Enduro-Fans retten Fahrer

61-jähriger Enduro-Fahrer verdankt Kristin Philipp und Karsten Böttner sein Leben

Haben als Ersthelfer alles richtig gemacht: (von links) Stefan Linhose, Kristin Philipp und Karsten Böttner.
+
Haben als Ersthelfer alles richtig gemacht: (von links) Stefan Linhose, Kristin Philipp und Karsten Böttner.

Dank der schnellen Hilfe durch zwei Fans eines Enduro-Rennens ist ein 61-jähriger Fahrer, der bei dem Lauf verunglückte noch am Leben.

Sontra – Der Lauf zur Internationalen Deutschen Enduro-Meisterschaft, den der MSC Waldkappel-Breitau im August bereits zum 21. Mal ausgetragen hat, ist zwar Geschichte, aber eine dramatische Hilfsaktion, die einem 61-jährigen Fahrer aus Thüringen (Name ist der Redaktion bekannt) das Leben gerettet hat, wird noch lange in Erinnerung bleiben. Dank des schnellen und beherzten Eingreifens von Kristin Philipp und Karsten Böttner konnte der Mann, dem es glücklicherweise drei Wochen nach dem Rennen wieder gut geht, stabilisiert werden.

„Wir konnten uns leider nicht früher bedanken, wir haben erst vor ein paar Tagen erfahren, wer diese großartige Erste Hilfe geleistet hat“, sagt der MSC-Vorsitzende Peter Überschär, der überglücklich ist, dass er Kristin und Karsten ausfindig gemacht hat, die ihren Platz am Unfallort hatten. „Meine Kinder haben schon die ganze Woche gebettelt, dass wir zum Enduro fahren. Und für diesen Platz hat sich auch mein Ehemann Mario entschieden, weil es sich um ein spektakuläres Steilstück handelt“, erklärt Kristin Philipp. Ähnlich argumentierte Karsten Böttner, der sogar einige imposante Videos gedreht hat.

„Das Filmen ist mir freilich schnell vergangen, als ich den Streckenmarschall Stefan Linhose gesehen und gehört habe, der zusammen mit Mario Philipp den Notruf absetzte“, erinnert sich der Mann aus Sontra. Linhose beschreibt die Situation: „Der Fahrer ist urplötzlich und stumpf umgefallen. Ich habe an seinen Helm geklopft, aber Reaktionen sind ausgeblieben. Als ich sah, dass Hilfe nahte, wie ich jetzt weiß in den Personen Kristin und Karsten, habe ich die Gefahr an weitere Streckenposten signalisiert und die nachfolgenden Sportler umgeleitet, damit nicht auch noch Unfälle passieren“, berichtet Linhose. „Kristin hat lautstark nach mir gerufen, Karsten, die Zunge muss raus. Und bevor wir ihn in die stabile Seitenlage versetzten, haben wir zunächst seine Beine nach oben gestreckt“, erzählt Böttner und Kristin ergänzt: „Es ist uns schwergefallen, ihn von der Rennkleidung zu befreien, Jacke, Trikot und Brustpanzer mussten weg, damit ich mit der Herzdruckmassage beginnen konnte.“ Auch Karsten habe reagiert und fing mit der Mund-zu-Mund-Beatmung an. Von allen Seiten sind Zuschauerrufe auf uns eingeprasselt, Nervosität war spürbar, eine unhaltbare Situation, aber wir haben nicht locker gelassen“, sagt die Medizinische Fachangestellte. „Ich habe mich an die Worte eines Rettungssanitäters erinnert, dass nach zwei Minuten der Druck nicht mehr so intensiv ist und war froh, dass Thorsten Blind mich abgelöst hat“, sagt die 36-Jährige. „30-mal pumpen, zweimal beatmen, wir haben das zehn Minuten durchgezogen“, berichtet Böttner. Alle hätten die Rettungsärztin Dr. Zemper aus Berlin förmlich herbeigesehnt. „Als sie ihre Vorbereitungen für Defi und Elektroschock traf, musste ich noch einmal beim Drücken aushelfen, dann hat sie ihn ins Leben zurückgeholt und gesagt, dass der Fahrer einen Herzinfarkt hat“, erzählt Böttner.

Kristin Philipp hat den Fahrer der Super-Senior-Klasse während des zweiwöchigen Aufenthaltes im Eschweger Klinikum besucht: „Er brachte unter Tränen seine Dankbarkeit zum Ausdruck, war supernett, glücklich über den positiven Ausgang und wusste auch, dass er diese Herzattacke nicht überlebt hätte, wenn sie in einem Waldstück passiert wäre.“ (Harald Triller)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.