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Apotheker besorgt wegen Medikamentenmangel im Kreis

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Von: Marvin Hinrichsen

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Apotheker besorgt wegen Medikamentenmangel im Kreis
Apotheker besorgt wegen Medikamentenmangel im Kreis © Patrick Pleul

Häufig gibt es für Kunden, die aktuell Kinderarznei benötigen und in die Apotheken im Werra-Meißner-Kreis gehen, eine Absage.

Werra-Meißner – Denn viele Medikamente sind aktuell nicht vorrätig. „Besonders Fiebersäfte mit dem Wirkstoff Paracetamol und Ibuprofen sowie Antibiotika sind betroffen“, sagt Ute Hector, Inhaberin der Goldbach-Apotheke in Eschwege.

Dies bestätigt auch der Inhaber der Rübezahl-Apotheke in Witzenhausen, Michael Schäfer: Aufgrund der hohen Nachfrage angesichts der Erkältungswellen sei nicht immer klar geregelt, wie viele Produkte die Apotheken bekämen.

Versuche den Mangel abzuschwächen

Um den Mangel abzuschwächen, würden viele Apotheker die Fiebersäfte selbst herstellen. Doch das sei teuer und erfordere mehr Personal, was wiederum höherer Kosten verursacht – „wenn denn der Wirkstoff überhaupt verfügbar ist“, berichtet Achim Krohne, Inhaber der Witzenhäuser Stadt-Apotheke. Mit Eigenproduktion den Gesamtbedarf an Medikamenten zu decken, sei allerdings unrealistisch.

Ärzte hätten außerdem die Möglichkeit, Erwachsenen-Medikamente für Kinder umzudosieren, sagt Ute Hector. .„Leider ist es uns aktuell nicht möglich, auf individuelle Wünsche von den Eltern bei Kindermedikamenten einzugehen.“ Jetzt seien auch die Kunden und Eltern gefragt, solidarisch zu sein und keine Medikamente zu bunkern. „Auch ist es ratsam, in harmlosen Fällen das Fieber einfach Fieber sein zu lassen und nicht sofort zu Medikamenten zu greifen“, so die Apothekerin weiter.

Dies sieht Michael Schäfer ebenso: „Nach genauer Abwägung der Schwere der Krankheit ist es auch hilfreich, auf Hausmittel zurückzugreifen, wie die Wadenwickel.“ Doch auch wenn die Lieferengpässe ein ernsthaftes Problem seien, ist für ihn klar, dass niemand auf der Strecke bleiben wird. „Noch haben wir die Möglichkeit, alle zu versorgen“.

Oft würden Apotheken, auch über Landesgrenzen hinaus, kooperieren. Es müsse deshalb keine Panik ausbrechen. Nun sei aber auch die Politik gefordert, damit künftig Lieferengpässe verhindert werden. (Marvin Hinrichsen)

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