Eine Welle der Empörung

Angriffe auf den Sozialkreis Bad Sooden-Allendorf werden verurteilt

Unruhe in Bad Sooden-Allendorf: Die Angriffe auf den Sozialkreis werden verurteilt und die Art und Weise, wie der Verein „Gemeinsam gegen Not“ gegründet wurde, kritisiert.
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Unruhe in Bad Sooden-Allendorf: Die Angriffe auf den Sozialkreis werden verurteilt und die Art und Weise, wie der Verein „Gemeinsam gegen Not“ gegründet wurde, kritisiert.

Der Angriff des Sozialkreises von Bad Sooden-Allendorf in einem Leserbrief sorgt für Empörung. Gleichzeitig gibt es auch Kritik an der Gründung des Vereins „Gemeinsam gegen Not“.

Bad Sooden-Allendorf – Eine Welle der Empörung schwappt durch Bad Sooden-Allendorf. Auslöser sind öffentliche Angriffe auf den örtlichen Sozialkreis, der sich seit 35 Jahren in vielfältiger Weise um die Schwachen in der Gesellschaft kümmert. Kritik wird zugleich laut am jüngst ins Leben gerufenen Verein „Gemeinsam gegen Not“, von dessen Gründung neben dem Sozialkreis auch der Ortsverein des DRK ausgeschlossen worden war. Als Mitglieder im Lokalen Bündnis für Familien unterstützen beide seit Corona die Lebensmittelausgabe an Menschen in Not.

Bei Sozialkreis-Vorsitzender Helga Finger liefen am Dienstag die Telefondrähte heiß. Mehr als 20 Anrufer bekundeten ihre Solidarität, nachdem in einem Leserbrief schwere Attacken gegen diesen Verein gefahren worden waren, weil er Kritik an der aus seiner Sicht mangelhaften Zusammenarbeit mit der Stadt geübt hatte.

Der Autor des Leserbriefes, Carl Bergmann, der nach eigenen Angaben in Wiesbaden zu Hause ist und derzeit in Bad Sooden-Allendorf lebt, hatte dem Sozialkreis in Frageform „wahlkampforientierte Machenschaften“ vorgehalten, ihm unehrenhafte Motive unterstellt und die Mitglieder indirekt aufgerufen, den Verein zu verlassen. Nachfragen unserer Zeitung wollte er nicht beantworten.

Weder Helga Finger, noch DRK-Vorsitzender Wolfgang Frühauf wollten sich zu den Angriffen auf den Sozialkreis äußern und schon gar nicht in eine kommunalpolitische Diskussion hineinziehen lassen. Sie konzentrierten sich auf ihre Arbeit und lehnten eine Stellungnahme zu der Vereinsgründung ab.

Anders Fritz Abendroth (91). Der frühere Pfarrer an St. Crucis, auf dessen Initiative einst der Sozialkreis gegründet worden war, bezeichnete die Attacken auf den Sozialkreis als „eine Unverschämtheit“. Es sei „nicht fair“ und geradezu „gemein“, den Sozialkreis unter Verdacht zu stellen.

Die Vereinsgründung, die – wenn überhaupt – nach seiner Ansicht „mit oder unter dem Dach des Sozialkreises“ hätte geschehen sollen, wertete Abendroth als ein Misstrauensvotum gegenüber dem Sozialkreis. „Beinahe eine Brunnenvergiftung“, fügte er hinzu.  Auf Anfrage erklärte unterdessen die Vorsitzende Heidi Meister, die Vereinsgründung sei „auf Initiative des Sozialen Krisenmanagements der Stadt“ und „auf Wunsch“ des Bürgermeisters erfolgt. Die Umsetzung habe wegen Corona „in minimalem Umfang“ stattfinden müssen, ging sie weder auf die Fragen nach der Form der Einladung, noch der Teilnehmer, noch darauf ein, warum nicht auch der Sozialkreis hinzugebeten wurde.

Zur Frage einer kontinuierlichen Lebensmittelausgabe über die Pandemie hinaus wies sie darauf hin, im Sommer habe es Vorgespräche mit nicht näher bezeichneten Tafeln gegeben mit dem Ergebnis, dass es „keine weiteren aktuellen Vorhaben anderer Akteure aus Bad Sooden-Allendorf gebe, eine ähnliche Einrichtung oder gar eine Dependance anzugehen“.

Derweil versucht Bürgermeister Frank Hix die Wogen zu glätten: In der sozialen Arbeit seien „alle Unterstützer wichtig und willkommen“. Dazu gehöre „selbstverständlich auch der Sozialkreis mit seinem anerkennenswerten Wirken, wofür ich außerordentlich dankbar bin“. Er sei überzeugt, dass Haupt- und Ehrenamtliche „nur in bester Absicht handeln“. Probleme könnten nur durch sachorientierte Gespräche gelöst werden. „Dringend erforderlich sind jetzt Klärungs- beziehungsweise Schlichtungsgespräche.“   (zcc)

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