19 Flüchtende kümmerten sich nicht um Verletzte

Unfallstatistik Werra-Meißner: Ältere sind oft an Unfällen beteiligt

Ein Polizeiwagen mit Blaulicht. Auf dem Dach steht UNFALL in rot.
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Die jungen Fahrer – vornehmlich von Autos – waren 2020 deutlich seltener an einem Verkehrsunfall im Werra-Meißner-Kreis beteiligt (364) als noch 2019 (450). 

Die jungen Fahrer – vornehmlich von Autos – waren 2020 deutlich seltener an einem Verkehrsunfall im Werra-Meißner-Kreis beteiligt (364) als noch 2019 (450).

Werra-Meißner - Die Abnahme von 19 Prozent stellt die Polizeidirektion in ihrem Bericht 2020 als „sehr erfreulich“ heraus. Weniger erfreulich sei aber, dass die Zahl der jungen Fahrer, die bei einem Unfall verletzt wurden, nahezu gleich geblieben ist.

Anders sieht der Trend bei den Verkehrsteilnehmern in der Altersgruppe 65 bis 74 Jahre aus: Trotz fallender Gesamtunfallzahl waren sie häufiger beteiligt als 2019, konkret an 272 Unfällen (+ 6).

Hingegen veränderten sich die Zahlen bei den 75 und älteren Teilnehmer am Straßenverkehr nur minimal: Die Senioren waren an 225 Unfällen beteiligt (3 weniger als 2019), doch wurden dabei acht mehr verletzt als im Jahr zuvor. 17 der insgesamt 30 Verletzten waren mit einem Auto, 5 mit einem Fahrrad, 2 mit einem motorisierten Zweirad und 6 als Fußgänger unterwegs.

Die Verkehrsunfallstatistik in der Übersicht.

Alkohol am Steuer

Bei 28 Unfällen stellten die Beamten bei der Aufnahme fest, dass mindestens ein Beteiligter unter Alkoholeinfluss stand. Damit sank die Anzahl der alkoholbedingten Verkehrsunfälle um 13 auf 28. 2017 waren noch 50 Fälle registriert worden. Außerdem stellte die Polizei voriges Jahr 3 Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss fest.

Auch Autofahrer, die mit Alkohol am Steuer unterwegs waren, ohne in einen Unfall verwickelt gewesen zu sein, wurden von der Polizei im vorigen Jahr wieder erwischt. Bei Verkehrskontrollen zogen die Beamten 57 alkoholisierte und 28 unter Drogeneinfluss stehende Wagenlenker aus dem fließenden Verkehr, so viele wie 2018. Für 2019 weist die Statistik sogar 76 alkoholisierte und 36 unter Drogeneinfluss stehende Autofahrer aus.

Flucht nach Rempler

Bei einem bedeutenden Anteil der Verkehrsunfälle, bei denen die Polizei eingeschaltet wurde, flüchtete auch im vorigen Jahr ein Beteiligter, mutmaßlich hauptsächlich der Verursacher. Der Anteil sank von 23,5 auf 22,1 Prozent. Auch die Zahl der Unfallfluchten nahm ab, um 93 auf 474. Bei 19 Fällen waren Menschen verletzt worden.

In 206 Fällen (gleich 43,5 Prozent) wurde der Flüchtende ermittelt. Anders formuliert, so Polizeihauptkommissar Frank Grubbe vom Regionalen Verkehrsdienst der Polizeidirektion Werra-Meißner, „konnte fast jede zweite Verkehrsunfallflucht geklärt werden“.

Einmal mehr waren es auch im vorigen Jahr die sogenannten Parkplatzrempler, die das Gros der Verkehrsunfallfluchten mit Sachschaden laut Statistik der Polizei Werra-Meißner ausmachen. Obwohl dieser in den meisten Fällen nur gering war, so Grubbe, seien hier nach wie vor immer weniger Verursacher bereit, ihren Verpflichtungen gegenüber dem Geschädigten nachzukommen. (sff)

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