Kostenloses Internet für Bürger

Als erste Stadt im Werra-Meißner-Kreis: Eschwege bekommt öffentliches WLAN

Eschwege. Es ist eine Premiere im Werra-Meißner-Kreis: In Eschwege wird ein Netz mit öffentlichem Internet aufgebaut, das die Bürger kostenlos nutzen können.

Zunächst an drei Punkten in der Kreisstadt werden Passanten auf WLAN zugreifen können: auf dem Marktplatz, am Obermarkt und am Stadtbahnhof. Bleibt von dem bereitgestellten Startkapital Geld übrig, wird auch der Hospitalplatz bei der Touristinformation ausgerüstet. Der Bau- und Umweltausschuss des Eschweger Parlaments hat am Dienstagabend mit der Mittelfreigabe das Vorhaben beschlossen.

Knapp 22 000 Euro wird der Aufbau voraussichtlich kosten, die jährlichen Betriebskosten werden mit knapp 2000 Euro beziffert. Für den Stad als weiteren stark frequentierten Straßenzug strebt die Stadt eine separate Lösung an. Unternehmen sollen von ihren Betriebsstätten aus WLAN für Passanten zur Verfügung stellen.

Wirtschaftsförderer Wolfgang Conrad hatte den Ausschuss zuvor ausführlich über die Möglichkeiten eines öffentlichen WLAN-Netzes informiert. Drei Anbieter seien angefragt worden, nur einer könne das Anforderungsprofil der Kreisstadt erfüllen. Das Unternehmen trete als Dienstleister auf, liefere Hard- und Software, betreibe die Hotspots, die das Internetsignal aussenden, und übernehme auch die mögliche Haftungsverantwortung. Die Stadt ist lediglich Auftraggeber.

Das öffentliche WLAN-Netz erlaubt Passanten den Zugriff auf das Internet, ohne das eigene Datenvolumen beim Mobilfunkanbieter zu belasten. Das bereitgestellte Volumen und die Anzahl der möglichen Nutzer richten sich nach der jeweiligen Frequentierung. Für den Marktplatz gab Conrad den Bedarf mit 250 Nutzern an. Bei erhöhtem Bedarf, etwa bei Veranstaltungen, könne die Kapazität individuell vergrößert werden. Einen Teil der Kosten will die Stadt mit Werbung refinanzieren. Entsprechende Partner würden noch gesucht. (hs/fst)

Hintergrund: Internet an wichtigen Plätzen

Öffentlicher Internetzugriff war bis zur Gesetzesänderung problematisch, weil die Haftung bei Missbrauch beim Anschlussinhaber lag. Das ist jetzt anderes. Wer Internet öffentlich macht, muss nicht länger für die Nutzer haften. In Witzenhausen haben bereits 2015 zwei Unternehmer versucht, einen für Nutzer kostenlosen WLAN-Zugang in der Innenstadt aufzubauen. Der sollte über heimische Firmen finanziert werden, die auf der Startseite Werbung schalten sollten. Langfristig umgesetzt wurde das Projekt indes nicht. Daher kann man in der Kirschenstadt aktuell nur über das Freifunk-Netz kostenlos surfen – jedoch nur an vereinzelten Stellen in der Stadt. (hs/fst)

Zum Tage von Harald Sagawe: Jederzeit Zugriff

"Der jederzeit mögliche Zugriff auf das Internet wird inzwischen schon gleich gesetzt mit der ständigen Verfügbarkeit von elektrischem Strom und sauberem Wasser. Das ist die Zeit. Eine Stadt wie Eschwege, die sich vorgenommen hat, eine moderne Kreisstadt zu sein, familienfreundlich und am Einzelhandelskunden orientiert, tut gut daran, diesen Service zur Verfügung zu stellen. Die schnelle Suche nach dem Weg, ein Blick in die Angebote der Läden, die Suche nach der Telefonnummer eines Restaurants – ohne die Verfügbarkeit des weltweiten Netzes ist der moderne Zeitgenosse aufgeschmissen. Und wer auf die Idee kommt, dass doch inzwischen (fast) jeder ein Mobiltelefon mit Internetzugriff und Datenflatrate sein Eigentum nennt und somit gar nicht auf ein öffentliches Netzt angewiesen ist, muss sich eines Besseren belehren lassen: Die Mobiltelefon-Flatrate ist eine Mogelpackung; das Datenvolumen ist – zumindest bei ausreichender Geschwindigkeit – nicht unendlich sondern begrenzt und schnell verbraucht." (hsa)

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