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Am Meinhardsee findet an Himmelfahrt ein großes Bulli-Treffen statt

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Von: Tobias Stück

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Wird am Himmelfahrtswochenende auch am Meinhardsee dabei sein: Der VW Bulli T1 der Eschweger Klosterbrauerei, der seit 2015 als Promotion-Fahrzeug eingesetzt wird. Das Fahrzeug ist in Brasilien gelaufen und wurde 2014 von der heimischen Brauerei nach Deutschland verschifft und restauriert. 
Wird am Himmelfahrtswochenende auch am Meinhardsee dabei sein: Der VW Bulli T1 der Eschweger Klosterbrauerei, der seit 2015 als Promotion-Fahrzeug eingesetzt wird. Das Fahrzeug ist in Brasilien gelaufen und wurde 2014 von der heimischen Brauerei nach Deutschland verschifft und restauriert. © Tanja Beck

Rund 100 Mitglieder der Bulli-Kartei treffen sich am Himmelfahrtswochenende auf dem Campingplatz am Meinhardsee in Grebendorf. Besucher sind gern gesehen.

Grebendorf – Der Name klingt technisch. Der T1 ist aber kein Roboter. Im Gegenteil: Mit seinen geschwungenen Linien ist er ein Auto mit Herz und Seele, ein Teil deutscher Ingenieurskunst aus den 1950er-Jahren.

Deswegen nennen ihn die wenigsten auch T1, sondern freundschaftlich Bulli. Sie kommen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Organisiert hat das Treffen der Bulli-Kartei der Eschweger Carsten Schiedrum.

Carsten Schiedrum Vorstand Bulli-Kartei
Carsten Schiedrum Vorstand Bulli-Kartei © Faust, Pelle

Vor mehr als 30 Jahren ist Carsten Schiedrum dem ersten Transporter von VW verfallen. „Einfach ein tolles Fahrzeug. Man hat das Gefühl, es lächelt einen an. Das Äußere ist so freundlich und optisch schön“, erklärt der 54-Jährige. 1991 legte er sich seinen ersten Bulli zu. Zwischenzeitlich sind es sechs geworden, die er mit viel Liebe zum Detail restauriert. Bei internationalen Treffen tauscht er sich mit der Szene aus. Irgendwann wurde er zum zweiten Vorsitzenden der sogenannten Bulli-Kartei gewählt. Jetzt hat er das Jahrestreffen zum ersten Mal in seine Heimat geholt.

Zwischen 80 und 100 VW-Busse der Baureihe T1 werden auf dem Campingplatz am Meinhardsee erwartet. Mit dabei wird natürlich Carsten Schiedrum mit seinen Fahrzeugen sein, aber auch die Eschweger Klosterbrauerei. Sie haben seit 2015 genau so einen Bulli in ihrem Besitz, den sie zu Werbezwecken einsetzen. „Wir freuen uns sehr auf das Bulli-Treffen am Meinhardsee“, sagt Marketingleiterin Tanja Beck. Der Austausch mit Gleichgesinnten gehört ebenso dazu wie Fachsimpeleien und Tipps für Ersatzteile. Ein Teilehändler aus Waldkappel wird ebenso dabei sein.

Carsten Schiedrum hat für das 40. Jahrestreffen der Bullkartei vom 25. bis 29 Mai ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Die Mitglieder werden voraussichtlich am Freitag bei einer vierstündigen Rundfahrt zu den Sehenswürdigkeiten der Region aufbrechen. Das Ende wird im Eschweger E-Werk sein, wo der Reisejournalist Peter Gebhard einen Vortrag halten wird. Die Bulli-Kartei ist der weltweite Verein für alle Freunde des VW Typ 2 der ersten Generation – das sind all jene Modelle mit der geteilten Frontscheibe. Dabei ist es nicht Voraussetzung, im Besitz eines solchen VW-Bullis zu sein: „Es reicht allein schon das Interesse und die Freude an diesen Fahrzeugen, um bei uns Mitglied zu werden“, sagt der erste Vorsitzende. Mittlerweile zählt die Bulli-Kartei mehr als 500 Mitglieder.

Darum wird der T1 auch Bulli genannt

Der VW T1, genauer VW Typ 2 T1, auch Bulli genannt, wurde von 1950 bis 1967 gebaut und gilt gemeinhin als Teil des Wirtschaftswunders der aufstrebenden jungen Bundesrepublik Deutschland. Im Werk Wolfsburg und im Volkswagenwerk Hannover (ab 1956) liefen insgesamt 1,8 Millionen T1 in verschiedenen Ausführungen vom Band. Der T1 ist durch seine geteilte Frontscheibe zu erkennen und leistete zwischen 18 und 32 KW. Der Name Bulli könnte aus der Verbindung der ersten beiden Buchstaben von Bus und Lieferwagen entstanden sein. Den T1 gab es als Kastenwagen, Kombi und Kleinbus. Besonders bekannt ist das Sondermodell Samba. Zur Ausstattung gehörten ein Röhrenradio, ein Faltschiebedach und 23 Fenster. Der Fahrzeugbauer Westfalia bot ab 1961 eine Campingversion des T1 an. Internationale Bekanntheit erlangte der T1 als Fahrzeug der Hippie-Bewegung. ts

Besucher sind am Meinhardsee herzlich willkommen. „Der beste Tag dafür wird der Samstag sein“, sagt Carsten Schiedrum. Dann kann man die Modelle des Kleinbusses oder auch Kasten- und Pritschewagen bestaunen oder aufwendig restaurierte Oldtimer aber auch weitere Sondermodelle auf der 4500 Quadratmeter großen Fläche vor dem Eingang des Campingplatzes. Höhepunkt der Ausstellung wird ein Fahrzeug der VW Nutzfahrzeuge Classic sein, die ein noch nie öffentlich präsentiertes Fahrzeug der Bergwacht mitbringen wollen. (Tobias Stück)

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