Alte Schule in Unterrieden als Dorfgemeinschaftshaus und Radlerherberge

Unterrieden. Ein "langer und zäher Kampf" sei endlich belohnt worden. Sichtlich berührt war Unterriedens Ortsvorsteher Harald Ludwig, als am Samstag die alte Dorfschule ihrer neuen Bestimmung als Dorfgemeinschaftshaus (DGH) und Radlerherberge übergeben wurde.

Zwei Jahre dauerten die Umbauarbeiten in dem mehr als hundert Jahre alten Gebäude, das 1967 als Schule ausgedient hatte.

Fortan wurde es zwar schon für Veranstaltungen genutzt, aber mangels Geld hatte es einen "morbiden Charme" entwickelt. Erst mit der Aufnahme Unterriedens in das Dorferneuerungsprogramm des Landes wurde der Weg frei für das 440.000 Euro teure Projekt.

Aus den einst zwei Klassenräumen und zwei Lehrerwohnungen entstanden im Erdgeschoss ein größerer Raum für kulturelle Veranstaltungen und Familienfeiern sowie ein Gruppenraum für Vereine. Dort untergebracht ist auch die große Küche. Toiletten, Heizung, Fenster, Türen und Fußböden wurden erneuert und ein behindertengerechter Zugang geschaffen. Das Obergeschoss wurde zu einer Radlerherberge umgebaut mit elf Betten in drei Räumen, Küche und sanitären Einrichtungen.

Die Herberge liegt direkt an der Verknüpfung des Werratal-Radweges mit dem Meißner-Radrundweg, der Leinetal-Radweg ist auch nur fünf Kilometer entfernt. Gebucht werden können die Betten auch von Wanderern und Kanuten oder bei Familienfeiern im DGH. Verwaltung und Bewirtschaftung hat der im Mai 2010 gegründete Unterrieder Kulturverein unter der Regie von Ex-Bürgermeister Günter Engel übernommen. Die Gründung dieses Trägervereins hatten die städtischen Gremien zur Bedingung für den Umbau gemacht.

Wie lange der Kampf um dieses Projekt gedauert hat, machte Ortsvorsteher Ludwig an Zahlen fest. Erstmals sei das DGH 1984 im Investitionsprogramm der Stadt aufgetaucht, demnach hätte es 1986 in Angriff genommen werden sollen. "Eigentlich hätten wir heute das 25-jährige Bestehen feiern können", sagte Ludwig. Doch seinerzeit hatte Gertenbach den Vorzug für das Dorferneuerungsprogramm erhalten. "Einer der schwärzesten Tage für Unterrieden", erinnerte sich Ludwig.

Aus einem "relativ dunklen Loch" sei ein "hell erstrahlendes Gebäude" geworden, freute sich Landrat Stefan Reuß, der die enge Einbindung der Bürger hervorhob und wie alle anderen Redner auch die beachtlichen handwerklichen Eigenleistungen lobte - bis jetzt mehr als 500 Stunden.

Nicht nur das Haus selbst, sondern das ganze Dorf "hat gewonnen", sagte Bürgermeisterin Angela Fischer, die von Architektin Barbara Koch den symbolischen Schlüssel entgegennahm. Doch den reichte sie gleich weiter an den Vereinvorsitzenden Günter Engel. Der durfte sich zudem über eine Stadtfahne als Zierde für das neue Dorfgemeinschaftshaus freuen. (zcc)

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