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Anerkennung für Ehrenamtliche - Evangelische Familienbildungsstätte ausgezeichnet

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Von: Maren Schimkowiak

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Seniorenbegleiterin Carmen Stück aus Reichensachen freut sich, ihre Zeit mit dem 102-jährigen Rudi Heeger verbringen zu dürfen. „Ich bin froh und dankbar, dass ich einen so wunderbaren Menschen kennenlernen darf“, sagt sie.
Seniorenbegleiterin Carmen Stück aus Reichensachen freut sich, ihre Zeit mit dem 102-jährigen Rudi Heeger verbringen zu dürfen. „Ich bin froh und dankbar, dass ich einen so wunderbaren Menschen kennenlernen darf“, sagt sie. © Familienbildungsstätte/nh

Ehrenamt ist für sie Ehrensache: Die zwölf Preisträger des Sozialpreises Werra-Meißner machen sich auch in Pandemiezeiten um die Gemeinschaft verdient. Heute stellen wir ein Projekt der Familienbildungsstätte Werra-Meißner vor.

Eschwege – Die Ev. Familienbildungsstätte Werra-Meißner wurde gleich für zwei Projekte mit dem Sozialpreis ausgezeichnet. „Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung, die allein unseren Ehrenamtlichen gebührt“, erklärt Leiterin Gudrun Lang und Stellvertreterin Birgit Ehlbracht fügt hinzu: „Gerade in den vergangenen Corona-Jahren wurde hier so viel geleistet“.

Angebote für Senioren

Ein Bereich, der vom Werra-Meißner-Kreis ausgezeichnet wurde, ist die freiwillige Seniorenbegleitung. Dieses Angebot besteht seit fast zwanzig Jahren und hat zum Ziel, Senioren im Alltag Zeit, Gesellschaft und Aufmerksamkeit zu schenken.

„Die Ehrenamtlichen unternehmen mit den Senioren Spaziergänge, lesen ihnen vor, haben ein offenes Ohr für die Belange oder begleiten sie zu Konzerten oder Theaterbesuchen“, erklärt Siegrid Bommhardt. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Annette Koch koordiniert sie das Projekt und steht im engen Austausch mit den Ehrenamtlichen und den Senioren. Zu Beginn absolvieren die Interessierten eine Grundqualifizierung, die theoretische Unterrichtseinheiten und praktische Hospitationen beinhaltet. Danach sind sie für die Arbeit in der Seniorenbegleitung gut gerüstet. Wer möchte, kann sich auch dann noch zu speziellen Themen fortbilden. Dann bringen die Koordinatorinnen möglichst passende Paare zusammen. „Die Chemie muss stimmen, schließlich geht es viel ums Vertrauen und das setzt ein harmonisches Miteinander voraus.“

Für die Arbeit in der Seniorenbegleitung bedarf es der Bereitschaft, seine Zeit mit älteren Menschen zu verbringen, aber der freiwillige Einsatz ist keineswegs einseitig. „Die Ehreamtlichen empfinden die Arbeit als sehr sinnstiftend, sie ziehen großen persönlichen Gewinn aus der Bindung, die mit einem älteren Menschen entstehen kann“, so Bommhardt weiter. Außerdem bekommen die Ehrenamtlichen das nötige Fachwissen für die eigene familiäre Situation, denn früher oder später müsse sich jeder mit dem Äterwerden beschäftigen. Ganz aktuell sind 62 Ehrenamtliche im gesamten Kreis im Rahmen der Seniorenbegleitung unterwegs, etwa 70 Senioren können derzeit aufgesucht werden. „Wir haben viele Anfragen, die wir nicht immer sofort abdecken können.“ Während persönliche Besuche in der Coronazeit oft nicht möglich waren, haben viele Seniorenbegleiter den Kontakt per Telefon gehalten. „Es wurde sehr viel improvisiert. Geschenke wurden vor die Haustür gestellt oder einfach mal wieder ein Brief geschrieben.“ Die Koordinatorin freut sich über die Wertschätzung, die die Seniorenbegleiter durch den Sozialpreis erfahren. Die Ev. Familienbildungsstätte bietet darüber hinaus noch weitere Angebote für Senioren und ihre Angehörigen an, darunter einen Mittagstisch, die Demenzbegleitung oder unterschiedliche Beratungsangebote.

Masken nähen

Das zweite Projekt fand im Frühjahr 2020 statt und wurde nachträglich ausgezeichnet. Damals, in der Hochzeit der ersten Coronawelle, nähten viele Freiwillige Alltagsmasken, die auf dem Hof der Familienbildungsstätte kostenfrei und hygienisch verpackt abgeholt werden konnten.

Seinen Anfang fand das Projekt in der Gemeinde Herleshausen, bald saßen im gesamten Kreis Nähfreunde an ihren Maschinen, quasi im Homeoffice. Allein in Eschwege wurden rund 2000 Masken für den guten Zweck angefertigt. „Es war eine bunte Gruppe, viele Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte haben sich hier eingebracht. Das war eine tolle gemeinschaftliche Leistung“, so Christina Britsch, die das Nähprojekt begleitete. (Maren Schimkowiak)

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