Bericht: Finanzielle Überraschungen folgen

Aufarbeitung der Jahresabschlüsse in Ringgau wird noch viel Zeit brauchen

Aktenberge sind noch aufzuarbeiten
+
Aktenberge sind noch aufzuarbeiten

Bei der Aufarbeitung der seit 2010 fehlenden Jahresabschlüsse muss die Gemeinde Ringgau voraussichtlich noch mit einigen finanziellen Überraschungen rechnen. Allein bei der Aufarbeitung des Jahresabschlusses aus dem Jahr 2010 habe sich schon jetzt das ursprüngliche Ergebnis um 400 000 Euro verschlechtert, teilte Kämmerin Manuela Mönkemeyer am Donnerstag der Gemeindevertretung mit.

Ringgau - „Dabei haben wir die großen Posten wie das Anlagevermögen, Forderungen und Verbindlichkeiten noch gar nicht angefasst“, sagte sie. Zudem gebe es Buchungen im System, wofür aber bisher keine Rechnungen auffindbar seien. Um die „verwirrende Buchführung“, wie Bürgermeister Mario Hartmann sie nannte, zu überprüfen, werde die Ekom 21 ab 15. November eine Testdatenbank zur Verfügung stellen, die ein komplettes Duplikat der Buchführung enthält. Damit wolle man überprüfen, welche Auswirkungen Buchungen auf andere Bereiche des Haushalts hätten.

Wie Ringgaus Bürgermeister Hartmann mitteilte, habe man immerhin schon das Finanzanlagevermögen, flüssige Mittel, Rückstellungen für Pensionen und Altersteilzeit im Jahresabschluss 2010 überarbeitet. „Mit der Fertigstellung können wir voraussichtlich nicht vor Mitte kommenden Jahres rechnen“, sagte die Kämmerin.

Viele Auflagen zur Konsolidierung bereits erfüllt

Weitere Vorgaben des Regierungspräsidiums zur Konsolidierung des Haushalts seien befolgt worden, darunter die Erhöhung der Grundsteuern und der Gebühren für Wasser und Abwasser, die Baugebiete in Röhrda und Netra sind von der Hessischen Landgesellschaft (HLG) abgelöst worden, was der Kommune eine Ersparnis von 15 000 Euro pro Quartal beschere. Zudem sei eine Kitabedarfsplanung für die Gemeinde erstellt, eine weitere Krippengruppe eingerichtet worden, die Haushalte für die Jahre 2020 und 2021 aufgestellt und zusätzlich in diesem Jahr vier Wahlen gestemmt worden.

„Die Aufarbeitung der Jahresabschlüsse wird auch weiterhin noch wahnsinnig viel Zeit in Anspruch nehmen“, sagte Hartmann. Den Bericht zum Sachstand zur Aufarbeitung der Jahresabschlüsse hatte die CDU-Fraktion beantragt. (Stefanie Salzmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.