Drei scheiden nach der Wahl aus

Mehr als 90 Jahre Ehrenamt verlassen jetzt den Ortsbeirat von Breitzbach

Auch der Spielplatz stand auf der Liste des Ortsbeirates: Ortsvorsteher Gerhard Hoffmann (links) und sein Stellvertreter Lothar Weisshaar.
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Auch der Spielplatz stand auf der Liste des Ortsbeirates: Ortsvorsteher Gerhard Hoffmann (links) und sein Stellvertreter Lothar Weisshaar. Krankheitsbedingt fehlt der Dritte im Bunde, Rolf Landefeld.

Nach der Kommunalwahl ist für drei Urgesteine des Ortsbeirats in Breitzbach Schluss. Ortsvorsteher Gerhard Hoffmann, sein Stellvertreter Lothar Weisshaar und Rolf Landefeld scheiden aus.

Breitzbach – In 20 Jahren als Ortsvorsteher in Breitzbach hat Gerhard Hoffmann fast täglich eine Runde durch den Herleshäuser Ortsteil gedreht und sich mit den Leuten unterhalten. „Das Ehrenamt kann man nur aus Überzeugung und Freude machen, sonst ist man fehl am Platz“, ist der 71-Jährige überzeugt.

In all den Jahren habe er sich immer auf seine Mitstreiter verlassen können. Es habe nur wenige Wechsel gegeben. Lothar Weisshaar (59) als Stellvertreter und Rolf Landefeld (72) hatten zum festen Kern gehört. Weisshaar setzte sich mit einer kleinen Pause 25 Jahre im Ortsbeirat für die Belange der Breitzbacher ein und Landefeld sogar 40 Jahre. Ende April werden die drei Männer und Helmut Hardt, der in der vergangenen Amtsperiode den Ortsbeirat verstärkte, Platz für ihre jüngeren Nachfolger machen. Sodass sie mit 90 Jahren Ehrenamt in den Ruhestand gehen. Nur Leonard Dunkelberg wird bleiben.

Blicken Hoffmann und Weisshaar zurück, sind sie sich einig: „Es geht um viele Kleinigkeiten.“ Zudem seien sie Bindeglied zwischen Ortsteil und Gemeinde. So auch im Schneechaos im Februar, als sich die Breitzbacher mit ihren Fragen an Hoffmann gewandt haben. „Ich habe dann in der Gemeindeverwaltung angerufen und nachgefragt.“ In all den Jahren sei dadurch auch ein gutes Verhältnis zur Verwaltung und zum Bauhof entstanden.

Doch wer für was zuständig ist und an wen sich ein Ortsvorsteher wenden kann, das habe der inzwischen 71-jährige Hoffmann auch erst mal lernen müssen. „Vor zwanzig Jahren wurde ich ins kalte Wasser geschubst“, erinnert sich der gebürtige Unhauser. Geholfen habe ihm damals auch die Gemeinde.

Inzwischen sind er und seine Mitstreiter alte Hasen. Besonders hervorzuheben sei hier Rolf Landefeld, finden die beiden Männer: „Er ist krankheitsbedingt verhindert und wir wünschen ihm gute Besserung.“ Sie können auf Projekte wie die Renovierung des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses und des Dorfgemeinschaftshauses zurückblicken, aber auch auf die Pflege des Breitzbacher Friedhofs. Die nun in die Hände der Gemeindeverwaltung übergeben wird.

Der Ortsteil gehört zu den kleinsten in der Gemeinde. „Wir hatten aber einige Neuzugänge durch Geburten und sind jetzt 110 Einwohner“, berichten die beiden Männer stolz. Lässt man die Coronapandemie außen vor, dann ist auch viel los im Ort.

Die Breitzbacher feiern gerne und packen dafür auch an. Das gilt für die Landfrauen, aber auch für den Fußballklub, den größten Verein im Ort, erklärt dessen Vorsitzender Lothar Weisshaar. An Himmelfahrt werden in regulären Jahren die Konfirmanden vorgestellt und mit Spießbraten versorgt, erzählt Hoffmann. „Über das komplette Pfingstwochenende ist auch immer was los.“ Da richte nämlich der Fußballklub sein Pfingstturnier aus, ergänzt Weisshaar. Warum sich der 59-Jährige, der überdies lange Wehrführer war, neben dem Vereinsvorsitz auch noch im Ortsbeirat engagiert? „Als Vorsitzender kann man viele Ideen haben, im Ortsbeirat lassen die sich aber besser umsetzen.“

So friedlich das Leben und Miteinander in Breitzbach sei, immer Einigkeit herrsche aber auch nicht, berichtet Hoffmann. So seien die Bewohner zum Beispiel in Sachen A 44 zweigeteilt. Die Autobahn werde nach Fertigstellung nämlich etwa einen Kilometer Luftlinie am Ort vorbeiführen. (Hanna Maiterth)

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