Abi mit Maske oder Test

Heute beginnen die Abschlussprüfungen im Landkreis

Motivation für die Prüfungen: Dieses und weitere Plakate haben Eltern, Geschwister und Freunde von Abiturienten in Bad Sooden-Allendorf schon in der Nähe der Aule der Rhenanus-Schule angebracht.
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Motivation für die Prüfungen: Dieses und weitere Plakate haben Eltern, Geschwister und Freunde von Abiturienten in Bad Sooden-Allendorf schon in der Nähe der Aule der Rhenanus-Schule angebracht.

Heute beginnen die schriftlichen Abiturprüfungen in Hessen, das zweite Mal nun unter Corona-Auflagen. Wir haben bei den Schulen im Kreis nachgefragt, wie die Prüfungen ablaufen werden und wie sie die Bedingungen einschätzen.

In Hessisch Lichtenau sind es 30 Schüler, die ihr Abitur an der Freiherr-vom-Stein-Schule ablegen wollen. Die Prüfungen beginnen heute im Fach Chemie und enden am 4. Mai mit Mathematik, wie Schulleiter Björn Faupel mitteilt.

Die Schüler schreiben ihr Abitur in großen Räumen mit viel Abstand, wobei nicht mehr als 16 Prüflinge pro Raum vorgesehen sind, wie Faupel erklärt. „Generell besteht Maskenpflicht, es sei denn, die Schüler lassen sich am Prüfungstag vor der Prüfung an der Schule testen“, sagt Faupel. Bei einem negativen Ergebnis könnten sie dann am Prüfungsplatz die Maske abziehen.

Da die Abschlussklassen Präsenzunterricht in der Schule hatten, dort meist in Kleingruppen in unterschiedlichen Räumen, schätzt Faupel die Prüfungsbedingungen als gut ein. Die Schüler hätten keinerlei Nachteile, da durch Videokonferenzen die Unterrichtsinhalte noch vertieft werden konnten. So seien die Prüflinge sehr gut vorbereitet worden.

Auch an den Beruflichen Schulen in Witzenhausen dürfen die Schüler während ihrer Prüfung die Maske abnehmen, wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen können. Ohne Test dürfen die Schüler auch teilnehmen, da immer der Mindestabstand eingehalten werden soll, müssen ihre Maske aber während der gesamten Prüfung tragen. „Wir sind bereits erprobt“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Begga Breiding. Bereits im vergangenen Jahr seien die Prüfungen ähnlich abgelaufen, nur die Maskenpflicht sei neu und die Möglichkeit, sich vorher testen zu lassen.

Beim Staatlichen Schulamt in Bebra ist man sicher, dass die Schulen gute Vorkehrungen getroffen haben, um alle Regeln einzuhalten, sagt der stellvertretende Leiter und zuständige Dezernent Jürgen Krompholz. Die Lehrkräfte hätten es verstanden, die Schüler in der schwierigen Zeit zu stabilisieren.

202 Abiturienten im Kreis

Im Kreis nehmen 202 Schüler an den Abiturprüfungen teil. Davon besuchen 24 Schüler die Adam-von-Trott-Schule in Sontra, 28 das Oberstufengymnasium in Eschwege und 45 die Beruflichen Schulen in Eschwege. An den Beruflichen Schulen in Witzenhausen nehmen 48 Abiturienten an den Prüfungen teil, an der Freiherr-vom-Stein-Schule in Hessisch Lichtenau 30 und an der Rhenanusschule in Bad Sooden-Allendorf 27. Hessenweit sind es 23 500 Abiturienten an 269 Schulen. 

Abiprüfung unter strengen Auflagen

48 Schüler legen in den kommenden Tagen ihre Abiturprüfungen an den Beruflichen Schulen (BS) in Witzenhausen ab. Später als in den vergangenen Jahren, als die Prüfungen üblicherweise vor den Osterferien stattfanden. „Pandemiebedingt wurden die Prüfungen in diesem Jahr verschoben, um den Schülern die Chance zu geben, mögliche Lerndefizite aufzuholen“, erklärt Begga Breiding, die stellvertretende Schulleiterin.

Auch wenn die Abschlussklassen durchgängig im Präsenzunterricht beschult wurden, sei auch für sie die Situation nicht einfach gewesen.

Die Prüfungen selbst seien gut organisiert, denn das Prozedere ist nicht neu: Bereits im vergangenen Jahr mussten die Prüfungen unter ähnlich strengen Auflagen stattfinden. Außerdem sind die Abiturprüfungen an den Beruflichen Schulen nicht die Einzigen. Bereits seit Februar finden Abschlusstests in verschiedener Schulformen und Bereichen statt, alle unter den gleichen Bedingungen.

„Wir haben im naturwissenschaftlichen Neubau Copernicum Räume freigemacht, die mit einem Frischluftsystem ausgestattet sind, dort finden die Prüfungen statt“, erklärt Begga Breiding. Bis zu den Sommerferien werden an den Beruflichen Schulen Prüfungen stattfinden, in allen Schulformen sowohl in Voll- als auch in Teilzeit.

In der Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf werden die Abiturprüfungen diesmal in der Aula, dem größten Raum der Schule geschrieben, berichtet Silke Barcenas, die Leiterin der Gymnasialen Oberstufe. Dort kann am besten ein genügend großer Abstand gewährleistet werden.

In diesem Jahr stellen sich hier 27 Abiturienten den Abschlussprüfungen. „Bisher hat niemand aufgrund der momentan vorherrschenden Bedingungen auf eine Teilnahme verzichtet“, sagt Barcenas. Die Schüler hätten sich „gut an die besondere Situation angepasst“. Verunsicherungen und Rückfragen wegen den Prüfungsbedingungen hätten in den vergangenen Tagen geklärt werden können, weil auch klare Anweisungen vom Kultusministerium vorgelegen haben.

Zur positiven Unterstützung der Schüler, denen natürlich auch in Bad Sooden-Allendorf ein Selbsttest angeboten wird, um nicht während der gesamten Prüfung einen Mund-Nasen-Schutz tragen zu müssen, verlängerte man die Zeit für die schriftlichen Arbeiten um eine halbe Stunde im Leistungskurs und um 25 Minuten im Grundkurs. Außerdem gibt es in diesem Jahr jeweils einen Vorschlag mehr, so dass eine größere Auswahl besteht, sagt Silke Barcenas. Schulleitung und Lehrkräfte sind ihren Worten zufolge sicher, „dass unsere Schüler gut auf die Prüfungen vorbereitet sind, da wir frühzeitig intensive, flächendeckende und konstruktive Kooperationsformen wie Korrespondenz und Videounterricht für die Unterrichtsgestaltung gefunden haben“.

Zudem mögen Spruchbänder von Eltern, Geschwistern und Freunden im Bereich der Schule die Prüflinge motivieren. Am Dienstagvormittag hingen in Bad Sooden-Allendorf schon vier Plakate mit guten Wünschen in der Nähe der Aula aus.  

So funktioniert der Selbsttest in den Schulen

Der Ablauf der Selbsttests ist kinderleicht, sagt Gunnar Michel, Abteilungsleiter der Breitenausbildung und Schulkoordinator beim DRK-Kreisverband Eschwege. In beiden Nasenlöchern werde mit einem Wattestäbchen eine Probe entnommen. Dafür müsse das Stäbchen nicht weiter als zwei bis drei Zentimeter eingeführt werden. Unsicherer als der Test im hinteren Nasenrachen sei das nicht. „Viren nisten sich nach einem bestimmten Muster im Körper ein“, erklärt Michel.

Im hinteren Nasenbereich sammeln sich mehr an, deshalb werde die Probe in den Testcentern im Nasenrachen genommen. Doch für den Selbsttest sei der vordere Bereich besser geeignet. „Die Virenlast ist zwar geringer, dafür werden aber aus beiden Nasenlöchern Abstriche entnommen und das genügt“, versichert der DRK-Mann.

Bei einer Demonstration kürzlich habe er beispielsweise einem Erstklässler gezeigt, wie er den Selbsttest vornimmt. Es habe gekitzelt, aber unangenehm sei es für ihn nicht gewesen. „Wenn ein Siebenjähriger den Test problemlos machen kann, dann sollte das für ältere Schüler kein Problem sein.“

(hbk/sff/elu/sis/mai)

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