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Absage für Eschwege und Mühlhausen als Zukunftszentrum „Deutsche Einheit“

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Von: Tobias Stück

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Waren im Sommer noch zuversichtlich: Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe (links) und Mühlhausens Oberbürgermeister Dr. Johannes Bruns hatten sich persönlich für das Zukunftszentrum engagiert.
Waren im Sommer noch zuversichtlich: Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe (links) und Mühlhausens Oberbürgermeister Dr. Johannes Bruns hatten sich persönlich für das Zukunftszentrum engagiert. © Tobias Stück

Bewerbung von Eschwege und Mühlhausen als Zukunftszentrum „Deutsche Einheit“ war nicht erfolgreich. Die Bürgermeister der beiden Städte sind enttäuscht.

Eschwege/Mühlhausen – Das Zukunftszentrum „Deutsche Einheit“ wird nicht in Mühlhausen und Eschwege errichtet. Eine entsprechende Absage des Ostbeauftragten der Bundesregierung, Carsten Schneider, ging jetzt bei der Stadt Mühlhausen und deren Oberbürgermeister Dr. Johannes Bruns ein. Wer den Zuschlag bekommen hat, steht indes noch nicht fest. Bis Anfang 2023 soll eine Entscheidung fallen.

Dieses Zukunftszentrum, so wurde es im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung verankert, sollte die Defizite der Deutschen Einheit aufarbeiten. Eine Arbeitsgruppe im Innenministerium hatte schnell feste Vorstellungen, wie dieses Gebilde, das auch die europäische Transformation bereichern soll, auszusehen hat.

Das Zentrum solle „in einer ostdeutschen Stadt mit universitärer Anbindung entstehen, bis zu 200 Millionen Euro kosten und möglichst in sechs Jahren seine Arbeit aufnehmen“, der Standort werde in einem Wettbewerb ermittelt und müsse nicht zentral gelegen, aber für internationale Gäste gut erreichbar sein, hieß es bei der Vorstellung des Berichts.

Großstädte galten schnell als Favoriten

Jena, Halle, Leipzig und Frankfurt (Oder) galten schnell als Favoriten. Abhängig ist die Ortswahl aber auch davon, wo ein markantes Gebäude oder bebaubares Grundstück zur Verfügung gestellt werden kann, dass später bis zu 200 Mitarbeitende fasst.

Die beiden Kleinstädte hatten sich trotz des engen Korsetts der Ausschreibung Hoffnung auf einen Zuschlag gemacht. „Unsere Defizite haben wir in der Bewerbung ausdrücklich benannt und Lösungen dafür angeboten“, sagt Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe. Mühlhausen und Eschwege bilden eine Brücke zwischen West- und Ostdeutschland sowie darüber hinaus zwischen West- und Osteuropa. Als ländlich gelegene Klein- und Mittelstädte bilden sie die Lebenswirklichkeit von rund zwei Dritteln der deutschen und europäischen Bevölkerung ab. Mehr als zwei Jahre haben die beiden Stadtverwaltungen die umfangreiche Bewerbung vorbereitet und dabei eng zusammengearbeitet. Heppe ist enttäuscht, bereits nach der ersten Runde nicht mehr berücksichtigt zu werden. „Unsere aufwendige Bewerbung war dem Innenministerium sieben Sätze der Absage wert.“

Mühlhausen als Hauptbewerber sei zu klein als Zukunftszentrum, so wie es der Jury vorschwebt. Eine Universität würde fehlen. Sie machte unter anderem die schlechte Erreichbarkeit als Malus aus. Unter anderem wurde bemängelt, dass ein ICE-Bahnhof fehle.

Kleiner Städte im ländlichen Raum haben es schwer

„Leider mussten wir feststellen, dass wir es als kleinere Stadt im ländlichen Raum schwer haben, die Kriterien zu erfüllen“, sagt Mühlhausens Bürgermeister Bruns. Insgesamt hatten sieben Städte ihre Bewerbung für das Zukunftszentrum abgegeben. Neben Mühlhausen/Eschwege hatten auch Leipzig und Plauen eine gemeinsame Bewerbung eingereicht. Dazu kamen noch Frankfurt/Oder, Halle sowie Eisenach, Jena und Sonneberg in Thüringen. (Tobias Stück)

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