Preissprung bei Wohnmobilen

Ansturm auf Campingplätze: Spontane Besuche im Werra-Meißner-Kreis schwierig

Die Bayern scheinen ihre Wohnmobile zu lieben: Trotz Corona stiegen die Zahl der Neuzulassungen.
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Verkäufer und Vermieter von Wohnmobilen können derzeit gar nicht so schnell für Nachschub sorgen (Symbolbild)

In der Coronapandemie boomt der Campingurlaub: Die Stellplätze im Werra-Meissner-Kreis sind knapp und die Preise für Wohnmobile schießen in die Höhe.

Werra-Meißner – Knapp werdende Stellplätze, steigende Preise für Campingplätze sowie deutlich angezogene Kosten für Vermietung und Kauf von Wohnmobilen – der durch die Coronapandemie ausgelöste Boom des Campingurlaubes freut die Reise- und Automobilbranche und schlägt auf die Urlaubskasse.

Verkäufer und Vermieter von Wohnmobilen können derzeit gar nicht so schnell für Nachschub sorgen, Campingplätze müssen für die Sommerferien, aber auch die Wochenenden, massenhaft Absagen für längere Aufenthalte geben.

Deutschlandweit sind derzeit laut Kraftfahrzeugbundesamt rund 675 000 Camper angemeldet, die Neuzulassungen sind 2020 um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Ein Trend, der laut der Behörde ungebrochen anhält.

Wildes Campen kann teuer werden 

Das Parken und einmalige Übernachten in einem Wohnmobil ist überall dort möglich, wo es nicht ausdrücklich per Straßenverkehrsordnung verboten ist. Das bedeutet aber nicht, dass generell das Übernachten im öffentlichen Raum erlaubt ist. Es darf nur dazu dienen, die Fahrtüchtigkeit des Fahrers wieder herzustellen. Illegales Campen kann je nach Bundesland zwischen 10 und 200 Euro kosten, im Landschaftsschutzgebiet bis 1500 Euro und im Naturschutzgebiet bis 2500 Euro.

„Spontanität ist kaum noch möglich“, sagt Sina Heckmann vom Campingplatz Meinhardsee. Von den 250 Stellplätzen dürfen wegen Corona aktuell nur 190 belegt werden. „Und die sind an den Wochenenden und vor allem in den letzten drei Augustwochen komplett belegt“, sagt sie. „Da geht nichts mehr.“ Viele neue Gesichter fänden sich unter den Campern. „Von 18 bis 80 ist alles dabei.“ Vor allem seien es Menschen, die bisher eher ins Ausland geflogen seien, die jetzt auf Campingurlaub setzen. Die Preise habe man wegen der Hygienemaßnahmen um zehn Prozent nach oben angepasst.

Ähnlich sieht es auch auf dem Franzrasen in Bad Sooden-Allendorf mit seinen etwa 100 Wohnmobilstellplätzen aus, wo keine Reservierung möglich ist. „Die Plätze sind gut ausgelastet, an den Wochenenden wird es deutlich voller“, so Joachim Schauer von der Touristinfo.

Alternative Möglichkeiten bietet das Portal „Landvergnügen“, das Bauernhöfe auflistet, die für eine Nacht einen kostenlosen Stellplatz zur Verfügung stellen. Zumindest für die Zeit der Sommerferien völlig ausgebucht sind auch viele Wohnmobilvermietungen, wie Carry-Camper in Grebendorf. „Seit Himmelfahrt läuft es sehr gut“, sagt Mark Gramann.

Erhebliche Preissprünge gibt es laut der Gebrauchtwagenplattformen mobile.de und Autoscout24 vor allem beim Kauf gebrauchter Wohnmobile. Im April 2021 kostete ein gebrauchtes Wohnmobil durchschnittlich rund 45 400 Euro – vier Jahre zuvor hatte der Preis mit 33 700 Euro um über ein Drittel niedriger gelegen. Im Jahresvergleich stiegen die Preise um knapp acht Prozent.

Von Stefanie Salzmann

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