Frühestens Mitte der Woche können Kunden bedient werden

Apotheken warten auf Schnelltests

Zwei Frauen die rote T-Shirts tragen, schauen in die Kamera. Die Frauen tragen keine Masken. Im Hintergrund sind Medikamente zu sehen.
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Müssen die Kunden noch vertrösten: Kathleen Montag (links) und Sandra Kretzschmar Apothekerinnen der Schloss-Apotheke in Eschwege.

In den meisten Apotheken waren am Samstag und sind auch heute noch keine Corona-Schnelltests zu bekommen.

Werra-Meissner – Als es am Wochenende die ersten Corona-Selbsttests bei einem Discounter zu kaufen gab, waren die Schlangen lang und die Enttäuschung bei vielen groß. Die Regale waren schnell leer, alle Tests ausverkauft. Wer daraufhin sein Glück in der Apotheke versuchen wollte, wurde erneut enttäuscht, denn in vielen waren noch keine Schnelltests zu bekommen. „Das Telefon steht kaum noch still, die Nachfrage ist groß“, sagt Apotheker Peter Müller.

Warten auf Lieferung

In Eschwege wartet auch Apothekenbetreiberin Ute Hector auf die erste Lieferung der frei verkäuflichen Corona-Schnelltests. Noch in dieser Woche sollen die rund 1000 Tests in die Goldbach-Apotheke geliefert werden. Am vergangenen Samstag hatte die Apothekerin ihre Bestellung aufgegeben. „Früher ging es ja nicht, weil wir nicht wussten, ob die Tests zugelassen werden“, sagt Hector. Je nach Andrang reichten die bestellten Tests ein bis drei Tage, vermutet Hector.

Infektionsrisiko

Sorgen bereite ihr dabei jedoch weniger deren Beschaffung. Die Apothekerin sieht es stattdessen kritisch, dass die Corona-Schnelltests womöglich in Apotheken und von deren Mitarbeitern durchgeführt werden sollen. „Wir haben eine Impfpriorisierung wie Lebensmittelmarkt-Mitarbeiter“, sagt Ute Hector und macht damit auf den fehlenden Impfschutz bei steigendem Infektionsrisiko durch die Tests aufmerksam. Der Apothekerin gehen die Entscheidungen des Bundes zu schnell. „Solche Schritte müssen erst organisiert und dann verkündet werden“, sagt Hector. Auch die Kunden seien ansonsten verunsichert, erklärt die Apothekerin. Die riefen schon seit den Morgenstunden an und erkundigten sich nach den Schnelltests.

An falscher Stelle

Und die Apotheker kritisieren nicht nur die abrupte Teststrategie. Auch würden die Tests an falscher Stelle eingesetzt, erklärt Apothekerin Sandra Kretzschmar von der Schlossapotheke in Eschwege. Sie hält Schnelltests in Schulen und Kitas für sinnvoller als das Corona-Kit für jedermann zu Hause. Der Umgang Einzelner mit dem Test und dessen Ergebnis macht ihr Sorgen. „Viele werden sehr verantwortungsvoll mit den Tests umgehen, aber andere werden vielleicht auch so lange testen, bis sie schließlich das gewünschte Ergebnis erhalten“, sagt die Apothekerin. Bei einem zu Hause durchgeführten positiven Test bestehe stets die Gefahr, dass das Ergebnis nicht den zuständigen Behörden gemeldet werde, sagt Kretzschmar. Auch ein PCR-Test zur sicheren Abklärung erfolge dann nicht. In den Räumen der Schlossapotheke selbst plant die Apothekerin zwar keine Testungen, „in speziellen, externen Räumen halte ich das aber zukünftig für möglich.“

Sinnhaftigkeit

Wie sinnvoll und sicher die Tests aber sind, stellt auch Armin Krohne von der Stadtapotheke in Witzenhausen infrage: „Bei einem Test, den jemand Zuhause macht, hat er keinen Nachweis über das Ergebnis.“ Sowohl die Selbst- als auch die Schnelltests würden ohnehin nur für Menschen ohne Symptome Sinn machen. „Wer Symptome hat, sollte direkt Verbindung mit einem Arzt- oder Testzentrum aufnehmen.“

Auch Michael Schäfer von der Rübezahl-Apotheke steht den Selbsttests eher skeptisch gegenüber: „Es ist ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest“, sagt er. Auch beim Corona-Selbsttest sei es wichtig den richtigen Zeitpunkt zum Testen zu erwischen. „Wer sich ansteckt und schon bald danach einen Test macht, wird trotzdem ein negatives Ergebnis erhalten“, das, so der Apotheker, könnte die Menschen in falscher Sicherheit wiegen.

Ähnlich geht es Peter Müller von der Löwenapotheke in Witzenhausen. Auch er hat Tests bestellt, wartet aber auf die Lieferung. Etwa neun Euro wird ein Selbsttest in seiner Apotheke kosten. „Die Tests machen Sinn, wenn sie richtig durchgeführt werden“, das sei ausschlaggebend. Die Selbsttests werden in der Regel im vorderen Nasenbereich angewendet. Kim Hornickel/ Wiebke Huck

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