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2574 Menschen im Werra-Meißner-Kreis sind arbeitslos

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Von: Theresa Lippe

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Arbeitslosenzahlen Witzenhausen, Hann. Münden, Eschwege Dezember 2022
So sehen die Arbeitslosenquoten in Witzenhausen, Hannoversch Münden und Eschwege für den Dezember 2022 aus. © Agentur für Arbeit/nh

Die Arbeitslosenquote im Kreis ist um 0,3 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenquote des Kreises liegt damit bei etwa 5,0 Prozent.

Werra-Meißner – Die Arbeitslosenquote ist im Werra-Meißner-Kreis leicht angestiegen. Das meldet Pressesprecherin Cornelia Harberg von der Agentur für Arbeit in Kassel. So beschert auch dieses Jahr der Dezember eine leichte Flaute und damit mehr Jobsuchende auf dem nordhessischen Arbeitsmarkt.

Insgesamt 2574 Menschen sind im Werra-Meißner-Kreis (Stand Dezember 2022) arbeitslos gemeldet. Das sind 125 Personen mehr als im November (+ 5,1 Prozent) und 128 Jobsuchende mehr als im Dezember 2021 (+ 5,2 Prozent).

Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,0 Prozent. Im Vormonat lag sie bei 4,7 und im Vorjahr ebenfalls bei 4,7 Prozent. Der Bestand offener Stellen ist mit 715 niedriger als im Vormonat (- 149 Stellen oder - 17,2 Prozent) und niedriger als im Vorjahr (- 178 Stellen oder - 19,9 Prozent).

Arbeitslosenquote im Landkreis Kassel niedriger

Zum Vergleich: Im Landkreis Kassel ist die Arbeitslosenquote mit 4,3 Prozent (Vorjahr 3,5 Prozent) niedriger als im Werra-Meißner-Kreis, für die Stadt Kassel meldet die Arbeitsagentur eine Arbeitslosenquote von 7,9 Prozent (Vorjahr 7,2 Prozent).

Die durchschnittliche Arbeitslosenzahl im Agenturbezirk Kassel sank von 16.551 Jobsuchenden in 2021 auf 15.897 in 2022: ein Minus von 4 Prozent.

Auch die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk reduzierte sich im Schnitt von 5,7 auf 5,5 Prozent. Profitieren konnten davon alle Personengruppen außer den 15- bis unter 20-Jährigen (+ 18,1 Prozent) und Ausländern (+ 12,2 Prozent). Für den Anstieg seien mehrere Gründe zu betrachten: „Mehr Arbeitslose in der kalten Jahreszeit sind durchaus üblich und keineswegs überraschend“, bilanziert Agenturchef Detlef Hesse.

Arbeitsmarkt nach wie vor stabil

„Die tiefen Temperaturen, die gerade diesen Dezember deutlich spürbar waren, mindern die Arbeitsaktivitäten im Freien und wirken sich somit auch auf die Arbeitsmarktzahlen aus.“ Nichtsdestotrotz präsentiere sich der heimische Arbeitsmarkt nach wie vor stabil.

„Die Aufnahme zahlreicher ukrainischer Geflüchteter in den vergangenen Monaten lässt die Statistikwerte zum Vorjahr steigen. So sind 47 Prozent oder 2.224 mehr Ausländer als im Dezember 2021 auf Jobsuche und die Arbeitslosigkeit kletterte insgesamt um 13,5 Prozent nach oben“, erläutert Arbeitsmarktexperte Detlef Hesse. Positive Nachricht: Bei den Langzeitarbeitslosen wurde ein Minus von 13,2 Prozent registriert, ist dem Schreiben der Agentur für Arbeit Kassel zu entnehmen.

Werra-Meißner-Kreis belegt Platz 3

Mit diesem Anstieg der Arbeitslosenzahlen belegt der Werra-Meißner-Kreis Platz 3 im Agenturbezirk hinter Kassel (6,3 Prozent) und Göttingen (6,0 Prozent).

In Eschwege lag die Arbeitslosenquote im Dezember 2021 noch bei 4,8 Prozent, im Dezember 2022 ist sie um 0,3 Prozent auf 5,1 Prozent angestiegen. Blickt man auf den Witzenhäuser Raum, ist auch dort ein Anstieg der Arbeitslosenquote von 0,3 Prozent zu verzeichnen: Liegt sie dort aktuell bei 4,8 Prozent, so waren es im Vorjahr 4,5 Prozent.

Den deutlich höchsten Anstieg der Arbeitslosenzahlen gibt es in Kassel Stadt und Kreis. Dort sind 0,8 Prozent mehr Menschen arbeitslos als im Vorjahr – die Quote stieg von 5,6 auf 6,3 Prozent.

Die niedrigste Arbeitslosenquote gibt es im Kreis Hersfeld-Rotenburg mit 3,7 Prozent. Doch auch hier ist ein Anstieg von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu erkennen (3,2 Prozent). Aber auch in Melsungen sind nur 3,9 Prozent der Menschen ohne Arbeit. Hier ist die Arbeitslosenquote jedoch um gleich 0,7 Prozent im Vergleich zu 2021 angestiegen: von 3,2 auf 3,9 Prozent.

Agenturchef rechnet nicht mit starkem Anstieg

„Nach wie vor hoch ist der Fachkräftebedarf der heimischen Wirtschaft über alle Branchen hinweg“, stellt Agenturchef Detlef Hesse fest. Dennoch seien in 2022 im Agenturbezirk Kassel entgegen dem Landestrend zwölf Prozent weniger offene Arbeitsstellen gemeldet worden als im Vorjahr.

Sowohl im Zugang als auch im Bestand registrierter Jobangebote zeige die Statistik ein Minus von rund 20 Prozent gegenüber Dezember 2021, dennoch gebe es aktuell immer noch über 3.700 unbesetzte Arbeitsplätze.

Für 2023 erwartet der Agenturchef: „Mit der drohenden Rezession, der unveränderten Inflation, den hohen Energiepreisen und dem Fachkräftemangel bleibt ein großes Paket an Herausforderungen für die Wirtschaft zu bewältigen. Dennoch ist mit einem eklatanten Anstieg der Arbeitslosigkeit in diesem Jahr aktuell nicht zu rechnen.“

(Theresa Lippe)

Arbeitsmarkt in Zahlen

Deutschland: Dezember 2022: 2,45 Millionen Arbeitslose, plus 20.000 gegenüber November 2022. Quote: 5,4 Prozent gegenüber 5,3 Prozent im November 2022 und gegenüber 5,1 Prozent im Dezember 2021.

Hessen: Dezember 2022: 168.144 Arbeitslose, plus 1.143 gegenüber November 2022. Quoten: 4,9 Prozent unverändert gegenüber November 2022 und gegenüber 4,6 Prozent im Dezember 2021. (wll)

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