Mit Holzknüppel bedroht und Brand gelegt

56-Jährige wegen Schlägen und Brandstiftung angeklagt - Schuldfähigkeit muss geklärt werden

Justitia-Figur vor strahlend blauem Himmel
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Eine 56-Jährige soll bei ihrere ehemaligen Lebensgefährtin Feuer gelegt haben. (Symbolbild)

Ohne Urteil endete die Hauptverhandlung wegen Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung gegen eine 56-jährige Frau aus dem Werra-Meißner-Kreis. Der Prozess wird am kommenden Dienstag, 16. März, fortgesetzt.

Eschwege - Der 56-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, am frühen Morgen des 25. September 2019 zunächst die in der Nachbarschaft lebende Klägerin mit einem etwa 40 Zentimeter langen Holzknüppel bedroht, geschlagen und anschließend in deren Haus eingedrungen und im oberen Stockwerk einen Brand verursacht zu haben. Nach eigenen Angaben ist die Angeklagte seit mehreren Jahren alkoholkrank und hatte am Vorabend der mutmaßlichen Tat eine hohe Menge Alkohol in Kombination mit dem Arzneimittel Diazepam konsumiert. Die erkennungsdienstliche Untersuchung der Polizei kurz nach der Tat ergab eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 2,75 Promille.

Angeklagte hat keinerlei Erinnerung

Die Beschuldigte gab an, keinerlei Erinnerungen an den mutmaßliche Tathergang zu haben. Eine im selben Haus lebende Zeugin, mit der die Angeklagte bis vor drei Jahren eine Partnerschaft führte, bestätigte, diese am frühen Morgen betrunken angetroffen zu haben, ehe sie zur Arbeit fuhr.

Die 53 Jahre alte Klägerin sagte aus, die Angeklagte gegen 5 Uhr im Vorgarten angetroffen zu haben, dabei seien die Worte „Na, auch schon wieder besoffen?“, gefallen. Zwischen den beiden Frauen bestand ein monatelang währender Konflikt. Laut Aussage der Angeklagten kam es hierbei häufiger zu verbalen Anfeindungen durch die Klägerin.

Prügelei, dann vermutliche Brandstiftung

„Ich weiß nicht, ob das das Fass zum Überlaufen gebracht hat“, erklärte die Angeklagte. Der Klägerin zufolge kam die Angeklagte mit dem Holzknüppel auf sie zu, nach einem kurzen Handgemenge fuhr sie zur Arbeit. Etwa eine Stunde später wurde sie von einer Nachbarin über den Brand benachrichtigt. Als sie an ihrem Haus ankam, hatte die Feuerwehr das Feuer bereits gelöscht. Am Tatort wurden Streichhölzer gefunden, dieselbe Marke konnte im Haus der Angeklagten sichergestellt werden.

Während der Hauptverhandlung wurden insgesamt sechs Zeugen befragt, ebenfalls wurden zwei Gutachter gehört, welche zur Brandursache sprachen und eine medizinisch-forensische Einschätzung der Angeklagten abgaben.

Schuldfähigkeit muss festgestellt werden

Bei der Urteilssprechung, die für den kommenden Dienstag erwartet wird, wird die Schuldfähigkeit der Angeklagten aufgrund des immensen Alkoholeinflusses vom Schöffengericht geprüft werden. Auch ob künftig eine Gefahr von ihr ausgehe, müsse entschieden werden.

Die Beschuldigte hat in den Monaten seit der mutmaßlichen Tat kurze stationäre und ambulante Behandlungen durchlaufen, habe seitdem nach eigener Aussage keinen Alkohol konsumiert und befindet sich in Festanstellung. Maren Schimkowiak

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