Alte Schule mit neuem Leben füllen

Weißenbörner eröffnen ihre Begegnungsstätte in alter Graburgschule

Begegnungsstätte in Weißenborn ist offiziell eröffnet: Zum Fest waren viele Gäste und Interessierte da, ließen sich eine Bratwurst schmecken, kamen ins Gespräch und erfreuten sich an der Gemeinschaft.
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Begegnungsstätte in Weißenborn ist offiziell eröffnet: Zum Fest waren viele Gäste und Interessierte da, ließen sich eine Bratwurst schmecken, kamen ins Gespräch und erfreuten sich an der Gemeinschaft.

Begegnungsstätte in Weißenborn ist offiziell eröffnet: Zum Fest waren viele Gäste und Interessierte da, ließen sich eine Bratwurst schmecken und erfreuten sich an der Gemeinschaft.

Weißenborn – Dort, wo einst Kinder unterrichtet wurden, sogar schon alteingesessene Weißenbörner und Rambacher die Schulbank drückten, ist nun ein Ort der Begegnung entstanden: Ihre neue Begegnungsstätte haben die Bürger in Hessens kleinster Gemeinde Weißenborn kürzlich zusammen mit mehr als 150 geladenen Gästen und Interessierten eingeweiht – darunter Vertreter aus der Politik und Baufirmen, Vereinsvertreter, die Gemeindevertreter und die der Evangelischen Familienbildungsstätte.

Fertiggestellt war der Umbau zur Begegnungsstätte bereits im Jahr 2019, durch die Pandemie wurden die Feierlichkeiten aber verschoben.

Umso größer war die Freude, dass dem geschichtsträchtigen Gebäude der alten Graburgschule nun neues Leben eingehaucht werden konnte. 370 000 Euro waren die Gesamtkosten des Projektes, davon wurden 270 000 Euro über das Dorferneuerungsprogramm getragen. Mit Miriam Hofmann war auch eine gebürtige Weißenbörnerin vom Planungsbüro Luther mit der Bauleitung betraut, die mit den über 20 beteiligten Firmen zusammenarbeitete.

2014 fiel die Entscheidung, die Schule zu schließen

„Die Schließung der eigenen Schule war damals für uns alle eine hochemotionale Angelegenheit. Für mich war es bis heute die schwierigste Entscheidung während meiner ganzen Dienstzeit“, sagt Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer, der mit vielen anderen Weißenbörnern und Rambachern einst die Grundschule besuchte.

2014 haben die Gemeindevertreter nach langem Ringen die schwierige Entscheidung getroffen, die Schule endgültig zu schließen. Danach lag das zweigeschossige Gebäude brach; als die Gastronomie schloss und das Dorfgemeinschaftshaus dadurch wegfiel, kam 2017 im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms dann die Idee einer Begegnungsstätte. Nun erhält die ehemalige Schule eine neue Aufgabe zugunsten der ganzen Dorfgemeinschaft und für alle Generationen.

In der Begegnungsstätte können neben Festen auch Sitzungen und Veranstaltungen der Gemeinde und Vereine stattfinden. Viele haben sich in den Räumen bereits eingefunden, der Heimatverein hat darüber hinaus für die Bestuhlung sowie digitale Technik im Veranstaltungsraum gesorgt.

Erinnern an die Bedeutung der Graburgschule

Im Obergeschoss befindet sich neben Vereinsräumen, Archiv und Büro zudem eine Fünf-Zimmer-Wohnung, die man zum Beispiel als Ferienwohnung anbieten könnte, schlägt Mäurer vor. Das Büro der Kümmerin Helena Dilling hat dort mittwochs von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Telefonisch ist sie unter der Nummer 0 56 59/5 53 97 14 erreichbar.

Sie hat für alle Bürger ein offenes Ohr bei Problemen oder Ideen für die Gemeinschaft. Das Kümmerin-Projekt ist ein Projekt der Gemeinwesenarbeit, das mit der Evangelischen Familienbildungsstätte, dem Land, dem Kreis und der Gemeinde Weißenborn umgesetzt wird.

Damit schließlich auch an die Graburgschule und ihre große Bedeutung in Weißenborn erinnert wird, zieren zahlreiche alte Fotos von der Schulzeit und dem Umbau die Wände. Thomas Mäurer hat zusätzlich den Aufruf gestartet, dass weitere Bilder bei der Gemeindeverwaltung eingereicht werden können. (Jessica Sippel)

Letzte Schulklasse gab es 2014

Zum Schuljahr 2014/2015 wurde die Graburgschule in Weißenborn geschlossen. Der Grund waren zu niedrige Schülerzahlen – mit nur acht angemeldeten Kindern lag die Schule damit unter der Mindestanzahl des staatlichen Schulamts von 13 Kindern, um den Unterricht dort stattfinden lassen zu können. Im Schuljahr 2013/2014 gab es noch 15 Schüler – elf Viertklässler und jeweils zwei aus der zweiten und dritten Klasse. Alle wurden in einem Klassenraum unterrichtet. 

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