„Ihr haltet das Projekt am Leben“

35 ehrenamtliche Fahrer des Bürgermobils Ringgau/Weißenborn feiern zehnjähriges Bestehen

Seit zehn Jahren auf Tour: Die ehrenamtlichen Fahrer und Fahrerinnen des Bürgermobils Ringgau und Weißenborn sowie die Initiatoren des Projektes am Mittwoch im Marktwert in Datterode.
+
Seit zehn Jahren auf Tour: Die ehrenamtlichen Fahrer und Fahrerinnen des Bürgermobils Ringgau und Weißenborn sowie die Initiatoren des Projektes am Mittwoch im Marktwert in Datterode.

An 932 Tagen ist der Bürgerbus in Ringgau und Weißenborn seit seiner Jungfernfahrt im November 2011 unterwegs gewesen. Am Mittwoch feierten 35 ehemalige und aktive ehrenamtliche Bürgerbusfahrer das zehnjährige Jubiläum im Marktwert in Datterode.

Datterode – An 932 Tagen ist der Bürgerbus in Ringgau und Weißenborn seit seiner Jungfernfahrt im November 2011 unterwegs gewesen. Aus dem Hut hat diese beeindruckende Statistik der heute 80-jährige Fritz Adam aus Weißenborn gezogen – ein Mann der ersten Stunde des Projektes Bürgermobil. Er gehörte zu den rund 35 ehrenamtlichen aktiven und ehemaligen Fahrern des Bürgerbusses, der nun seit zehn Jahren zweimal wöchentlich seine Runden durch die beiden Gemeinden dreht.

Geladen waren die Akteure am Mittwochabend zu einer kleinen Jubiläumsfeier im Marktwert in Datterode. „Einige von uns brauchen mit über 80 Jahren inzwischen selber schon Betreuung beim Fahren“, sagte Adam fröhlich, und dass er hoffe, „dass sich auch wieder Jüngere um die Alten kümmern.“

Dass sich das Projekt Bürgermobil etablieren konnte und vor allem in Sachen Mobilität für ältere Menschen auf dem Land ein Fortschritt bedeute, sei vor allem dem großen Engagement der ehrenamtlichen Fahrer zu verdanken, sagte Ringgaus Bürgermeister Mario Hartmann. „Ihr seid diejenigen, die das Projekt am Leben halten.“ Jetzt gehe es darum, einfach „Danke“ zu sagen. Den Prozess, bis das erste Bürgermobil rollte, und die Hürden, die dabei zu nehmen waren, schilderte Rolf Eckhardt von der Stellenwert GmbH am Mittwoch noch einmal. So erinnerte er daran, dass sich gleich zu Anfang 22 Menschen als Fahrer gemeldet hatten, dass am Anfang aber niemand mit dem Bus mitgefahren sei, bis man die Haltestellen änderte. „Aber das Bürgermobil hat sich etabliert. Die Arbeit hat sich gelohnt, es war ein echtes Leuchtturmprojekt“, sagt er. Aus ganz Deutschland, selbst aus Berlin, seien Menschen gekommen, die sehen wollten, wie das funktioniert.

Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer freute sich, dass jetzt nach zehn Jahren nach Karin Bauer-Blumenstiel nicht nur eine zweite Frau den Bürgerbus lenkt, sondern auch Prominenz am Steuer zu finden ist – der Wildecker Herzbube Wolfgang Schwalm, der in Weißenborn sein Zuhause gefunden hat.

Sein Vater, Arno Mäurer, der auch zu den Männern der ersten Stunde bei dem Projekt gehörte, ließ es sich nicht nehmen, die Geschichte des Bürgermobils, angereichert mit reichlich Anekdoten, auf seine ganz spezielle Weise – nämlich in Reimform – vorzutragen.

Und dann war auch genug der Worte gesprochen, denn die Röhrdaer Würstchen, gegrillt von einem Weißenbörner, waren fertig und das Bier wurde auch nicht kälter. (Stefanie Salzmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.