50 Jahre nach dem Mauerbau dauerhafte Ausstellung im Grenzmuseum

Aufklärung unverzichtbar

„Die Mauer“ ist jetzt eine Dauerausstellung: von links Dr. Carmen Everts (Landeszentrale für politische Bildung), Hessens Staatsminister für Bundesangelegenheiten Michael Boddenberg und Landtagsvizepräsident Lothar Quanz im Grenzmuseum Schifflersgrund. Foto: Cortis

Bad Sooden-Allendorf. Die Aufklärung insbesondere junger Menschen über die tatsächlichen Verhältnisse in der ehemaligen DDR seit deren Gründung bis hin zum Sturz des SED-Regimes ist und bleibt eine unverzichtbare Aufgabe. Dies war der einhellige Tenor aller Reden zur Eröffnung der Ausstellung „Die Mauer – eine Grenze durch Deutschland“ am Dienstagabend im Grenzmuseum Schifflersgrund.

50 Jahre nach dem Bau und knapp 22 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer wird auf 20 Schautafeln die Teilungsgeschichte Deutschlands in Wort und Bild kompakt und übersichtlich dokumentiert. Zusammengetragen haben diese Dokumente die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Springer-Zeitungen „Bild“ und „Die Welt“. Als Lehr- und Lernmaterial werde die Ausstellung dem Grenzmuseum auf Dauer erhalten bleiben.

Würdigung für Engagement

Damit solle auch das über 20-jährige ehrenamtliche Engagement des Arbeitskreises Grenzinformation gewürdigt werden, erklärte Dr. Carmen Everts, Referatsleiterin der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, die für die Organisation verantwortlich zeichnete.

Als prominentester Gast äußerte der hessische Minister für Bundesangelegenheiten, Michael Boddenberg (CDU), die Hoffnung, dass die Ausstellung vor allem die Jugend, die Deutschlands Teilung selbst nicht miterlebt habe, zu einem konkreten und authentischen Umgang mit der Geschichte bewege. Der Mauerfall habe die Welt verändert. Gleichwohl gebe es noch viele Brennpunkte und der Kampf um Freiheit und Menschenrechte sei keineswegs schon zu Ende.

Die Mauer sei von „brutaler Qualität“ gewesen, stellte Landtagsvizepräsident Lothar Quanz (SPD) fest. Er warnte eindringlich davor, mit verklärtem Blick auf die DDR zurückzuschauen, die in Wirklichkeit ein Unrechtsstaat gewesen sei. Die Unterschiede zwischen Demokratie und Diktatur zu verdeutlichen sei eine ständige Erziehungsaufgabe, wozu diese Ausstellung ein geeigneter Beitrag sei. Als „Ausdruck eines unmenschlichen Regimes“ bezeichnete der Bad Sooden-Allendorfer Bürgermeister Frank Hix (CDU) den Mauerbau vor 50 Jahren. Mit der Ausstellung könnten die jungen Leute hautnah die tragischen Momente der jüngeren deutschen Geschichte erleben, mit dem Fall der Mauer aber auch das glückliche Ende. (zcc)

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