Hund und Halter sollten passen

Mehr Hunde im Werra-Meißner-Kreis – Expertentipps zur Anschaffung

Bei der Anschaffung sollten Hundeliebhaber rassespezifische Veranlagungen kennen, zum Beispiel, ob es sich um einen temperamentvollen Jagdhund handelt. So wie bei Jack Russel-Hündin Mia aus Bad Sooden-Allendorf.
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Bei der Anschaffung sollten Hundeliebhaber rassespezifische Veranlagungen kennen, zum Beispiel, ob es sich um einen temperamentvollen Jagdhund handelt. So wie bei Jack Russel-Hündin Mia aus Bad Sooden-Allendorf.

Wer einem Hund sein Herz schenkt, bekommt viel Liebe zurück, übernimmt aber auch viel Verantwortung. Expertinnen erklären, worauf man vor der Anschaffung achten muss.

Werra-Meißner – Vier Pfoten, eine nasse Nase und ein freudig wedelnder Schwanz: In der Coronazeit haben sich viele Menschen im WR-Verbreitungsgebiet einen Hund angeschafft. Das zeigt eine Umfrage unserer Zeitung. In den meisten Städten und Gemeinden wurden 2020 mehr Hunde neu angemeldet, als in den Jahren zuvor. Einen besonderen Anstieg gab es etwa in Sontra, Ringgau und Wehretal.

Hunde-Neuanmeldungen in den Kommunen seit 2018

Berkatal: 2018: 12, 2019: 17, 2020: 15

Eschwege: 2018: 205, 2019: 163, 2020: 161

Meinhard: 2018: 41, 2019: 57, 2020: 65

Meißner: 2018: 36, 2019: 38, 2020: 47

Ringgau: 2018: 17, 2019: 32, 2020: 69

Sontra: 2018: 64, 2019: 58, 2020: 78

Waldkappel: 2018: 36, 2019: 44, 2020: 53

Wanfried: 2018: 73, 2019: 57, 2020: 55

Wehretal: 2018: 34, 2019: 30, 2020: 41

Weißenborn: 2018: 8, 2019: 14, 2020: 16

In Herleshausen waren 2018 insgesamt 355 Hunde angemeldet, 2019 waren es 363 und 2020 waren es 414.

Durch Corona haben Menschen viel Zeit für einen Hund

Auch Züchterin Ute Ruoff aus Völkershausen berichtet von einer momentan anhaltend hohen Nachfrage, der sie kaum hinterherkomme. „Die Menschen haben jetzt Zeit“, sagt sie. So sieht das auch Nina Havel vom Hundezentrum Calufa in Waldkappel: „Durch die Coronapandemie sind die Menschen gerade generell mehr zu Hause, viele befinden sich zudem im Homeoffice.“

Die Hundetrainerin sieht das aber eher positiv. Denn Mensch und Tier hätten jetzt die Zeit, sich aneinander zu gewöhnen, den Hund in die Familie zu integrieren und ihn lieben zu lernen. „Es kann immer vorkommen, dass Tiere wieder abgegeben werden, aber das sehe ich nicht als corona-induziert“, erklärt sie. Habe man sein Herz einmal an seinen Hund verschenkt, gibt man ihn meistens nicht mehr her. Doch die Anschaffung eines Hundes will gut überlegt sein. Die Expertentipps:

Zeit und Geld spielen wesentliche Rolle

Vorab sollten sich Halter stets Gedanken machen, ob sie in den nächsten Jahren (und Jahrzehnten) für das Tier da sein können – in guten wie in schlechten Zeiten. Hat man beruflich genug Zeit für das Tier? Es muss die Frage geklärt sein, wer den Hund aufnimmt, wenn man einmal in den Urlaub fährt. Kann man zudem die Kosten für Tierarzt und Futter tragen?

Besitzer sollten die Eigenheiten der Rasse kennen

Hund und Halter sollten zueinander passen, betont Ute Ruoff. „Man muss sich darüber informieren, warum eine Rasse einmal entstanden ist“, sagt sie. Denn jede Rasse habe spezifische Eigenheiten, die man berücksichtigen sollte. Der Hund passe sich zwar der (geduldigen) Erziehung und dem Umfeld an, gewisse Veranlagungen sollten Halter aber dennoch kennen. Ist es ein temperamentvoller Jagdhund, ein territorialer Schutzhund oder ein ausdauernder Hütehund?

Ist man als Halter körperlich und zeitlich dazu in der Lage, dem Hund die nötige Auslastung zu bieten? Viele Menschen wünschen sich insbesondere einen Familienhund. „Das ist aber der schwerste Job, den ein Hund heutzutage haben kann, denn er soll allen Familienmitgliedern gleichermaßen gerecht werden“, erklärt Ruoff. Man dürfe nicht zu viel verlangen, den Hund müsse man auch Hund sein lassen.

Auch die Größe und das Gewicht des Tieres sollten mit Blick auf die Wohnsituation einkalkuliert werden, sagt Ruoff.

Auf die Herkunft achten: Seriöse Züchter und Tierschutzorganisationen

Man sollte sich stets an seriöse Tierschutzorganisationen und seriöse Züchter halten. Ruoff sieht die Gefahr der hohen Nachfrage in dem Mangel am Markt. „Auf dieses Trittbrett springen schnell Hundeproduktionsstätten auf, die unter sehr schlechten Bedingungen Welpen im Akkord züchten“, erklärt sie. Daher solle man sich gut informieren, woher ein Hund stammt und auch verlangen, das Muttertier sehen zu dürfen. Auch vor Betrugsmaschen etwa auf Ebay-Kleinanzeigen und in sozialen Medien warnt sie, bei denen zum Beispiel hohe Transportkosten verlangt werden. (Von Jessica Sippel)

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