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Mehr als 400 Gäste lassen Großgemeinde Weißenborn hochleben

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Von: Emily Spanel

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Feierten mit: (von links) Michael Reinz, Wilhelm Gebhard, Reiner Dietrich (Vorsitzender der Gemeindevertretung), Thomas Hoßbach, Thomas Mäurer, Thomas Ihrig, Mario Hartmann, Arno Mäurer und Christian Kehrer. Im Hintergrund: Musiker Jan Finkhäuser.
Feierten mit: (von links) Michael Reinz, Wilhelm Gebhard, Reiner Dietrich (Vorsitzender der Gemeindevertretung), Thomas Hoßbach, Thomas Mäurer, Thomas Ihrig, Mario Hartmann, Arno Mäurer und Christian Kehrer. Im Hintergrund: Musiker Jan Finkhäuser. © privat

Vor 50 Jahren schlossen sich Weißenborn und Rambach zur Großgemeinde Weißenborn zusammen - heute die kleinste Gemeinde Hessens. Das Jubiläum wurde jetzt groß gefeiert.

Weißenborn – Es war eine Liebesheirat, die im Oktober 1971 geschlossen wurde. Bedenken jedenfalls gab es keine, als die Gemeindevertretungen der bis dato selbstverwalteten Kommunen Weißenborn und Rambach einstimmig für ihre Zusammenlegung und damit auch für die Bildung der heutigen Großgemeinde Weißenborn stimmten. Diese „kommunale Ehe“ hat sich mittlerweile nicht nur zu einer überaus angenehmen, sondern vor allem auch sehr erfolgreichen Partnerschaft gemausert.

Nun, zur goldenen Hochzeit (50 Jahre Gemeinde Weißenborn) hatten Gemeinde samt Landfrauen und Dorfjugend geladen – und alle kamen, um mitzufeiern. Schier überwältigend war der Andrang am Sonntag, sagt Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer freudig: „Bereits ab 11 Uhr wurde das heimische AKE durch die fleißige Dorfjugend gezapft und an die insgesamt rund 400 Besucher ausgegeben.“ Zum Mittag hin wurde das Dorfgemeinschaftshaus in allen Räumen und im extra aufgestellten Festzelt immer voller. Mit Irish Folk und Thekenrock begeisterte Jan Finkhäuser als „Gitarren-Jan“ mit seiner unverwechselbaren Stimme alle Generationen.

Die Gäste

Sehr herzlich begrüßte Thomas Mäurer die Abordnung der Partnergemeinde Hesseneck, heute Oberzent, aus dem Odenwald. Gern waren Bürgermeister Christian Kehrer, Ortsbeiratsvorsitzender Rudolf Brandel und Thomas Ihrig als Bürgermeister a. D. nach Weißenborn gekommen. Seit dem Jahr 1987 verbinden die Kommunen feste freundschaftliche Bande; die lebendige Partnerschaft ist aus dem Gemeindeleben kaum wegzudenken. Ehrenbürgermeister Arno Mäurer, die Landtagsabgeordnete der SPD, Karina Fissmann, die Bürgermeister Mario Hartmann (Ringgau), Wilhelm Gebhard (Wanfried), Michael Reinz aus Treffurt sowie Sparkassen-Vorstand Dietmar Janz, die örtlichen Vereine und die kommunalen Gremien aller Fraktionen wurden nicht minder herzlich empfangen.

Die Anekdoten

So vieles ist passiert in den 50 Jahren Großgemeinde Weißenborn: Emotionale Sätze mit persönlicher Färbung also gehörten dazu, als Thomas Mäurer etwa von Tante Hertha, Onkel Rudolf, Hans Morbach und Gisela Schneider berichtete, die er als Verwaltungsmitarbeiter seines Vaters noch persönlich kannte. Auch erzählte er von dem Matrizendrucker, den er selbst mit blauer Tinte und Spiritus als Kopierer verwenden durfte. Und auch, dass es in den Jahren ab dem 6. Januar 1972 bis zum 31. Oktober 2002, als sein Vater Arno Mäurer Bürgermeister war, in der Familie nicht immer einfach war und es ab und an auch mal richtigen Stress gab, weil sein Vater wenig zuhause war und alles an seiner Mutter hängen blieb. Das nutzte Thomas Mäurer, um seiner Ehefrau Nicole für die Unterstützung in der eigenen, mittlerweile elfjährigen Dienstzeit zu danken. Er freue sich, „noch zuhause wohnen zu dürfen“, schloss er mit einem Augenzwinkern.

Das Urgestein

Apropos, Arno Mäurer: Zeitzeuge, über Jahrzehnte Gestalter und aus der Geschichte Weißenborns ganz und gar nicht wegzudenken ist er, der mit erst 32 Jahren zum bis dahin jüngsten Bürgermeister der kleinsten Gemeinde im Kreis Eschwege gewählt worden ist. „Immer wieder habe ich versucht, das sogenannte nationale Denken der Bürger aus den Köpfen zu verdrängen und zum Wohle aller zu handeln“, sagt Arno Mäurer im Rückblick. Unvergessen: „Ich habe fast 20 Jahre die Schul- und Kindergartenkinder aus Rambach mit dem Kleinbus nach Weißenborn transportiert, um die gleichen Voraussetzungen zu schaffen.“ Dabei sei natürlich in der Mittagspause eine Einkehr im Gasthaus Pfister nicht zu umgehen gewesen – Mitarbeiter der Stadtwerke und der Straßenmeisterei boten genügend Unterhaltung.

Das Heute

Auch in unserer Zeit werde viel geschafft und geboten, erklärte Thomas Mäurer. Er dankte sehr herzlich den Landfrauen aus Weißenborn und Rambach, die 25 Kuchen und Torten beschafft und bis auf den letzten Krümel verkauft haben. Auch die Dorfjugend lobte er ausdrücklich für die tatkräftige Unterstützung beim Ausschank, bei den Vorbereitungen und bei der Umsetzung des Gemeindefestes. „Geschaffene und bereitstehende Angebote muss man aber auch annehmen und mitmachen wollen“, mahnte Thomas Mäurer. „Hier müssen wir künftig wieder näher zusammenrücken.“

Ob das früher in der „guten alten Zeit“ alles besser oder doch nur anders gewesen ist? Wer weiß das schon ganz genau. Eines ist sicher: Vor 50 Jahren war eine Aufbruchsstimmung zu spüren, alle wollten etwas bewegen – und haben es geschafft.

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