Kennenlernen beim Theaterspielen

69 Jahre gemeinsam: Hilde und Heinz Schröder feiern heute Eiserne Hochzeit

Hilde Schröder mit Ehemann Heinz Schröder anlässlich seines 90. Geburtstags im ehemaligen „Schröders Gasthaus“.
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Hilde Schröder mit Ehemann Heinz Schröder anlässlich seines 90. Geburtstags im ehemaligen „Schröders Gasthaus“.

Im Februar 1952 begann die gemeinsame Geschichte von Hilde und Heinz Schröder aus Frankenhain. Heute feiern sie Eiserne Hochzeit.

Berkatal - 1952 lernten sich Hilde Becker und Heinz Schröder in ihrem gemeinsamen Heimatort beim Theaterspielen kennen, für das sie durch die umliegenden Orte reisten. Am 27. Mai 1956 heiratete das Paar, Tochter und Sohn machten die Familie komplett, zu der vier Enkelkinder hinzukamen und die bald das dritte Urenkelkind ergänzen wird.

„Der Zusammenhalt ist da“, weiß der Sohn der beiden. Ihre Tochter ergänzt, dass sich die heute 87-Jährige und der 92-Jährige immer aufeinander verlassen konnten. Eine wichtige Rolle spielte das täglich, da sich beide um die eigene Landwirtschaft kümmerten, zusammen in Feld, Flur und Stall arbeiteten.

Für Kohlen über den Meißner nach Rommerode

Hilde Schröder war auch bei Eis und Schnee mit Trecker und Anhänger unterwegs, um über den Meißner nach Rommerode zu gelangen und dort Kohlen zu holen, fuhr zudem bei der Heu- und Strohernte. „Ich als Wiebesmensche mutte doas mache“, ist bis heute ein Satz, mit dem die 87-Jährige, die nach wie vor täglich kocht, ihren steten Einsatz kommentiert.

Besucht hatte sie als Jugendliche die sogenannte „Winterschule“, in der sie Haushalts- und Säuglingspflege erlernte, während Heinz Schröder bereits in seiner Kindheit und Jugend in der Nebenerwerbslandwirtschaft seiner Eltern half, ab der Hochzeit in der Haupterwerbslandwirtschaft und im Winter als Hausschlachter tätig war.

Doch auch neben der gemeinsamen Arbeit waren Hilde und Heinz Schröder zusammen unterwegs, feierten gern und nahmen an Spinnstuben teil. Der 92-Jährige stammt gebürtig aus „Schröders Gasthaus“, das ab den 1840er-Jahren in Familienbesitz war, später einen anderen Namen trug und für das Paar bisher Ort ihrer Ehejubiläen und anderer Familienfeiern war. Das ist in diesem Jahr aufgrund der Pandemie nicht möglich.

Die 87-Jährige gilt als „Dorfchronistin“ Frankenhains

Da im Gasthaus viele Vereinstreffen stattfanden, wurde Heinz Schröder früh ins Vereinsleben eingebunden, zählt zu den Gründungsmitgliedern des MGV Liederkranz 1949. Dem örtlichen Turnverein gehören beide an, Hilde Schröder engagierte sich bei den Landfrauen und beide sind bis heute passive Mitglieder in fast allen Vereinen des Dorfes.

Als „Dorfchronistin“ ist die 87-Jährige im Ort bekannt, da sie sämtliche Geburtstage der Einwohner Frankenhains kennt, sich dabei nicht nur das Datum, sondern auch den Wochentag merken kann. Mit einer privaten Wandergruppe, die sich selbst als „Humpelverein“ bezeichnete, wanderte das Paar lange Zeit in der Region und traf sich noch bis zum Beginn der Pandemie regelmäßig mit den anderen Mitgliedern.

Die Natur spielte nicht nur beim Wandern und in der Landwirtschaft eine große Rolle im gemeinsamen Alltag: Viel Freude hat das Paar an seinem Garten, wobei Hilde Schröder besonders die Blumen sehr gern hat. Heute zählen für sie Kreuzworträtsel zu den täglichen Hobbys und ihr Ehemann raucht bis heute ab und zu sein „Zigarettchen“.

Dafür dass beide nach wie vor relativ gesund und recht eigenständig sind, ist die Familie dankbar und die Tochter des Paares weiß: „Unsere Eltern waren immer zufrieden.“ (esr)

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