Fertigstellung bis 2027

A44 zwischen Sontra und Wommen: 155 Millionen Euro werden in vier Jahren verbaut

Autobahnanschluss bei Wommen
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Autobahnanschluss bei Wommen

Spätestens 2027 soll die A 44 durchgehend von Herleshausen bis Waldkappel führen. Wir stellen den fünften Bauabschnitt der A 44 im Südringgau vor.

Herleshausen - Der Projektleiter der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges), Dr. Stefan Franz, drückte es so aus: „2027 sind wir mit unseren Sachen hoffentlich durch.“ In Herleshausen stellte er bei einer Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle den letzten Abschnitt vor. Diese führt auf neun Kilometern von der Anschlussstelle Sontra-Ost bis zum Kreuzungsbauwerk bei Wommen, wo die neue Autobahn auf die A 4 einmündet.

Dr. Stefan Franz, Projektleiter Deges

Die Bauwerke der A44 bei Herleshausen

155 Millionen Euro und vier Jahre Bauzeit sind dafür vorgesehen. Einige Bauwerke, wie die Talbrücke Blankenbach, Riedmühle und Langer Grund stehen schon. Und da trotz einiger zu überwindender Höhenmeter eine möglichst ebene Fahrbahn entstehen soll, wird der Untergrund an manchen Stellen abgetragen und dieses Material an anderen Stellen wieder aufgetragen, um Senken zu füllen.

„Dammlage“ und „Einschüttungslage“ nennt der Fachmann das, erklärte er. Diese würden sich auf diesem Streckenabschnitt immer abwechseln. Vorhandene Brücken sollen, wenn möglich, ins Konzept eingebunden werden. Es gibt aber auch ganz neue Übergänge, auf denen zum Beispiel das Wild sicher über die Autobahn geleitet wird oder Untertunnelungen, die für den Durchflug von Fledermäusen geeignet sind. Bei Wommen entsteht ein Rampenbauwerk zum Abbiegen auf die A 4.

Die Zukunft der B 400

Da die Baustelle des fünften Streckenabschnitts entlang der B 400 liegt, soll die Bundesstraße ein Stück nach Norden verschoben und so die Baustelle umfahren werden. „Der Verkehr kann die meiste Zeit laufen, während gebaut wird“, sagte Franz. Anschließend soll die B 400 zur Kreisstraße heruntergestuft werden. Der Projektleiter bat eindringlich darum, die Baustellen nicht auf eigene Faust zu besuchen und erklärte dies mit Gefahren durch den laufenden Baubetrieb.

A44 bei Herleshausen: Bürger sorgen sich um Lärmschutz

Anschließend konnten die Bürger Fragen stellen. Sorgen bereitet den Anwohnern etwa, dass die Anschlussstelle Wommen geschlossen werden soll, weil sie befürchten, dass dadurch der Verkehr in Herleshausen zunehmen wird.

Mehrere Dutzend interessierte Bürger kamen am Mittwochabend in die Mehrzweckhalle von Herleshausen. Im Anschluss konnten sie ihre Fragen zum Thema A 44 stellen. 

Dieser Diskussion wollte sich Franz aber nicht stellen, da die Schließung nicht Teil seines Projekts sei, sondern im Zusammenhang mit dem Bau der A 4 beschlossen worden sei. Anderslautenden Informationen der Bürger aus einem Brief des Verkehrsministeriums von 2016 versprach Franz jedoch nachzugehen.

Angesprochen auf die Versiegelung von Flächen gab der Projektleiter an, dass die Versiegelung durch Ausgleichsmaßnahmen im Umfeld der Autobahn sogar um 70 Prozent überkompensiert werde. Moderne Wildschutzzäune seien außerdem auf der gesamten Länge vorgesehen.

Kummertelefon für Bürger

Kontakt: Ein „Kummertelefon“ für Fragen ist unter der Nummer 0151/ 504 48 00 00 zu erreichen.

Ein weiterer Punkt, den die Anwohner kritisch sahen, ist der Lärmschutz. Dazu sagte Franz, dass auf dem Rampenbauwerk bei Wommen Lärmschutzwände vorgesehen seien. Für Unhausen und Nesselröden seien allerdings keine Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen, hier liege die Autobahn weit vom Ort entfernt, erklärte er. Auf der B 400 würde sich der Lärm reduzieren, da diese zur Kreisstraße heruntergestuft werde. 2025 soll dieser Abschnitt fertiggestellt sein. (Kristin Weber)

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