezirksvorsitzender der IG Bau Nordhessen

Einen Mietspiegel gibt es im Werra-Meißner-Kreis nicht. Eine Auswertung von Daten des Immobiliendienstleisters empirica-systeme bestätigt aber den Trend der Kostensteigerung. Die Mieten im Werra-Meißner-Kreis sind nach ihren Angaben innerhalb von vier Jahren um durchschnittlich zehn Prozent gestiegen und lagen im Schnitt bei 4,95 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. Im Jahr 2012 mussten Mieter für eine Wohnung im Kreisgebiet nach Angaben des Amts für Bodenmanagement nur 4,05 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter bezahlen. „Für die Mieten im Werra-Meißner-Kreis gibt es seit Jahren nur eine Richtung: nach oben“, kritisiert Klaus Michalak, Bezirksvorsitzender der IG Bau Nordhessen. Zum gleichen Ergebnis kommt Maximilian Malirsch, Geschäftsführer des Mieterbunds Nordhessen. „Seit 2015 haben die Mieten angezogen.“

Internetportal: 5,50 Euro kalt pro Quadratmeter

Das Internetportal Immowelt hat durchschnittliche Mietpreise auf dem freien Markt ermittelt. Demnach lag die Kaltmiete im ersten Halbjahr 2021 bei 5,50 Euro und hat sich seit dem Vorjahr nicht verändert. Datenbasis für die Berechnung waren auf Immowelt.de inserierte Angebote für Wohnungen zwischen 40 und 120 Quadratmetern Die höchsten Mieten werden laut empirica-systeme in Neu-Eichenberg (mehr als 5,80 Euro) verlangt, am günstigsten ist es in Waldkappel (rund 4,20 Euro). ts

Laut Pestel-Institut fehlten im Werra-Meißner-Kreis bezahlbare Wohnungen und vor allem Sozialwohnungen. Damit sei der Landkreis aber nur ein Teil der bundesweiten Misere auf dem Wohnungsmarkt. „Bei den Mieten wird oft rausgeholt, was rauszuholen ist. Dabei bauen Vermieter auf die Jobcenter als zuverlässige Zahlstelle“, sagtsagt der Leiter des Instituts, Matthias Günther. (Tobias Stück)

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