Kosten durch Pandemie

Adressangaben waren korrekt: Kreis konnte bisher alle Kontaktpersonen finden

ILLUSTRATION - 24.07.2020, Schleswig-Holstein, Nortorf: Ein Zettel für die Gäste-Regstrierung liegt in einem Restaurant auf einem Tisch. Die große Mehrheit der Kunden füllt diese Registrierung als Corona-Vorsorge wahrheitsgemäß aus. Allerdings gibt es immer wieder auch falsche Angaben. (zu dpa "Garg mahnt Ehrlichkeit bei Gästelisten in Restaurants an") Foto: Carsten Rehder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Foto: Carsten Rehder
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Beim Besuch im Restaurant müssen Gäste ihre Kontaktdaten angeben. Im Werra-Meißner-Kreis gab es bisher keine Probleme, Kontaktpersonen zu finden.

Werra-Meißner – Trotz geringer Fallzahlen hat die im Mai für die Suche nach Kontaktpersonen von Corona-Infizierten eingestellte Mitarbeiterin des Gesundheitsamts einiges zu tun.

Der „Containment-Scout“ sei „ausreichend beschäftigt mit Reiserückkehrern“, der Vertrag sei verlängert worden und laufe nun bis Mai 2021, sagt Kreissprecher Jörg Klinge.

Seit Beginn der Pandemie habe das Amt erst ein Mal auf die Gastronomie-Kontaktbögen zurückgreifen müssen. „In dem bisherigen Fall waren die Daten korrekt“, sagt Klinge. Generell hätten sie bisher alle Kontaktpersonen ausfindig machen können. „In der Regel sind die Menschen kooperativ und mit der Betreuung zufrieden.“ Auch bei der gewissenhaften Führung der Kontrollbögen, deren Überprüfung beim jeweiligen Ordnungsamt liege und bei Nicht-Einhaltung mit Strafen zwischen 200 und 1000 Euro belegt werden könne, habe es noch keine Beanstandung gegeben.

Durch die Pandemie sind dem Kreis bisher 525 000 Euro zusätzliche Kosten entstanden (Stand: 31. August). „Im Wesentlichen handelt es sich hier um Aufwendungen für Schutzausrüstung in Höhe von 273 000 Euro, für den Objektschutz in Höhe von 133 000 Euro und für Reinigung und Desinfektion in Höhe von 39 000 Euro“, sagt Klinge. Die Ausgaben unter der Rubrik Objektschutz seien durch die Sicherung eingelagerter Materialien und im Zuge des Corona-Ausbruchs im Juni in einer Eschweger Flüchtlingsunterkunft entstanden, als mehrere infizierte Bewohner samt Kontaktpersonen im Haus der Jugend in Reichenbach untergebracht wurden und auch ein Sicherheitsdienst engagiert wurde. Für das gesamte Haushaltsjahr rechnet der Kreis aktuell mit Mehrkosten in Höhe von einer Million Euro. Dieser Betrag wurde auch in den Entwurf des Nachtragshaushaltes 2020 aufgenommen, der dem Kreistag vor wenigen Tagen vorgelegt wurde (wir berichteten).

Neben diesen direkten Mehraufwendungen gebe es auch an anderen Stellen Veränderungen durch die Corona-Pandemie. „So verzeichnen wir beim Gesundheitsamt und der Straßenverkehrsbehörde geringere Gebühreneinnahmen von rund 170 000 Euro“, sagt Klinge. Allerdings würden die Aufwendungen in einzelnen Bereichen auch sinken, wie bei der Übernahme der Beiträge für die Kindertagesstätten, wo der Kreis 150 000 Euro eingespart habe. Durch Veranstaltungsabsagen seien einkalkulierte Kosten in Höhe von 75 000 Euro nicht benötigt worden.  

Negativtest verhindert nicht die Quarantäne

Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden insgesamt 1100 Menschen im Kreis unter Quarantäne gestellt, deren Nichteinhaltung laut Jörg Klinge, Pressesprecher des Werra-Meißner-Kreises, 25 000 Euro Strafe kosten kann. Die Quarantänezeit liege je nach Infektionsverlauf und der damit einhergehenden Inkubationszeit zwischen 10 und 14 Tagen und könne auch durch einen negativen Corona-Test nicht umgangen oder verkürzt werden. (Gudrun Skupio)

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