Eschweger Ortsverbandes im Deutschen Amateur-Radio-Club

Abstand kein Problem: Amateurfunker sind trotz Pandemie weltweit in Kontakt

Mit einem modernen Kurzwellenfunkgerät stößt man von zu Hause aus in alle Erdteile vor. 
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Mit einem modernen Kurzwellenfunkgerät stößt man von zu Hause aus in alle Erdteile vor. 

Kontaktbeschränkungen und nächtliche Ausgangssperren sind für Funkamateure keine Belastung. Kontakt in alle Welt pflegen sie rund um die Uhr von zu Hause aus.

Eschwege – „Ob Afrikaner, Asiaten, Nord- und Südamerikaner oder Eskimos, wir sind eine harmonische, über die Welt verteilte Familie, die sich im Einklang mit moderner, teilweise auch selbst gebauter Funk- und Antennentechnik, austauscht“, sagt Hartmut Vogt, Sprecher des Eschweger Ortsverbandes im Deutschen Amateur-Radio-Club.

Per Funk Kontakt in jedes Land der Welt - bis auf Nordkorea

Nicht wenige der Eschweger Vereinsmitglieder wie Reinhard Wirkner (DK9ZC) aus Grebendorf oder Dr. Edgar Bollensen (DL8AU) aus Eschwege waren per Funk schon in jedem Land der Erde – bis auf Nordkorea. „In die entlegensten Winkel der Erde ohne Internet vorzudringen, das ist es, was die Faszination für Funkamateure ausmacht“, sagt Vogt. Über Kurzwelle oder den eigenen geostationären Satelliten der Funkamateure mit jemanden im südlichen Zipfel Argentiniens, in Feuerland oder einer kleinen Pazifikinsel zu kommunizieren, sei die Würze des Funkens. Es gibt aber auch Wettbewerbe, in denen es darum geht, wer innerhalb kürzester Zeit die meisten Länder erreicht.

Klimawandel für Amateurfunker

Hartmut Vogt Funkamateur (DK2OU)

Die Reichweiten auf Kurzwelle sind abhängig vom Wetter. Gemeint sei nicht das allgemein bekannte Wetter, bestehend aus Sonne, Regen, Wind, Wolken und Temperaturen, erläutert Vogt. Es existiert daneben ein völlig anders geartetes Wetter, das wir im normalen Leben nicht bemerken. Es ist das Funkwetter. Es wird beeinflusst von der Aktivität der Sonne. Diese bestimmt durch die Intensität der Einstrahlung in die obersten Atmosphärenschichten das Geschehen. „Diese Schichten in 200 bis 600 Kilometer Höhe werden durch die Einstrahlung elektrisch leitend, bzw. reflektierend für Kurzwellen. Man spricht von Ionisierung der Atmosphärenschichten“, sagt Vogt. Eine wichtige Rolle spiele der etwa elfjährige Sonnenfleckenzyklus, aber auch plötzlich auftauchende Eruptionen auf der Sonne. Diese beeinflussen die Ausbreitungsbedingungen auch spontan. „Funkamateure erleben sozusagen, spätestens alle elf Jahre einen krassen Klimawandel, der die Ausbreitungsbedingungen der Kurzwelle stark verändert.“

Eigener Satellit bringt viele Vorteile

Seit vergangenem Jahr benutzt die Weltgemeinschaft der Funkamateure einen eigenen geostationären Satelliten, der in 36 000 Kilometern Höhe über Afrika positioniert ist. Die Reichweite dieses Satelliten deckt das Gebiet von Indien bis Brasilien und der Arktis bis Antarktis ab. Die hier benutzen Frequenzen im Gigahertz-Bereich haben die Eigenschaft, die Ionosphäre zu durchdringen, ohne zurückreflektiert zu werden. So ist man durch den Satelliten, der die halbe Erde sieht und dieses Gebiet versorgt, vom Funkwetter unabhängig.

Amateurfunk: Geheimnis und Abenteuer

Dem Funken haftet nicht selten auch etwas Geheimnisvolles und eine Prise Abenteuer an. Dazu mag auch die Morsetelegrafie beitragen, für Laien unverständlich, von einigen Funkamateuren noch erlernt und gepflegt. Diese gilt im Übrigen mittlerweile als immaterielles Weltkulturerbe. Öffentlich in Erinnerung haften dabei die Notrufmorsezeichen der Titanic. Das Erlernen der Morsezeichen für das Geben und Hören wird heute bei der Prüfung der Bundesnetzagentur indes für eine Lizenz nicht mehr gefordert. Weitere Informationen: ov-f28.de oder darc.de

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