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AdBlue-Engpass? Firmen im Werra-Meißner-Kreis rüsten auf

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AdBlue: Der Harnstoff-Zusatz zur Abgasreinigung ist deutlich teurer geworden. © Swen Pförtner/dpa

Werra-Meißner – Unternehmen im Werra-Meißner-Kreis sind von Lieferproblemen und gestiegenen Preise des Produkts AdBlue betroffen. Der Stoff zur Abgasreinigung von Dieselfahrzeugen wird für Firmen knapp, aber auch private Käufer sind nach Recherchen unserer Zeitung betroffen.

Vor extremen Engpässen fürchten sich viele Unternehmen, weshalb viele, wie das in Witzenhausen ansässige Omnibusunternehmen Brundig, ihr Lager vergrößert haben. Neben dem 6000 Liter großen AdBlue-Tank, haben sie ihr Lager um zwei 1000 Liter Intermediate Bulk Container (IBC-Fässer) erweitert. Glücklicherweise haben sie laut Geschäftsführerin Natascha Brundig schon frühzeitig die IBC-Fässer gekauft, weil diese aktuell bei ihrem Lieferanten nicht mehr zu bekommen seien. Früher habe man AdBlue kurz vor dem Verbrauch der Lagerbestände bestellt, jetzt müsse man frühzeitig ordern, um genügend Reserven bei einem theoretisch Produktionsstopp Produktionsstop zu haben. Nicht nur die Lieferprobleme, auch die stark gestiegenen Preise machen dem Unternehmen zu schaffen. So sei der Einkaufspreis im Vergleich zu Januar 2021 um das Neunfache gestiegen.

Die gestiegenen Preise kriegt das Omnibusunternehmen von seinen Vertragspartnern zurückerstattet, die Differenz zwischen den vor der Energiekrise festgelegten Vergütungssätzen und den aktuellen Preisen kriegt der Betrieb erst ein Jahr später zurück. Das belaste das Unternehmen laut Natascha Brundig stark: „Keiner konnte diese stark gestiegenen Preise vorhersehen, das belastet die Liquidität sehr.“

Das Speditionsunternehmen Vogelei aus Eschwege hat auch seine Lagerkapazitäten verdoppelt. Laut Geschäftsführer Tobias Vogelei, sei das AdBlue ein kleiner Bestandteil der insgesamt steigenden Kosten. Viel mehr leiden die Unternehmen an den gestiegenen Dieselpreisen. Das bestätigt auch, Natascha Brundig, 600 000 Liter Diesel und „nur“ rund 24 000 Liter AdBlue benötige das Unternehmen im Jahr. Recycling- und Transportunternehmer, Stephan Heil, aus Witzenhausen betont, dass die Verfügbarkeit am wichtigsten sei: „Natürlich belasten uns die gestiegenen Preise, aber ohne AdBlue funktioniert das Geschäft nicht mehr.“

Die Nachfrage ist laut Florian Apel, Geschäftsführer von Autoteile Apel in Witzenhausen nach Bekanntwerden der Lieferprobleme auch bei den Privatkunden gestiegen. Höchstens zwei AdBlue-Kanister überlasse man an Privatkunden.

Von Hendric Woltmann

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