Gemeinschaftsanlage am neuen Awo-Altenzentrum in Planung

Ein anderer Garten

Gartenfreunde: Karl Jeanrond (von links, Leiter Awo-Altenzentrum Witzenhausen) und Herbert Leidenfrost (Geschäftsbereichsleiter der Awo Nordhessen) trafen sich mit Silvia Hable, Felix de Bourdeaux und Farid Melko von der Gemeinschaftsgarten-Gruppe. Foto: privat

Witzenhausen. Es soll weitern einen Gemeinschaftsgarten in Witzenhausen geben. Vertreter der Gartengruppe haben sich jetzt mit Verantwortlichen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im noch bestehenden Gemeinschaftsgarten unterhalb der Johannisbergschule getroffen und ein Konzept vereinbart. Losgehen soll es mit dem aktiven Gärtnern ab Frühjahr 2013.

Im November 2011 war das einst kreiseigene Grundstück, auf dem sich der Garten befindet, an die Awo verkauft worden. Dort soll eine Seniorenresidenz errichtet werden.

Die Gartengruppe habe versucht, den Gartenbetrieb auf dem sonnigen und zentral gelegenen Grundstück zu erhalten, heißt es in einer Pressemitteilung. Als die Gruppe von dem Verkauf erfuhr, versuchte sie mit einem Fest, zu dem auch Kommunalpolitiker eingeladen waren, auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.

Sie baten den Kreis, „uns zumindest ein innenstadtnahes öffentliches Ausgleichsgrundstück anzubieten“, sagt Gruppensprecherin Silvia Hable. Es habe einige, teils private Angebote für Ausgleichsgärten gegeben, allerdings zu weit entfernt von der Innenstadt.

Deswegen habe die Gruppe ein Konzept für einen Mehrgenerationengarten erarbeitet, das an die Awo übermittelt wurde. Eine Zusammenarbeit mit nahe gelegenen Schulen und Kindergärten sei sowieso geplant gewesen. „Wenn nun noch ältere Menschen und ihr Erfahrungsschatz in den Garten integriert werden können, umso besser“, sagt Hable.

Gleiche Vorstellungen

„Ich sehe hier viele Punkte, bei denen wir gleiche Vorstellungen haben,“ sagt Herbert Leidenfrost, Geschäftsbereichsleiter der Awo Nordhessen. Einer der Gründe für den Umzug vom Frauenmarkt zum neuen Grundstück sei die Innenstadtnähe. „Da passt ein ökologisch geführter Garten, in dem sich Menschen verschiedenen Alters treffen und arbeiten, sehr gut dazu“, sagt Leidenfrost. Felix de Bourdeaux von der Gartengruppe, freute sich über die positive Reaktion der Awo. Dennoch habe er gemischte Gefühle. Er habe bereits ein Mehrgenerationenprojekt umgesetzt. So habe er eine alte Dame beim Gärtnern unterstützte, die seit Jahrzehnten einen Teil des Grundstücks gepachtet hatte.

Klar überschaubare Wege für mobilitätseingeschränkte Senioren sollen genauso Platz im Garten finden wie eine Spielecke für Kinder und ein Ort zum Treffen und Picknicken. Der Garten soll Besuchern weiterhin offenstehen. Auch wolle die Awo einige Investitionen, wie den Bau von Hochbeeten finanzieren.

„Ich bin positiv überrascht von der Bereitschaft der Awo, mit uns zusammen zu arbeiten“, sagt Farid Melko von Transition Town Witzenhausen. „So haben wir alle etwas davon.“ Im April wollen Mitglieder der Gartengruppe mit Vertretern der Awo die nächsten Schritte diskutieren. (clm)

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