Angst um Artenvielfalt: Heimische Jäger sind besorgt über Ausbau der Windkraft

Bedroht: Die Jäger im Werra-Meißner-Kreis sehen die Artenvielfalt in den Wäldern durch den Ausbau von Windkraftanlagen gefährdet. Besonders im Fokus: der Rotmilan, hier fotografiert im Flug über dem Stölzinger Gebirge von Arno Werner aus Bebra. Foto: Arno Werner/nh

Werra-Meißner. Mit großer Besorgnis beobachten die Jäger im Werra-Meißner-Kreis den Ausbau von Windkraftanlagen in den Wäldern der Region.

Im Teilregionalplan Energie Nordhessen wurden 24 Vorrangflächen im Werra-Meißner-Kreis festgelegt - einige davon liegen in Waldgebieten wie dem Stölzinger Gebirge bei Waldkappel, dem Rohrberg bei Hessisch Lichtenau oder dem Kaufunger Wald.

Genau darin sehen die Jäger ein großes Problem: „Durch die Errichtung von Windparks in industriellem Maßstab selbst in den abgelegensten Waldgebieten könnte es zu einer bisher nicht gekannten Bedrohung der Artenvielfalt kommen“, sagt Dr. Jörg Brauneis. Der Naturschutzbeauftragte des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege sieht durch die Windräder Großvögel sowie zahlreiche Fledermaus- und Insektenarten in großer Zahl gefährdet. Neben der Bedrohung der Artenvielfalt sehen die Jäger die Zerstörungen des Lebensraumes Wald durch Wegetrassen und Rodungen für den Bau und Betrieb der Windkraftanlagen kritisch.

Dem widerspricht Günter Groß, Bereichsleiter im Forstamt Hessisch Lichtenau: „Es wird bei den Planungen der Standorte darauf geachtet, dass so wenig Wald wie möglich beschädigt wird.“ Die Forstämter würden darauf achten, dass vor allem durch Sturm beschädigte Gebiete genutzt würden, zu denen auch bereits Wege führten. Als Beispiel nennt Groß den Rohrberg, der vom Sturm Kyrill 2007 stark betroffen war. Auch die Bestimmungen zum Schutz der Vögel seien sehr streng, betont Groß: „Deshalb dauert ein Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen bis zu einem Jahr.“

Der Erste Kreisbeigeordnete und Umweltdezernent Reiner Wallmann vertraut auf die restriktive Haltung der Oberen Wasser- und Naturschutzbehörde und geht davon aus, dass aus Gründen des Naturschutzes noch einige der Vorrangflächen im Kreis wieder aus dem Teilregionalplan entfallen werden. (dir)

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