Verein für regenerative und soziale Landwirtschaft

72 000 Euro für Agroforst: Crowdfunding-Projekt erfolgreich

Christoph Meixner und Julius Nennewitz (von links) beim Pflanzen eines Baumes.
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Begeistert über die Resonanz auf ihre Crowdfunding-Kampagne: Christoph Meixner und Julius Nennewitz (von links) beim Pflanzen eines Baumes.

Witzenhausen/Niederdünzebach – Fast 72 000 Euro hat der Verein für regenerative und soziale Landwirtschaft innerhalb von sechs Wochen für ein Agroforstprojekt eingesammelt – 10 000 Euro mehr als anvisiert.

„Das war kein Selbstläufer, sondern harte Arbeit“, betont Sprecher Christoph Meixner aus Witzenhausen. Gemeinsam mit Julius Nennewitz vom Niederdünzebacher Biolandbetrieb Werragut will er ein Modellprojekt für zukunftsfähige Landwirtschaft umsetzen. Es soll die Freilandhaltung von Hühnern mit Obst- und Nussanbau verbinden. „Wir können die benötigten zwölf Hektar Hangfläche zur Verfügung stellen, aber nicht das finanzielle Risiko tragen“, stellt Landwirt Nennewitz klar. „Da es auf kurze Sicht keine Aussicht auf staatliche Förderung gibt, haben wir uns zu einer Crowdfunding-Kampagne entschlossen“, sagt Meixner, der vor gut zwei Jahren mit anderen die Witzenhäuser Agroforst-Firma Triebwerk gegründet hat.

„Viele Menschen wollen neue Wege in der Landwirtschaft finanziell unterstützen“, weiß Meixner von anderen Triebwerk-Projekten. Er und Nennewitz gründeten zur Umsetzung ihres Vorhabens den Verein.

Die Sparkasse Werra-Meißner, mit der Triebwerk bereits zuvor in Verbindung stand, stellte bei einem guten Anlaufen der Kampagne 10 000 Euro in Aussicht. „Das hat uns eine Woche vor Weihnachten noch einmal einen kräftigen Schub gegeben“, freut sich Meixner. Im Vorfeld ließ der Verein ein 4000 Euro teures Erklär-Video für das Crowdfunding-Portal erstellen. Ein Instagram-Kanal wurde eingerichtet, den es alle zwei Tage mit neuen Beiträgen zu bestücken galt. Dort erklärten unter anderem Experten wie Professorin Miriam Athmann und Dr. Rüdiger Graß von der Universität Kassel den 500 Followern, warum sie das Vorhaben unterstützen. Rund 15 Internetaktivisten, etwa Marie Diederich vom Kasseler Wurzelwerk-Blog, berichteten in ihren Foren über die Kampagne. Unterstützer hängten an 30 Orten in der Republik Plakate auf.

419 Unterstützer

„Gut angekommen sind unsere Baumpatenschaften sowie unser Exklusiv-Angebot, auf dem Gelände zwischen Hühnermobilen und Obstbäumen zu zelten“, berichtet Meixner. Die EAM und die Wanfrieder Maria-Katzer-Stiftung gewährten Geld. „Wir hätten noch mehr Mittel einwerben können, wenn das Bezahlen auf dem Crowdfunding-Portal einfacher gewesen wäre“, ist sich Meixner sicher.

Derzeit erstellt der Verein die Spendenquittungen für die 419 Unterstützer. Geschenke werden verschickt. Zeitgleich erhält das Areal einen Wildzaun. Die Fläche wird vermessen. Jeder Baum und Strauch soll über GPS zu finden sein. Zwischen März und Mai findet dann die erste Pflanzaktion statt, der eine zweite im Herbst folgt. Beim Regionalförderprogramm Leader sind Mittel zur Finanzierung einer Stelle für die Umsetzung des Vorhabens beantragt. (Michael Caspar)

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