Arbeitsagentur befürchtet „Ruhe vor dem Sturm“

Arbeitslosenzahl im Werra-Meißner-Kreis stieg im Mai nicht so stark wie erwartet

30.04.2020, Baden-Württemberg, Stuttgart: Das Logo der Bundesagentur für Arbeit leuchtet (Spiegelung in Telekonverter). Die Bundesagentur für Arbeit gibt am 30.04. die offiziellen Arbeitslosenzahlen für April bekannt. In Folge der Coronavirus-Krise dürften diese im Vergleich zum Vormonat und zu April 2019 angestiegen sein. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Eine "Abwartehaltung" vor allem bei kleineren Betrieben stellt die Arbeitsagentur Kassel für den Werra-Meißner-Kreis fest.  

Wegen der Corona-Pandemie bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Werra-Meißner-Kreis weiter angespannt. Die Zahl der Arbeitslosen ist hier im Vergleich zum Vorjahr um etwas mehr als ein Fünftel (+22,3 Prozent) gestiegen.

Die Zahlen

Im Bereich der Geschäftsstelle Witzenhausen der Arbeitsagentur sind derzeit 1358 Menschen arbeitslos gemeldet – 88 mehr als im April und 238 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg seit April um 0,3 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent. Im Bereich Eschwege sind 1735 Menschen ohne Job – 116 mehr als vor vier Wochen und 326 mehr als im Mai 2019. Die Quote liegt sogar bei 6 Prozent (+ 0,4 Prozentpunkte mehr als im April).

So sieht die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Mai 2020 im Werra-Meißner-Kreis aus.

Insgesamt sind hier nach Angaben der Agentur für Arbeit nun 3093 Menschen ohne Job. Die Arbeitslosenquote liegt bei derzeit 5,9 Prozent, vor einem Jahr waren es noch 4,9 Prozent. „Der Komplettausfall der üblichen Frühjahrsbelebung spiegelt sich in dem eklatanten Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vorjahr wider“, teilt Michael Schubert, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Kassel mit. Der Bestand offener Stellen sei in der Region trotz einiger Neumeldungen um knapp 35 Prozent geringer als im Mai 2019.

„Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosenzahlen ist angesichts der sehr schwierigen Lage mäßig, könnte aber die Ruhe vor dem Sturm sein“, schreibt Schubert: „Noch verhindert wahrscheinlich die intensive Nutzung des Kurzarbeitergeldes eine wirklich große Entlassungswelle.“

Das Kurzarbeitergeld

Die Zahl der Anträge auf Kurzarbeitergeld ist im Mai zurückgegangen. Im März und April waren es noch 5246 Anzeigen für 71 879 Menschen in Stadt und Landkreis Kassel sowie im Werra-Meißner-Kreis gewesen, so die Arbeitsagentur. Im Mai kamen im Werra-Meißner-Kreis 46 neue Anträge für insgesamt 351 Personen hinzu. In Stadt und Kreis Kassel waren es 285 Anzeigen für 5188 Personen.

Die Branchen

Viele Arbeitslosmeldungen habe es im Mai im Handel, im Gastgewerbe, bei der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen sowie bei Zeitarbeitsfirmen gegeben, berichtet die Arbeitsagentur.

Die Neueinstellungen

Die Krise trifft nicht nur Menschen, die jetzt ihren Job verloren haben, sondern auch solche, die schon länger nach einem suchen, sagt Schubert: „Die wirtschaftliche Unsicherheit lähmt die Bereitschaft, Mitarbeiter neu einzustellen. Arbeitslose und Berufseinsteiger sind davon besonders betroffen.“  

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