Heimathistoriker feiert 95. Geburtstag

Datterode: 95 und voller Tatendrang - Historiker Karl Beck feiert heute Geburtstag

Noch viele Ideen im Kopf: Der vor 33 Jahren erblindete Karl Beck hat für die Zeit nach seinem Geburtstag schon viele Pläne geschmiedet.
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Noch viele Ideen im Kopf: Der vor 33 Jahren erblindete Karl Beck hat für die Zeit nach seinem Geburtstag schon viele Pläne geschmiedet.

Am heutigen Sonntag feiert der Datteröder Heimathistoriker Karl Beck seinen 95. Geburtstag. Wir stellen das Geburtstagskind vor.

Datterode – „Du bist ein Phänomen, du kannst die Erde drehen, du hast ein Herz aus Gold, das für andere brennt.“ So lautet der Refrain eines großen Hits von Helene Fischer. Nun kann der Datteröder Heimathistoriker Karl Beck mit Sicherheit die Erde nicht drehen, aber das Sonntagskind hat auf ihr viel bewegt, viel geleistet, hat in der Tat ein Herz aus Gold, das für viele Mitmenschen brennt. Am Sonntag feiert er seinen 95. Geburtstag.

An seiner Lebenseinstellung änderte auch sein persönlicher Schicksalsschlag nichts. Ein unverschuldeter Autounfall kostete ihm am 7. Mai 1987 sein Augenlicht. Karl Beck ist Mutmacher geblieben, hat das Leben am Schopfe gepackt. „Nie den Mut verloren“ ist bei ihm leicht zu übersetzen.

Er hat zu jeder Zeit sein Gehirn intensiv geschult, viele Ereignisse gedanklich aufgearbeitet. In den vergangenen 33 Jahren hat er seine Datenbank im Kopf auch im Dunkeln immer auf Betriebstemperatur gehalten. Verzagen kennt er nicht: „Wenn ich nicht hören könnte, wäre das für mich viel schlimmer.“

Drei Bücher im Eigenverlag veröffentlicht

Die Nachwelt kann von dem örtlichen Heimathistoriker profitieren, denn er hat bereits drei Bücher im Eigenverlag herausgegeben, dabei alle Texte aus dem Kopf direkt ins Diktiergerät gesprochen, ehe seine Werke mit vielen geschichtlichen Hintergründen ab in den Druck gegangen sind.

In „Aus der Geschichte meines Heimatdorfes“ erzählt er von Menschen, an deren Leben er selbst in vielfältiger Weise teilgenommen hat. Der Gedichtband „Tageszeiten, Jahreszeiten, Lebenszeiten“ beinhaltet gereimte Geschichten aus dem aktuellen Zeitgeschehen, oft auch mahnend spiegelt er die Erfahrungen seines langen, und wie er selbst sagt, „erfüllten Lebens wider“. In seinem dritten Buch „Verloren gegangenes traurig und heiter erzählt“, hat der Tischlermeister schier unglaubliche Begebenheiten festgehalten.

Dazu kommen unzählige historische Kurzgeschichten, sei es über Barbarossa oder gar die Bürgermeister von Datterode und Ringgau sowie jede Menge Gedichte, die auch bereits in der WR zu lesen waren. Apropos WR: Die lässt sich Karl Beck jeden Vormittag von der ersten Seite oben links bis zur letzten Seite unten rechts vorlesen, um über die Welt bis hin zum Kreis informiert zu sein.

Karl Beck arbeitet an einer Geschichte zum Dritten Reich

„Früher hat das meine Mutter Elisabeth getan, seit ihrem Tod ist mein pensionierter Bruder Heiko täglich ab neun Uhr gefordert“, erzählt Tochter Claudia Rümmler. Auch aktuell arbeitet Karl Beck wieder an einer Geschichte, er möchte die Historie aus der Zeit des Dritten Reiches in Datterode den Einwohnern vermitteln.

Wegen der Corona-Pandemie werden sich die Gratulationen selbst von den Familien der drei Kinder mit den sechs Enkeln und vier Urenkeln schwierig gestalten. Gleiches gilt für die gemeindlichen Gremien und die örtlichen Vereine.

Neben dem Einsatz für die Dorfgemeinschaft gehört Karl Beck seit 1945 der Feuerwehr an, gründete 1946 mit Heinrich Neusüß den TSV Datterode, wo das Ehrenmitglied (seit 1966) die Sparte Handball aus der Taufe hob und auch als Abteilungsleiter führte.

61 Jahre gehört er aktiv dem Männergesangverein an. Nicht nur seine Verdienste um die Heimatkunde haben einen Großteil der Freizeit von Karl Beck in Anspruch genommen. Der heutige Ehrenvorsitzende war 1959 auch Gründungsmitglied des Heimatvereins Datterode. (ht)

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