Potenzial an alten Äpfeln

Apfelkundler bestimmen beim Pomologentag mehrere Sorten

Schale, Stil und innere Form: Anhand dieser Merkmale bestimmen Pomologen Apfelsorten – hier Jan Bade (rechts) bei der Begutachtung.
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Schale, Stil und innere Form: Anhand dieser Merkmale bestimmen Pomologen Apfelsorten – hier Jan Bade (rechts) bei der Begutachtung.

Innerhalb der ersten drei Stunden konnten bereits über 40 Menschen beim Pomologentag im E-Werk begrüßt und 58 unterschiedliche Apfelsorten bestimmt werden.

Eschwege – Begeistert von der guten Resonanz beim diesjährigen Pomologentag Eschwege, der von 11 Uhr bis 17 Uhr im Eschweger E-Werk stattfand, zeigte sich der BUND-Kreisverband Werra-Meißner am Sonntag. Menschen aus dem Kreis warten entlang des mit Pappäpfeln markierten Wegs, um die Sorten der von ihnen mitgebrachten Äpfel bestimmen zu lassen.

Pomologe Jan Bade untersucht einen Apfel, den er schnell als Schneiderapfel erkennt und über den er erklärt, dass der gute Stamm des stark wachsenden Baums häufig als Basis zum Veredeln genutzt wird. Sieben Mitglieder des Kreisverbands waren im Einsatz, als bereits zehn Minuten vor Beginn der Veranstaltung die ersten Besucher am E-Werk ankamen und der Zulauf nicht abbrach.

Dass es im Werra-Meißner-Kreis ein besonders großes Potenzial an alten Apfelsorten gibt, weiß Heide Tilgner vom Kreisverband. Der Vorteil dieser alten Sorten bestehe darin, dass sie oft besonders gut verträglich für Allergiker seien. Für die alten Sorten setzt sich der BUND vor Ort besonders ein. Deshalb ist eine seiner drei Streuobstwiesen in Motzenrode, Ober- und Niederdünzebach eine sogenannte Reiserwiese zum Erhalt heimischer Sorten. Sie soll ein Genpool werden, auf dem zunächst Unterlagen gepflanzt und diese dann mit alten Sorten veredelt werden, um diese für die Nachwelt zu erhalten.

Wie wichtig es ist, die Erzeugnisse der drei Wiesen zu verwerten, weiß Tilgner. Seit drei Jahren gibt es daher die Bio-Apfelchips „Grimms Märchen Gold“, die vom Verein Aufwind hergestellt und in mehreren Läden im Kreis und darüber hinaus verkauft werden. Besonders an den Chips: die Vielfalt an Sorten in jedem Beutel.

Wie unterschiedlich Äpfel sein können, konnten die Besucher des Pomologentags erfahren. Neben den Werkzeugen, die zum Veredeln genutzt werden, waren zahlreiche beschriftete Äpfel zu sehen und neben „Boskop“ und „Idared“ waren unter anderem der „Schweizer Orangenapfel“, „Zuccalmaglios Renette“, „Schöner aus Nordhausen“ und „Howgate Wonder“ beziehungsweise „Manga Super“ ausgelegt.

Die Beschaffenheit der Schale, der Stil und die innere Form des Kelchs sowie der Geschmack geben dem Pomologen Bade Auskunft über die Sorte. Dass die Farbe des Apfels kaum eine Rolle spielt, weiß Tilgner mit Blick darauf, dass diese stark von der Position des Apfels am Baum und der damit verbundenen Menge an Sonnenlicht abhängt. Konnte Bade eine Sorte nicht erkennen, entfielen die Kosten für die Bestimmung in Höhe von zwei Euro.

„Aus einem Apfelkern wird immer wieder was Neues“, erklärte Tilgner und fügte hinzu, dass der aus einem in der Natur entsorgten Apfelkern gewachsene Baum zwar Äpfel tragen könne, die Ähnlichkeit mit der Ursprungssorte hätten, aber nicht erwartet werden könne, dass die gleiche Apfelsorte daraus entstehen werde.

Künftig möchte der BUND-Kreisverband Interessierten auch beibringen, wie Bäume veredelt werden können, und hierzu Kurse anbieten, deren genauen Termine noch bekanntgegeben werden. (Eden Sophie Rimbach)

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