„Wir sollten demokratisch offen bleiben“

Aktionsbündnis „Bunt statt Braun“ im Werra-Meißner-Kreis sucht nach eigener Arbeitsdefinition Antisemitismus

Das Plakat des Bündnisses Bunt statt Braun bei einer Demo in der Eschweger Innenstadt
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Aktionsbündnis Bunt statt Braun sucht nach eigener Definition Antisemitismus.

Eschwege – Im künftigen Umgang mit dem Thema Antisemitismusprävention will das Aktionsbündnis „Bunt statt Braun“ im Werra-Meißner-Kreis eine eigene sogenannte Arbeitsdefinition Antisemitismus finden.

Eschwege - Eine siebenköpfige Arbeitsgruppe, die sich auf Beschluss der Vollversammlung von Bunt statt Braun (BSB) im Sommer gegründet und Ende September zu einem ersten Treffen zusammengekommen ist, soll sich mit dem Thema auseinandersetzen und eine für das Bündnis umsetzbare Leitlinie erarbeiten.

Kernpunkte sind dabei die IHRA-Definition – eine Definition von Antisemitismus der 1998 in Stockholm gegründeten International Holocaust Remembrance Alliance (Internationale Allianz zum Holocaustgedenken), die mittlerweile von 51 Staaten weltweit unterzeichnet und anerkannt worden ist. Parallel gibt es die 2021 vorgelegte „Jerusalemer Erklärung“, die von 200 Holocaustforschern, Wissenschaftlern und Publizisten entwickelt wurde und die die IHRA-Erklärung nach deren Vorstellungen ersetzen soll. Dabei geht es unter anderem um die Einordnung israelischer Politik.

Arbeitskreis soll nicht weiter geöffnet werden

Strittig war in der Vollversammlung von BSB am Dienstag im Eschweger E-Werk, ob sich die Arbeitsgruppe zur Findung der Arbeitsdefinition Antisemitismus angesichts des komplexen Themas personell weiter öffnen soll. Das wurde letztendlich abgelehnt. Dafür soll der Arbeitskreis die Vollversammlung aber regelmäßig über die diskutierten Inhalte und deren Stand informieren. Eine Unterstützerin appellierte an die Vollversammlung: „Wir sollten demokratisch und offen bleiben. Wir sind keine Organisation, die an feste Schemata gebunden ist.“

Hakenkreuzschmiereien: Bündnis will Schulen unterstützen

Nach den zahlreichen Hakenkreuzschmierereien an verschiedenen Schulen und anderen öffentlichen Plätzen in Eschwege hat BSB unter anderem der Anne-Frank-Schule Unterstützung bei der Prävention angeboten. Das teilte Andreas Heine am Dienstag mit. Dazu habe BSB auch ein Treffen der drei Eschweger Schulen (Anne-Frank-Schule, Brüder-Grimm-Schule und Friedrich-Wilhelm-Schule), die den Titel Schule mit Courage tragen, vorgeschlagen.

Bunt statt Braun jetzt mit eigener Geschäftsordnung

Des Weiteren hat das Bündnis Bunt statt Braun, das kein rechtsfähiger Verein ist, am Dienstag eine Geschäftsordnung beschlossen. Demnach können Unterstützer von BSB auf Beschluss des Koordinierungskreises mit einer Zweidrittel-Mehrheit ausgeschlossen werden, die Vollversammlung muss dem ebenfalls mit einer Zweidrittelmehrheit zustimmen. Die Ausschlussgründe müssen schriftlich mitgeteilt werden, der Betroffene darf schriftlich darauf erwidern.  salz

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