Werleshausens fleißige Bienen

Über drei Millionen Insekten produzieren pro Jahr 4000 Kilogramm Honig

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Die Dorfimker von Werleshausen: Bruno Inkermann (von links), Johannes Kaltenecker sowie Jennifer und Selmar Sechtling. 

In Werleshausen leben 50 Bienenvölker.  Die Bedeutung der Honigbiene für den Menschen ist groß.

Sie sind die bekanntesten und ältesten Nutzinsekten. Ohne ihre Bestäubungshilfe könnten sich viele Früchte nicht entwickeln. Und ohne sie müssten wir Menschen auch auf den Honig als süßen Brotaufstrich verzichten. Um die Biene geht’s, die der Volksmund auch fleißiges Lieschen nennt. Sobald es warm wird, schwärmen in und um Werleshausen mehr als drei Milionen dieser geflügelten schwarz-gelben Tierchen aus, sammeln Nektar, Honigtau, Pollen und Wasser und produzieren Jahr für Jahr rund 4000 Kilogramm Honig.

In diesem Witzenhäuser Stadtteil und im Umkreis von etwa drei Kilometern stehen nicht weniger als 77 Bienenstöcke mit in der Hochsaison jeweils rund 40 000 Tieren. 27 werden von den Hobbyimker Jennifer (41) und Selmar Sechtling (49), Johannes Kaltenecker (33) und Bruno Inkermann (66) betreut. Die Försterin, der Chef der Jugendburg Ludwigstein, der Schreiner und der Diplom-Ingenieur für subtropische Landwirtschaft, haben sich über ihr gemeinsames Hobby kennengelernt und sind mittlerweile als die „Dorfimker von Werleshausen“ bekannt.

50 Bienenvölker werden von Ivan und Christine Curic aus Witzenhausen in und bei Werleshausen gepflegt – die Berufsimker arbeiten mit bundesweit 1000 Bienenvölkern.

Zum Fliegen ist es den Insekten noch zu kalt: Gut geschützt, wagt Hobbyimker Bruno Inkermann einen Blick in einen seiner vier Bienenstöcke. 

Futterbeschaffung und Nachwuchspflege erledigen bei den Bienen ausschließlich die weiblichen Arbeiterinnen. Einzige Aufgabe der männlichen Drohnen, die mit mehreren Hundert pro Volk deutlich in der Minderzahl sind, ist die Begattung der Königin, die pro Tag bis zu 2000 Eier legt. Den Paarungsakt im Flug bezahlen die Drohnen eines stets anderen Volkes unmittelbar mit ihrem Leben.

Durchschnittlich, wissen unsere Hobbyimker, verbrauche jeder Deutsche pro Jahr ein Kilogramm Honig. Bezogen auf Werleshausen bedeute dies, dass in dieser 400-Seelen-Gemeinde die Bienen jährlich die zehnfache Menge produzierten. Andererseits würden aber 80 Prozent des Honigbedarfs in Deutschland importiert, vornehmlich aus China, Südamerika und der Ukraine, häufig zu einem Preis von unter zwei Euro pro Kilo, während der Durchschnittspreis für in der Region erzeugten Honig bei sieben Euro liege.

Beim Werleshäuser Dorftreff im Bürgerhaus können Interessierte heute ab 18 Uhr mehr über die Bedeutung der Honigbiene für Mensch und Natur erfahren. Neben einem Vortrag mit Diskussion wartet eine Verköstigung mit Bratwurst, Salaten – und Honig. 

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