CSD

Anfeindungen offensiv begegnen: Erster Christopher-Street-Day in Eschwege

Vorreiter in Eschwege: Die rund 20 Teilnehmer des ersten Christopher-Street-Days in Eschwege marschierten durch die Innenstadt. Auf dem Schulberg gab es eine Kundgebung, um auf ihre Ängste und Schwierigkeiten hinzuweisen.
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Vorreiter in Eschwege: Die rund 20 Teilnehmer des ersten Christopher-Street-Days in Eschwege marschierten durch die Innenstadt. Auf dem Schulberg gab es eine Kundgebung, um auf ihre Ängste und Schwierigkeiten hinzuweisen.

In Werra-Meißner-Kreis gibt es jetzt eine CSD-Bewegung. Angestoßen wurde das Ganze von Daniel Seelos, der sich als bisexuell geoutet hat und Diskriminierungen nicht länger auf sich sitzen lassen wollte.

Eschwege – Daniel Seelos hatte am Anfang mit Anfeindungen zu kämpfen. Im März dieses Jahres hatte sich der Eschweger Unternehmer als bisexuell geoutet und hatte daraufhin in Eschwege und Umgebung Schwierigkeiten, wurde diskriminiert. Das wollte er nicht auf sich sitzen lassen. Er wollte in die Offensive gehen, Aufklärungsarbeit über Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender-Personen betreiben, für ihre Rechte eintreten.

Am vergangenen Samstag wurden seine Bemühungen öffentlich. In Eschwege fand der erste Christopher-Street-Day (CSD) statt. Weitere sollen nun folgen.

Aufgrund der Pandemie ist der erste CSD in Eschwege in den November gefallen. Eine freizügige Party mit tanzenden Menschen, wie man sie aus Großstädten kennt, wurde jahreszeitbedingt nicht gefeiert. Vielmehr wollte die Eschweger CSD-Gruppe auf die Sorgen, Ängste, Nöte und Schwierigkeiten aufmerksam machen, die sogenannten Randgruppen entgegengebracht werden.

So haben sie etwa gefordert, den Schutz sexueller und geschlechtlicher Selbstbestimmung im Grundgesetz zu verankern. Auch für die Rechte von Geflüchteten setzen sie sich ein, sind gegen Nazis. „Dafür wollten wir laut und sichtbar sein“, sagt Daniel Seelos, der Gründer und Vorstand der Eschweger CSD-Gruppe. Eschwege soll noch vielfältiger, noch offener werden. Vom Werdchen aus zog die bunte Gruppe durch die Innenstadt zum Eschweger Schulberg. Auf einer kleinen Kundgebung wurden die Forderungen an Politik und Gesellschaft bekräftigt.

Termine CSD

Termine: Samstag, 13. November, Bad Sooden-Allendorf. 11 Uhr Treffen auf dem Marktplatz, 12.30 Uhr Marsch durch die Innenstadt und Kundgebung. Um 10 Uhr startet ein Bus am Eschweger Stadtbahnhof nach BSA. Samstag, 20. November, Witzenhausen Innenstadt. Uhrzeit und Treffpunkt werden noch mit dem Ordnungsamt abgestimmt

Rund 20 Personen waren beim ersten CSD in Eschwege dabei. Die Gruppe ist noch größer, nicht alle machten beim ersten Mal mit. Anfeindungen waren sie am Samstag in Eschwege nicht ausgesetzt, berichtet Seelos. Das machte den Teilnehmern Mut. „Der Wunsch wurde laut, diesen CSD auch nächstes Jahr wieder zu begehen“, sagt Seelos. Von Eschwege aus wird jetzt erst mal der Rest des Werra-Meißner-Kreises erobert. Am kommenden Samstag findet eine ähnliche Kundgebung in Bad Sooden-Allendorf statt, am 20. November in Witzenhausen. „Wir hoffen, dass sich dann noch mehr Leute anschließen“, sagt Seelos.

Von Tobias Stück

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