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Schwindel: Was uns aus dem Gleichgewicht bringt

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Von: Stefanie Salzmann

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Dunkelheit und Unebenheiten verstärken häufig noch Schwindelbeschwerden. Die Ursachen für Schwindel sind vielfältig und müssen oft von mehreren Fachärzten abgeklärt werden.
Dunkelheit und Unebenheiten verstärken häufig noch Schwindelbeschwerden. Die Ursachen für Schwindel sind vielfältig und müssen oft von mehreren Fachärzten abgeklärt werden. © xAstrid08x Panthermedia14238729

Schwindel ist eine häufige Erkrankung im Alter – sein Ursachen sind vielfältig, ebenso wie die Möglichkeiten der Behandlung.

Eschwege – Bei Menschen ab zirka 75 Jahren ist Schwindel ein häufiges Symptom und damit ein wesentlicher Faktor für die Beeinträchtigung der Lebensqualität. „Schwindel reduziert die Teilhabe an altersentsprechenden Aktivitäten bei älteren Menschen massiv“ , weiß Dr. Jörg Brauneis, HNO-Arzt in Eschwege. Die Wahrscheinlichkeit, dass innerhalb eines Jahres Schwindel auftritt, der die Alltagsaktivität beeinträchtigt, liege, so Brauneis, bei über 60-Jährigen schon bei 20 Prozent, ab dem 70. Lebensjahr sind es bereits 30 Prozent und ab dem 80. Lebensjahr sogar 50 Prozent.

Der verwendete Ausdruck Schwindel sei allerdings sehr ungenau und bezeichne ein weites Spektrum von verschieden Wahrnehmungen und Beschwerden – von einem Drehschwindel über das Gefühl eines Schwankens bis hin zu Gangunsicherheit und Benommenheit. „Bei älteren Menschen ist Schwindel fast immer mit einer als belastend empfundenen Gangunsicherheit und der Angst, zu stürzen verbunden“, sagt Brauneis. Schon die Furcht davor, schränke die Mobilität weiter ein. Schwindelbeschwerden verstärkten sich typischerweise im Dunkeln und beim Gehen auf unebenem Untergrund.

Die Diagnose

Bei der ärztlichen Untersuchung steht die Klärung der Ursachen für den Schwindel ganz im Mittelpunkt. Zu Beginn wird daher im Arzt-Patient-Gespräch und nach dem Charakter des Schwindels gefragt:

Die Untersuchungen zur weiteren Ursachenklärung sind dann je nach ärztlicher Fachrichtung recht unterschiedlich. Und genau das sei, so der HNO-Arzt, das Problem. „Schwindel- und Gleichgewichtsstörungen haben gerade bei älteren Menschen fast immer mehrere, verschiedene Ursachen, sie sind multifaktoriell.“ Das mache zumeist mehrere fachärztliche Untersuchungen, eventuell auch mit Verfahren wie CT oder MRT erforderlich.

Die Ursachen

Folgende Organe können bei Schwindel erkrankt sein:

Arten und Behandlung

Manchmal sind es aber doch ganz typische Krankheitsbilder – vor allem im Alter - die den Schwindel auslösen. Hier einige Beispiele:

Ursache ist die krankhafte Ablösung von Kalkkristallen im Innenohr, die dort normalerweise als Gewichte fungieren.

Therapie: Dieser Schwindel verursacht so typische Symptome, insbesondere unwillkürliche Augenbewegungen, die bei der ärztlichen Untersuchung in der Lagerungsprüfung unter einer Lupenbrille leicht zu erkennen sind, dass die Diagnose meist zuverlässig gestellt werden kann. Die Behandlung erfolgt durch besondere Lagerungsübungen, sogenannte Befreiungsmanöver), die der Patient nach ärztlicher Anleitung zu Hause selbst durchführen kann. Unter dieser Behandlung kommt es meist innerhalb weniger Tage zur Beschwerdefreiheit.

Die Therapie erfolgt durch Gleichgewichtstraining.

Therapie: Hier steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Unterstützend kann auch ein Gleichgewichtstraining eingesetzt werden, eventuell verbunden mit schwindeldämpfenden Medikamenten.

Die Therapie ist im akuten Anfall medikamentös. Andere Medikamente sollen das erneute Auftreten der häufig wiederkehrenden Schwindelanfälle unterdrücken. In seltenen Fällen sind Operationen am Innenohr erforderlich.

Tipp vom Arzt

Dies sind nur einige Beispiele für Schwindelformen, die besonders ältere Menschen betreffen. Wichtig ist, auch beim Schwindel gilt, „Wer rastet, der rostet!“ „Passivität und Bewegungsmangel fördern Gleichgewichtsstörungen! Daher sollten Menschen, die unter Schwindel leiden im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv bleiben und die ärztlich empfohlenen Schwindelübungen regelmäßig durchführen“, rät Dr. Brauneis. In bestimmten Fällen könne auch Physiotherapie helfen. (Stefanie Salzmann)

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