Gesundheit

Ärzte im Kreis sehen keinen Missbrauch beim Angebot Krankmeldung per Telefon

Illustration zu Krankmeldung per Telefon
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Krankschreibungen kommen zurzeit per Post zu den Patienten - wenn gewünscht.

Für eine Krankschreibung müssen Patienten seit Oktober des vergangenen Jahres nicht mehr persönlich bei ihrem Arzt vorstellig werden – zumindest nicht für die erste. Ein Anruf genügt.

Werra-Meißner – Jetzt hat der gemeinsame Bundesausschuss aus Krankenkassen und Ärzten beschlossen, die Möglichkeit sich telefonisch krankschreiben zu lassen, vorerst bis zum 30. September zu verlängern. Das Bundesgesundheitsministerium hat es gebilligt. Eine weitere Verlängerung ist möglich.

„Grundsätzlich war und ist das natürlich eine sinnvolle Art, um in Pandemiezeiten Kontakte zu vermeiden“, sagt Karl Roth, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen. Auch volle Wartezimmer könne man so vermeiden.

Aus diesem Grund wurde die Möglichkeit erstmals bereits im Frühjahr des vergangenen Jahres eingeführt. Die Regelung endete am 31. Mai 2020 und wurde am 19. Oktober wegen der steigenden Infektionszahlen bundesweit erneut beschlossen. Eine telefonische Krankmeldung gilt zunächst für eine Woche. Danach kann sie telefonisch um eine weitere Woche verlängert werden. Spätestens nach 14 Tagen aber muss ein Patient selbst beim Arzt vorstellig werden. Auch zu seiner eigenen Sicherheit.

Die Zahl der Atteste, die seit Oktober ausgestellt wurden, sei trotzdem nicht gestiegen, sagt Dr. Klaudia Ress, Hausärztin in Hessisch Lichtenau und Sprecherin des Ärztebündnisses Werra-Meißner. Zumindest in ihrer Praxis nicht. Im Gegenteil: „Bei uns haben sich weniger Menschen krankschreiben lassen, weil einfach weniger krank waren“, sagt sie. „Die Menschen hatten weniger Kontakte, viele haben im Homeoffice gearbeitet und alle haben sich gut geschützt.“

Eine Einladung für sogenannte „Blaumacher“ sei die Möglichkeit der Krankmeldung, die nur einen Anruf entfernt ist, nicht. Denn im Zweifel gebe es ja auch noch die Videosprechstunde, in der Kontakt zum Patienten aufgenommen und das persönliche Gespräch gesucht werden könne, sagt die Ärztin. Sie könne zwar nicht ausschließen, dass es Menschen gebe, die krank machen würden, doch die hätten auch keine Hemmungen in die Praxis zu kommen, um sich ihren „Gelben Schein“ abzuholen.

Am häufigsten hätten sich Patienten am Telefon wegen Fieber oder Magen-Darm-Beschwerden krankschreiben lassen. So habe man die Ansteckungsgefahr gering halten können. (Wiebke Huck)

Die Krankschreibung per Telefon

Lassen sich Patienten telefonisch krank schreiben, erhalten sie von den meisten Ärzten ihre Krankmeldung per Post, um die persönlichen Kontakte so gering wie möglich zu halten. Statt die Versichertenkarte vorzulegen, kann dem Arzt am Telefon die Versichertennummer und der Namen der Krankenkasse durchgegeben werden. Die Hausärzte dürfen ihre Patienten per Telefon maximal zwei Wochen krankschreiben. Die Art der Krankheit spielt dabei keine Rolle. hbk

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