Spaziergang mit dem Ortsbeirat

Weidenhausen: Alte Weinkeller schlummern im Ort

Blick in den Weinkeller unter der ehemaligen Scheune, die einst zum Gutshof in Weidenhausen gehörte. Die Gemeinde Meißner ist Eigentümer dieses Gebäudeteils. Genutzt wird er aber auch vom Heimatverein Weidenhausen.
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Blick in den Weinkeller unter der ehemaligen Scheune, die einst zum Gutshof in Weidenhausen gehörte. Die Gemeinde Meißner ist Eigentümer dieses Gebäudeteils. Genutzt wird er aber auch vom Heimatverein Weidenhausen.

Wir waren in Weidenhausen unterwegs. Im Ort schlummern alte Weinkeller.

Weidenhausen – Wer an Weidenhausen denkt, dem kommen die Fußballer des SV Adler Weidenhausen, die Straßenmeisterei und die Kreismülldeponie auf der anderen Seite der Landstraße in den Sinn. Doch im drittgrößten Ortsteil der Gemeinde Meißner schlummern versteckte Schätze. Zum Beispiel die Weinkeller unter den alten Fachwerkhäusern, die noch aus Zeiten stammen, in denen Weinhändler in Weidenhausen gelebt haben.

Bei einem Spaziergang durch den Ort zeigt der neue Ortsbeirat die Plätze, die Weidenhausen ausmachen. Angeführt wird die Gruppe von Uwe Sommermann. Der 57-Jährige ist seit 1997 im Ortsbeirat und seit 2004 Ortsvorsteher. Drei Amtsperioden hat Michaela Hiebenthal (58) bereits hinter sich.

Ganz neu in der Truppe sind Martin Steinigk (34), Benjamin Grosser (31) und Martin Zapf (51). An zahlreichen Stellen in Weidenhausen wird haltgemacht, Sommermann liefert viele Hintergrundinformationen und die Mitglieder des Ortsbeirates erzählen davon, was auf ihrer Aufgabenliste für die nächsten Jahre steht.

Radweg-Anschluss nach Eschwege fehlt

Der markanteste und über die Gemarkungsgrenze hinaus bekannteste Platz, so sind sich die fünf einig, ist die Sitzgruppe zwischen Sportplatz und Landstraße. Sie fällt nämlich auch Vorbeifahrenden durch die wechselnde Dekoration sofort ins Auge. Übernommen wird das von einer der Dorfbewohnerinnen, berichtet der Ortsbeirat.

Hier ist auch die Stelle, wo der Radweg, von Abterode kommend endet. „Der Anschluss nach Eschwege fehlt“, sagt Sommermann. Die Gruppe erhofft sich auch durch das Dorferneuerungsprogramm, an dem die Gemeinde teilnimmt, eine Lösung für das Problem.

Vom Ortseingang geht es nun in Richtung Ortskern. Rechts ist das Mehrgenerationenhaus. Hier ist nicht nur die Feuerwehr, hier kommen aufgrund der Kindertagesstätte auch die Familien aus der ganzen Gemeinde zusammen.

Bushäuschen soll umgestaltet werden

Auf der linken Seite befindet sich die Bushaltestelle. Es ist ein Umschlagplatz. Fünf große Busse halten hier jeden Morgen, sodass die Schulkinder umsteigen können. „Das Bushäuschen wollen wir umgestalten“, sagt Martin Steinigk. Es solle heller und freundlicher werden. Sommermann ergänzt: „Ich finde, hier gehört außerdem freies W-Lan hin.“ Das sei eine Forderung, die er seit Jahren habe. Auf der rechten Seite ist ein altes Firmengebäude.

Hier könnte wieder ein Jugendraum eingerichtet werden, berichtet Zapf. Es bliebe dann jedoch die Frage, fügt Hiebenthal an, wer die Verantwortung übernehme. Dann geht es weiter zum alten Ortsteil mit und um die Kirche und den Gutshof. Der Gutshof ist zum großen Teil in Privatbesitz.

Ein Teil jedoch, die ehemalige Scheune, gehört der Gemeinde und wird vom Heimatverein genutzt. Zwei Werkstätten, ein Bastelraum für die Kinder und auf dem Hof jede Menge Platz für den Weihnachtsmarkt im Dezember und den Pflanzenmarkt im Mai – die coronabedingt ausfallen mussten.

Weinkeller darf nur für private Zwecke genutzt werden

Das Haus und der Hof sind der Dreh- und Angelpunkt und hier gibt es einen der berühmten Weinkeller. Da der aber keinen Fluchtweg hat, darf er nur für private Zwecke genutzt werden, erklärt der Ortsbeirat.

Nun geht es weiter in Richtung des Neubaugebiets. „Hier wohnt ein guter Mix aus Zugezogenen und in Weidenhausen Aufgewachsenen“, sagt Sommermann. Im Ort gibt es noch die eine oder andere Baulücke.

Auch leere Häuser finden sich. Ein Gebäude sei problematisch: eine alte Scheune an der Ecke Chattenlohstraße/Schulzengasse. „Seit 20 Jahren ist die Gemeinde auf der Suche nach dem Eigentümer, der bleibt aber unauffindbar“, berichtet Sommermann. Das zugehörige Haus wurde schon vor Jahren vom Kreis abgerissen. Schuttreste sind inzwischen mit Gras überwuchert.

Lockerlassen will der Ortsbeirat nicht. Wichtig wäre, dass das Grundstück in Gemeindehand kommen würde, so Sommermann. (mai)

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