„Vollservice-Dienstleister“

Aufgaben der Bestatter im Kreis haben sich verändert

Die Arbeit von Bestattern hat sich im Laufe der letzten Jahre verändert.
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Die Arbeit von Bestattern hat sich im Laufe der letzten Jahre verändert.

Die Arbeit von Bestattern hat sich im Laufe der letzten Jahre verändert. Das Aufgabenfeld reicht mittlerweile weit über die reinen Bestattungen und Beisetzungen hinaus.

Werra-Meißner – Das berichten Bestatter aus dem Landkreis einstimmig auf Nachfrage unserer Zeitung.. „Unsere Branche hat sich den Bedürfnissen der heutigen Trauerkultur angepasst und ist transparent geworden. Ein moderner Bestatter ist Vollservice-Dienstleister“, sagt etwa Matthias Uthe vom Bestattungshaus Uthe in Eschwege.

Während sich Bestatter einst eher um die Überführungen der Verstorbenen, Aufbahrungen und anschließende Bestattungen gekümmert haben, gegebenenfalls noch Versicherungen kündigten, erledigen sie heute so gut wie alle Formalitäten beim Todesfall: Von der Beratung zur Bestattung und deren Umsetzung, über Behördengänge, der Informierung des Arbeitgebers, Kündigung von Versicherungen und Verträgen, Gestaltung Trauerkarten und -anzeigen, finanzielle Beratungen bis hin zur gesamten Ausgestaltung der Trauerfeier mit Dekoration, Blumen, Musik und – wenn keine kirchliche Begleitung gewünscht ist – auch die Trauerrede.

„Wir sind Seelsorger“, so Uthe. Mit der Coronazeit habe zudem die Nachfrage nach der Echtzeit-Online-Übertragung der Trauerfeier zugenommen, wie Bestatter Henning Bartels aus Eschwege berichtet. Die Trauerfeier werde heute selbstverständlich nach den Wünschen der Angehörigen gestaltet, um einen Bezug zum Verstorbenen und dessen Leben zu schaffen.

Individualität steht im Fokus, kirchliche Bezüge nähmen eher ab, besonders bei jungen Menschen, schätzt Dirk Hochapfel von Halbritter-Bestattungen in Bad Sooden-Allendorf und Bestattungen Kraft-Söder in Witzenhausen ein.

Dekanin Ulrike Laakmann vom Evangelischen Kirchenkreises Werra-Meißner kann Letzteres nicht bestätigen. Im städtischen Raum gab es dieses Signal eher vereinzelt, im ländlichen Raum sei eine geringere Nachfrage nach kirchlich begleiteten Trauerfeiern nicht spürbar. Sie bestätigt aber: „Der Wunsch nach Individualität bei Trauerfeiern ist größer geworden.“

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