HNA-Markt: Amtliches Dokument von 1762

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War 40 Jahre in seinem Besitz: Dr. Klaus Thalheim mit der Actum von 1762 aus der Meraner Amtsstube vor seinem kleinen „Privatmuseum“ 1.

Am 19. September 1762 wurde in der Meraner Amtsstube vom Schreiber Franz Antonie Pezer unter Zeugen und des anwesenden Richters Ferdinandt Marhofer ein versiegeltes Actum aufgesetzt.

Nach einer Schätzung des „Rainhofes“ schuldete Symann Rütterer demnach der Tugentsamen Gerdrauth Mitlpergerin 1600 Gulden wovon er sich mit der Zahlung von 1600 Schilling nach böstem Fremdland Rechte freikaufen wollte.

Von diesem Dokument, das 40 Jahre in seinem Besitz war und dessen Echtheit geprüft wurde, will sich Dr. Klaus Thalheim nunmehr trennen. „Meine Kinder haben kein Interesse daran und mit 77 Jahren sollte man daran denken, alles Wichtige zu regeln“, sagte Thalheim. Ehe das historische Stück versehentlich irgendwann in einem Müllcontainer landet, möchte Thalheim versuchen, einen Liebhaber für alte Schriftstücke zu finden, wo es gut aufgehoben ist und der Nachwelt erhalten bleibt. Eine Übertragung des Dokuments in die heutige Schriftform ist erfolgt und kann mitgeliefert werden.

Zufälliger Fund in Meran

Als Thalheim in den70ziger Jahren mal wieder eine seiner beliebten Südtiroler Bergtouren machte, sprach ihn ein Bauernjunge bei einer Einkehr auf einem Gehöft an, ob er ihn mit nach Meran nehmen könne. Im Auto erzählte der Bauernjunge, dass er auf dem Dachboden viele alte Sachen gefunden hätte, die er nunmehr in Meran zu Geld machen wolle. Neben alten Holzwerkzeugen und Messern hatte er auch das mit einem Siegel versehene Actum aus dem Jahre 1762 dabei. Da Thalheim mit Südtirol und deren Geschichte sehr verbunden war, machten sie einen Zwischenstopp, wo er das Dokument genauer unter die Lupe nahm. „Ich war sofort von der Echtheit überzeugt und als Liebhaber geschichtsträchtiger Sachen brauchte ich nicht lange zu überlegen“, verriet Thalheim, der sich mit dem Jungen dann sehr schnell handelseinig wurde.

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HNA-Markt: Amtliches Dokument von 1762

„Dieses Schriftstück wird nunmehr aus meinem eigenem kleinen Museum verschwinden“, sagte Thalheim mit ein bisschen Wehmut und geht auf einen Wandschrank zu, in dem er neben einer alten Porzellanpfeife seines Urgroßvaters mit persönlicher Widmung auch das Studienbuch seines Großvaters mit einigen Kirchenbildern aus seiner Zeit als Kirchenmaler befindet. Auch ein altes Röhrenradio und die Kopfhörer seines Großvaters, der mit Hilfe zweier Spitzen und eines Bergkristalles seinerzeit Radio empfangen hat, stehen in seinem persönlichen Familienmuseum.

Selbstgebauter Fotoapparat

Den Fotoapparat aus den vierziger-Jahren mit lichtdicht verschlossener Pappe hat er selbst gebaut und einige Bilder geschossen. Als Linse diente die alte Brille seines Großvaters. „Um die Brennweite für die Bildschärfe zu ermitteln, habe ich das Licht einer Kerze durch die Brille scheinen lassen und mit dem Zollstock den Schnittpunkt des gebündelten Lichtes gemessen“, erzählte Thalheim, der zum Einlegen einer neu beschichteten Fotoplatte immer unters Bett im verdunkelten Schlafzimmer gekrochen ist. In seinem persönlichen Privatmuseum stehen außerdem einige Stücke aus seiner Zeit als Eigentümer der Thalheim Tachometerbau KG.

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