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200 Geflüchtete stehen für Essen in Eschwege an

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Marktleiter Björn Zeuch (Mitte) übergibt Gutscheine an Aylin Abhau und Karl Montag.
Marktleiter Björn Zeuch (Mitte) übergibt Gutscheine an Aylin Abhau und Karl Montag. © Franky Daumann

Am Mittwoch hatten sich bis zu 200 ukrainische Geflüchtete auf dem Hof des Vereins „Eschwege hilft“ eingefunden, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Der Vorrat dort soll jedoch innerhalb kürzester Zeit aufgebraucht gewesen sein.

Eschwege – Laut Karl Montag, einem der Initiatoren von „Eschwege hilft“, hatten sich zwischen 150 und 200 Geflüchteten am Nachmittag an der Wendischen Mark eingefunden, um Lebensmittel zu erhalten. Die privaten Spenden waren spontan über einen Aufruf auf Facebook zusammengekommen. „Es waren so viele Leute hier, dass sich eine Schlange bis außerhalb unseres Innenhofs bildete“, berichtet Montag.

„Es haben Kinder geweint, weil sie Hunger hatten.“ Der große Andrang sei laut Montag unter anderem damit zu erklären, dass diejenigen, die Geflüchtete bei sich privat aufgenommen haben, selbst an ihre finanziellen Grenzen gerieten. Dies hätten eine Reihe Unterkunftsgeber dem Verein mitgeteilt.

Das Begrüßungsgeld in Höhe von 25 Euro, das „Eschwege hilft“ an Geflüchtete ausgibt, reiche nicht, um eine Versorgung mit Essen zu gewährleisten, weshalb die Stadt Eschwege sowie der Werra-Meißner-Kreis jetzt dringend in Verantwortung treten müssten.

Geld von behördlicher Seite sei äußerst wichtig, um den Menschen eine angemessene Unterstützung zukommen zu lassen, sagte Montag.

Der Prozess zur Ausgabe von Hilfsgeldern müsse entbürokratisiert werden, um schnelle Abhilfe zu leisten. „Es kann nicht sein, dass die Menschen darauf angewiesen sind, bei uns anzustehen, um sich Lebensmittel abzuholen“, sagt Montag. „Wir können nicht alles allein bewältigen.

Sowohl Stadt als auch Kreis müssen einen Weg finden, um schnelle Hilfe zu leisten, ohne lange Wartezeiten, die bei der Bearbeitung von Anträgen anfallen“. Landrätin Nicole Rathgeber habe laut Montag in einem Telefongespräch zugesichert, dass Geflüchtete, die korrekt gemeldet sind, am Donnerstag Bargeld von der Ausländerbehörde in der Bremer Straße in Eschwege erhalten.

Die Spendenbereitschaft der Bürger sei indes nach wie vor hoch. Ebenso gingen Spenden von Vereinen wie dem SV Reichensachsen bei der Hilfsorganisation ein. Des Weiteren übergab Janina Reuß vom Biohof Grimmsteig-Ei bei Hessisch Lichtenau 600 Hühnereier an den Verein. Eine Großspende von 500 Gutscheinen á 20 Euro erhielt die Hilfsinitiative von Edeka Zeuch in Eschwege.

Die Gutscheine werden an die Geflüchteten verteilt, sodass sie in dem Markt Lebensmittel kaufen können. „Pro Person wird je ein Gutschein ausgegeben“, sagt Montag. „Das gilt auch für Kinder. Die Menschen können zu Eschwege hilft kommen, dort kriegen sie dann nach Vorlage ihres Reisepasses oder Ausweises einen Gutschein.“ Björn Zeuch, Filialleiter des Edeka-Markts in Eschwege, erklärte sich spontan bereit, die Gutscheine als Hilfsleistung auszustellen. (Von Marius Gogolla)

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