Bad Sooden-Allendorf: Die Altstadt-Mutmacher

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AG Zukunft Altbau Bad Sooden-Allendorf am Strauchschen Haus in der Ackerstraße: von links Frank Köhne, Bernd Schmidt, Steffen Hottenroth, Wolfgang Nieselt, Helmut Franke, Stefan Heuckeroth-Hartmann, Aloys Werner, Jens Umbach, Franz Gröger, Frau Mertens und Siegfried Kirchmeier.

Bad Sooden-Allendorf. Die Initiative ist noch jung und im Aufbau. Mitmacher werden gesucht. Dennoch kann die AG Zukunft Altbau erste Erfolge verbuchen: Ein Haus in der Soodener Altstadt konnte vermittelt und verkauft werden.

Und genau das will die AG leisten: Potenziellen Käufern leerstehende Wohn- und Geschäftsräume schmackhaft machen, verkaufen, die Altstädte beleben und so den historischen Häuserbestand langfristig sichern.

Das erfolgreiche Vorbild gibt es nur einige Kilometer weiter flussabwärts in Wanfried. Dort wurde unter Federführung von Bürgermeister Wilhelm Gebhard, der früher im Vertrieb arbeitete, über eine Bürgergruppe die konsequente Vermarktung von leerstehenden Fachwerkhäusern begonnen.

Die Bilanz ist hervorragend: 15 Häuser wurden verkauft - auch an Neu-Wanfrieder, die teilweise aus den Niederlanden und Belgien kommen. 80 Familien haben sich vor Ort umgeschaut, lernten Wanfried bei Kurzurlauben kennen. Mittel der Wahl ist ein Internetportal, das mittlerweile fast 30.000-mal angeklickt worden ist.

Nachdem Gebhardt das Modell seinem Kollegen Hix und der Öffentlichkeit in der Badestadt vorgestellt hatte, hat sich auch hier im Oktober eine Bürgerinitiative formiert, besagte AG Zukunft. Die besteht aus Fachleuten, Interessierten, Architekten, Ingenieuren, Maklern, Behördenvertretern und Handwerkern, die bei der Suche, dem Kauf oder dem Umbau von Wohnraum helfen wollen.

Konkurrenz zu Maklern und anderen Dienstleistern aber wollen sie nicht sein. „Es soll Miteinander gehen, deshalb ist es wichtig, dass auch diese Berufsgruppen bei uns im Netzwerk sind“, sagt Stefan Heuckeroth-Hartmann.

Für Wolfgang Nieselt ist wichtig, dass der Anschub für die Altbau-Belebung aus der Bürgerschaft kommt. Man könne unbefangen und zielgerichtet arbeiten, ohne aber die Verwaltung außen vor zu lassen. Die sitzt mit im Boot, bietet Unterstützung und über Bauamtsleiter Helmut Franke ist der direkte Draht zur Verwaltung gewährleistet. Im Bauamt werden die Leerstände registriert, die dann auf der zukünftigen Internetseite der AG Zukunft Altbau, an der Steffen Hottenroth bastelt, weltweit angeboten werden.

Und so wären die Altstadt-Aktivisten froh, wenn die Leitung auch hinüber in die Niederlande reichen würden. „Die Menschen dort sind ein Potenzial, sie mögen unsere Landschaft und historische Häuser, warum also nicht?“. fragt Nieselt rhetorisch.

Ihm ist klar: Es muss etwas getan werden, denn von der Belebung der Altstädte hängt nicht weniger als das zukünftige Leben in den Städten ab. So müsse man froh sein, über jeden, der Geld in die Häuser steckt. „Genau das wollen wir, Mut machen, in unsere oft wunderschönen Häuser zu investieren.“ Und dafür brauchen die AGler jeden Helfer.

Info: Stefan Heuckeroth-Hartmann; Tel. 0 56 52/91 99 26, 0177/796 92 05.

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