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Flüchtlinge aus der Ukraine: Landkreis erwartet Dienstag erste offizielle Zuweisung

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Von: Tobias Stück

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Das Foto des polnischen Netzwerks Grupa Granica zeigt Geflüchtete in der polnisch-belarussischen Grenzregion.
Das Foto des polnischen Netzwerks Grupa Granica zeigt Geflüchtete in der polnisch-belarussischen Grenzregion. © khn_GrupaGranicaphotos18_15

Im Werra-Meißner-Kreis kommen am Dienstag die ersten dem Landkreis nach dem Königsteiner Schlüssel zugeteilten Flüchtlinge aus der Ukraine an. Das bestätigte der Sprecher des Werra-Meißner-Kreises Jörg Klinge auf Anfrage unserer Zeitung.

Werra-Meißner – 60 Menschen werden aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen in den Werra-Meißner-Kreis vermittelt. Der Landkreis sucht jetzt nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten.

Den Angaben der Kommunen zufolge, die bislang für die Registrierung der Menschen aus der Ukraine zuständig waren, haben sich bis gestern 350 Menschen offiziell bei den Einwohnermeldeämtern angemeldet. Allein in Eschwege wurden in den vergangenen beiden Wochen fast 130 Termine verabredet. „Die Dunkelziffer ist vermutlich höher“, sagt Bürgermeister Alexander Heppe.

60 Flüchtlinge kommen am Dienstag im Kreis an

Bislang sind Menschen aus der Ukraine eingereist, die ein festes Ziel und eine Unterkunft in Deutschland in Aussicht hatten. Mit ihrem Visum dürfen sie 90 Tage bleiben. Jetzt kommen in den Erstaufnahmeeinrichungen der Bundesländer jene an, die auf gut Glück ihr Land verlassen haben. „Um die kümmern wir uns jetzt“, sagt Klinge. Etwa 3000 Geflüchtete werden hessenweit verteilt. 60 – etwa so viel wie in der Flüchtlingskrise 2015/2016 pro Woche – kommen am Dienstag in den Landkreis. Weitere werden folgen. „Wir werden jetzt unsere Kapazitäten wieder hochfahren, Gemeinschaftsunterkünfte besetzen und neue aktiv suchen“, sagt Klinge. Zugute kämen dem Landkreis die Erfahrungen aus der Vergangenheit.

Neun Schüler aus der Ukraine besuchen inzwischen Schulen im Werra-Meißner-Kreis. „Kinder und Jugendliche aus der Ukraine sind, nachdem sie amtlich gemeldet sind, berechtigt, aber nicht verpflichtet hier eine Schule zu besuchen“, sagt Schulamtsleiter Jürgen Krompholz. Die Erfahrung zeige, dass die Familien jetzt erst mal zur Ruhe kommen möchten. Wenn es so weit sei, würden die Ukrainer in sogenannten Intensivklassen unterrichtet. 25 davon gibt es derzeit im Schulamtsbezirk.

So funktioniert der Königsteiner Schlüssel

Im Königsteiner Schlüssel ist eigentlich festgelegt, wie die einzelnen Bundesländer an gemeinsamen Finanzierungen zu beteiligen sind. Der Anteil, den ein Land tragen muss, richtet sich zu zwei Dritteln nach dem Steueraufkommen und zu einem Drittel nach der Bevölkerungszahl. Der Schlüssel wird jährlich neu berechnet und seit 2006 auch auf die Verteilung Asylsuchender angewandt. Hessen nimmt beispielsweise 7,4 Prozent auf, NRW 21,1 Prozent, Bremen 0,95 Prozent.

Von Tobias Stück

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