Tourismus am Werratalsee

Ansturm auf das Ostufer: Drei Investoren konkurrieren um Ansiedlung am Werratalsee

Abendstimmung am Ostufer des Werratalsees: Das Areal bei Schwebda ist für verschiedene Investoren interessant, die dort ihre Pläne verwirklichen wollen. Archivfoto Robert André
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Abendstimmung am Ostufer des Werratalsees: Das Areal bei Schwebda ist für verschiedene Investoren interessant, die dort ihre Pläne verwirklichen wollen. Archivfoto Robert André

Das Ostufer des Werratalsees am Meinharder Ortsteil Schwebda erlebt gerade einen regelrechten Investorenansturm.

Schwebda – Insgesamt drei potenzielle Interessenten wollen das Ostufer des Sees touristisch nutzen und vermarkten. Christian Mehler, der seit zwei Jahren die Heimatalm am Nordufer des Sees auf Eschweger Gemarkung betreibt, will am Schwebdaer Ostufer unter dem Namen „Heimathafen“ eine moderne, naturnahe Gastronomie bauen. Das Konzept für den Heimathafen unterscheidet sich deutlich von dem der Heimatalm.

Eine weitere Investorin aus dem thüringischen Treffurt (Name ist der Redaktion bekannt) will am Ostufer Schwimmhäuser errichten – Hausboote ohne Motoren, die zum Übernachten für Touristen gemietet werden können. Die Unternehmerin aus dem Fahrezeugteilehandel mit Niederlassungen unter anderem in Kaufungen und Hauptsitz in Mühlhausen geht von Investitionen von 150 000 bis 170 000 Euro aus.

Der dritte Investor in dem Reigen stammt aus Grebendorf (Name ist der Redaktion ebenfalls bekannt) und besitzt privates Land südlich des Werratalsee Naturcamps Meinhard. Er plant dort Wohnmobilstellplätze und eine ebenfalls große Gastronomie. Die Gastronomie soll auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, allerdings mit der Einschränkung, dass ab 22 Uhr wegen der Platzruhe Schluss ist.

Mehler und die Treffurter Investorin sind in Bezug auf ihre Pläne nördlich des Naturcamps miteinander im Gespräch und bestätigen beide, dass sie sich eine Kooperation bei der touristischen Nutzung des Ufers „gut vorstellen“ können.

Das Projekt der schwimmenden Häuser hatte die Thüringerin vor einigen Jahren bereits der Stadt Eschwege für das Nordufer angeboten. Auch Heimatalm-Betreiber Christian Mehler hatte sich bei der Stadt Eschwege darum bemüht, die Heimatalm dauerhaft am Nordufer zu etablieren. Die geht nach der kommenden Saison nun definitiv nach Katharinenberg (Thüringen) zurück.

Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill strebt an, dass eine Entscheidung über die Zukunft des Ostufers bis nach dem Sommer fallen soll. Während Mehler seine Heimathafenpläne den parlamentarischen Gremien sowie dem Schwebdaer Ortsbeirat schon mehrfach vorgestellt hat, sollen nun die beiden neuen Interessenten aus Grebendorf und Treffurt in Kürze die Gelegenheit haben.

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Schwebda – Für das Projekt Heimathafen – einer sogenannten naturnahen Gastronomie mit Außenterrasse am Ostufer des Werratalsees – hatten sich bereits vor der Kommunalwahl im März ÜWG, FDP und CDU klar positiv positioniert. Die SPD hatte sich ebenso deutlich gegen das Vorhaben ausgesprochen. Zum einen, weil Anwohner im Dorf Lärmbelästigung fürchten, zum anderen, weil das Naturcamp Werratalsee Meinhard unter Leitung von Rainer Klippert ein Nebeneinander mit dem Heimathafen für nicht praktikabel hält.

Auch der Schwebdaer Ortsbeirat hatte in seinem Votum den Heimathafen einstimmig abgelehnt.

Nun haben sich seit der Kommunalwahl die Mehrheitsverhältnisse im Meinharder Parlament verändert. Gemeinsam mit FDP und CDU hätte die ÜWG (zusammen 13 Sitze) im Parlament drei Stimmen mehr als die SPD (zehn Sitze).

Rainer Klippert, Mitglied der der SPD-Meinhard, der neben dem Naturcamp auch den Badestrand für die Gemeinde bewirtschaftet, sagte auf Anfrage, dass er bis zum Sommer sämtliche wichtigen Investitionen im Camp auf Eis gelegt habe. „Aber ich sehe eine Zukunft für das Naturcamp. Das Thema ist noch nicht zu Ende diskutiert.“

Während die beiden neuen Interessenten ihre Konzepte voraussichtlich im Mai zunächst dem Gemeindevorstand präsentieren wollen, wartet auch der Heimathafen-Investor Christian Mehler auf eine Entscheidung der Gemeinde. „Ich brauche ein klares Ja oder Nein. Vorher mache ich auch keine Detailplanung“, sagte er. Im Hinblick auf seine Mitbewerberin aus Thüringen befindet er: „Wir brauchen einen gemeinsamen Blick auf das Ostufer.“ Nur das könne zielführend sein. Sein Angebot und die Idee stünden nach wie vor, „Das ist ein Projekt für die Region – aber es muss auch Spaß machen.“

Auch die thüringer Investorin will die touristische Entwicklung des Ostufers als Gesamtkonzept verstanden wissen und ist sich sicher, dass Heimathafen und Schwimmhäuser sich gut ergänzen können. „Das ist so ein tolles Fleckchen Erde und es ist schade, dass es touristisch nicht erschlossen ist.“ Aber auch ihr sei wichtig, dass das Vorhaben zügig umgesetzt werde. „Acht Jahre will ich nicht warten.“

Der Grebendorfer Investor, dem das Land südlich des Naturcamps gehört, sagte: „Wir wollen nicht, dass am Ostufer etwas passiert, das dem Tourismus schaden kann.“ Außerdem läge den beiden Familien, die in das Projekt involviert sind, daran, dass die verbleibenden Grundstücke am Ostufer „nicht komplett wertlos“ werden. „Andere sehen das als nette Spielwiese, wo man sich ausprobieren kann. Wir wollen hier investieren und dabei handelt es sich nicht nur um ein paar Tausend Euro.“

Nachdem alle Investoren ihre Pläne dem Gemeindevorstand vorgetragen haben, werden sie über das Parlament in die Ausschüsse verwiesen und dort ebenfalls beraten. Bis nach der Sommerpause sollen sich nach Vorstellungen des Bürgermeisters alle Beteiligten positioniert haben und die Gemeindevertretung abstimmen.

Von Stefanie Salzmann

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