Alfons Aigner: Diskriminierung hat keinen Platz in der Polizei

256 Anwärter der Polizei legen Diensteid in Eschwege ab

Sprachen über ihre Ausbildung: Polizeikommissar-Anwärter Leon Tiwisina und Polizeimeister-Anwärterin Mara Lehn bei der Vereidigung der neuen Polizeischüler – erstmals auf dem Eschweger Werdchen. 
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Sprachen über ihre Ausbildung: Polizeikommissar-Anwärter Leon Tiwisina und Polizeimeister-Anwärterin Mara Lehn bei der Vereidigung der neuen Polizeischüler – erstmals auf dem Eschweger Werdchen. 

256 junge Männer und Frauen haben am vorigen Freitag in Eschwege ihren Diensteid für die Polizei abgelegt. In seiner Begrüßungsrede sagte Alfon Aigner, Präsident der Bundespolizeiakademie, dass Diskriminierung keinen Platz in der Polizei habe.

Eschwege – „Lockern Sie sich mal etwas, schütteln Sie ihre Hände und treten Sie von einem Fuß auf den anderen“, sagte Alfons Aigner, Präsident der Bundespolizeiakademie, nachdem die 256 Polizeischülerinnen und -schüler auf dem Eschweger Werdchen eine halbe Stunde in Uniform in der prallen Sonne stramm gestanden hatten.

Zum ersten Mal legten die angehenden Beamten und Beamtinnen des Bundespolizeiaus- und fortbildungszentrums in Eschwege auf der Werrainsel ihren Diensteid ab, wo es genug Platz für die rund 1000 Familienmitglieder gab, die der Zeremonie beiwohnten.

Mit „Haut und Haar“ im Dienst des Landes

„Lockerheit passt zur Bundespolizei“, sagte Aigner, der sich sorgte, dass seinen Schützlingen der Kreislauf versagte. Allerdings, zu locker soll es auch nicht zugehen im Dienst als Polizist und Polizistin, machte er klar. Die angehenden Beamten stellten sich in den Dienst des Landes – „mit Haut und Haar“ – und schützten alle Menschen, die darin leben, das habe mit Haltung zu tun.Die Betonung lag auf „alle“ Menschen. Die Polizisten sollten sich niemals bestimmten Menschen gegenüber respektlos verhalten. „Unsere Uninformiertheit zeigt Geschlossenheit, aber sie darf nicht zu einem falschen Chorgeist führen“, sagte Aigner. „Diskriminierung hat keinen Platz in der Polizei.“ Die Polizisten dürften nach den Regeln des Grundgesetzes in die Rechte von Menschen eingreifen, das bedeute Verantwortung, aber sie sollten auch dann eingreifen, wenn sie bemerken, dass Kollegen sich falsch verhielten.

Körperliche Fitness nicht vernachlässigen

Auch unter den Beamten bildete sich die Vielfalt der Gesellschaft ab. „Unter der Uniform stecken Menschen mit all ihren unterschiedlichen Fähigkeiten. Diese Vielfalt ist ein Reichtum, den wir einbringen wollen“, sagte er und ermahnte die Polizeischüler, stets an sich zu arbeiten, auch ihre Fitness nicht zu vernachlässigen. Dass sie diese brauchen werden in einem Dienst, der durchaus gefährlich sein kann, machten die Seelsorger der Bundespolizei, Pfarrer Prof. Dr. Freimut Schirrmacher und Pater Andreas Bröcking deutlich: „Gegebenenfalls müssen Sie auch unter dem Einsatz von Gewalt das Gewaltmonopol des Staates ausüben. Und sie werden dabei Menschen begegnen, denen das Gute entglitten ist und andere, die Probleme mit unseren Wertvorstellungen haben. Und dennoch sollten Sie ihren Dienst zum Schutz des Friedens und der Schwächeren verantwortungsvoll ausüben.“

Eid im Angesicht der Deutschlandfahne

Polizeidirektor Dr. Alexander Hofsommer begrüßte die Anwärter. Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe hieß die Polizeischüler willkommen, Polizeimeister-Anwärterin Mara Lehn und Polizeikommissar-Anwärter Leon Tiwisina sprachen über ihre Ausbildung. Das Bundespolizeiorchester Hannover zeigte seine Klasse mit einer Auswahl hymnischer Musikstücke, beginnend bei Filmmusik (Police Academy), Pop von Andreas Bourani und Udo Lindenberg bis hin zum Musical (Lord oft he Dance) – ein zusätzlicher Ohrenschmaus. Schließlich legten die 256 Anwärter im Angesicht der Deutschlandfahne ihren Diensteid ab.

Mehr Bilder unter werra-rundschau.de

Von Kristin Weber

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